Hypothekendeals in den USA

Strafe für die Deutsche Bank nicht so hoch wie erwartet

dpa

Von dpa

Sa, 24. Dezember 2016

Wirtschaft

Deutsche Bank muss mehr als sieben Milliarden Dollar wegen fragwürdiger Hypothekendeals in den USA zahlen.

FRANKFURT (dpa). Die Deutsche Bank gehörte zu den Urhebern der gefährlichen Krise um Immobilienkredite in den USA. Dafür hat das Frankfurter Institut nun die milliardenschwere Rechnung präsentiert bekommen. Die fällt nicht so hoch aus, wie ursprünglich erwartet.

Deutschlands größtes Geldhaus zahlt 3,1 Milliarden Dollar (2,96 Milliarden Euro) an Zivilbuße; hinzu kommen über mehrere Jahre gestreckt 4,1 Milliarden Dollar an finanziellen Erleichterungen für Kreditnehmer in den USA. Auf einen entsprechenden Vergleich mit der US-Justiz einigte sich das Institut nach monatelangen Verhandlungen, wie die Bank in der Nacht zum Freitag mitteilte.

Nur wenige Stunden nach der Einigung mit der Deutschen Bank verkündete auch der Schweizer Rivale Credit Suisse einen Vergleich wegen fragwürdiger Hypothekendeals, der mit 5,3 Milliarden Dollar Strafe und Ausgleich ein Stück niedriger ausfällt als bei den Frankfurtern.

Für einen Teil der Summe hatte die Deutsche Bank Geld zurückgelegt – allerdings nicht genug. Die Strafgeldzahlung werde das Ergebnis im vierten Quartal mit etwa 1,17 Milliarden Dollar vor Steuern belasten. Das ist finanziell noch zu verkraften: Die Frankfurter haben in den ersten neun Monaten des Jahres vor Steuern 1,6 Milliarden Euro verdient.

"Ob die Erleichterungen für Verbraucher finanzielle Auswirkungen haben, hängt von den endgültigen Bedingungen des Vergleichs ab", hieß es bei der Deutschen Bank. Derzeit werde daraus kein wesentlicher Einfluss auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 erwartet. Ursprünglich hatte eine Strafe von 14 Milliarden Dollar gedroht. Dies ließ den Börsenwert des Instituts einbrechen und löste Spekulationen über Staatshilfen aus.

Börsenbriefautor Hans Bernecker sieht mit dem Vergleich die "Kuh vom Eis". Auch Daniel Saurenz von Feingold Research hält das Ergebnis für gut verkraftbar, weil sich die Zahlungen an US-Konsumenten auf mehrere Jahre verteilen.

In dem Streit ging es um die Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche im Zusammenhang mit der Ausgabe hypothekengedeckter Wertpapiere zwischen 2005 und 2007. Dem Dax-Konzern wurde vorgeworfen, mit solchen Geschäften zum Kollaps des amerikanischen Häusermarktes im Jahr 2008 beigetragen zu haben. In den vergangenen Jahren kosteten Strafen das Geldhaus bereits mehr als zwölf Milliarden Euro – etwa wegen Beteiligungen an Zinsmanipulationen.