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18. Januar 2017

Wirtschaft lehnt AfD strikt ab

Verbände positionieren sich.

BERLIN. Angesichts der nationalistischen Tendenzen in Europa und den USA beziehen die deutschen Wirtschaftsverbände Stellung gegen populistische Strömungen. Die Spitzenverbände wollen sich stärker als bisher von der Alternative für Deutschland (AfD) abgrenzen. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte in Berlin: "Ich mache kein Hehl daraus, dass ich von der AfD nichts halte." Seine Meinung tue er auch auf öffentlichen Veranstaltungen kund, womit er sich nach eigenen Angaben mitunter böse Briefe und E-Mails einhandelt. Kramer bemängelte, dass die AfD kein taugliches Wirtschaftskonzept habe. "Wenn wir an unsere Volkswirtschaft im Jahr 2030 denken, sind deren Inhalte in meinen Augen tödlich." Die Positionen der AfD in der Europapolitik lägen nicht im Interesse der Unternehmen.

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnte zugleich vor der aus seiner Sicht verachtenden Sprache der AfD. "Als kulturell interessierter Mensch kann man denen kaum zuhören", so Kramer. Der Verbandspräsident hält es für wichtig, dass die Wirtschaft ihre Meinung zu vermeintlich einfachen Rezepten in der politischen Debatte vertrete. Für Deutschland und seine Verankerung in der Weltwirtschaft sei es fatal, wenn in den USA und Europa protektionistische Ansätze als Problemlösung gesehen werden.

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Die AfD hatte die Ankündigungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump begrüßt, der sich für Strafzölle und ein Auseinanderfallen Europas aussprach. Aus Sicht der Wirtschaft werde Wohlstand nur mit der Verankerung im Welthandel gesichert. Kramer wendet sich gegen Parolen, wie sie die AfD vertritt.: "Wenn ich da nicht mit offenem Visier antrete, fühlen die sich bestärkt."

Autor: Roland Pichler