Beifall für Sonne, Mond und Sterne...

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Do, 26. Juli 2018

Wittnau

Wittnauer Schüler führen das Musical "Leben im All" auf / Himmelskörper und Theaterspiel im Unterricht.

WITTNAU. "Sonne, Mond und Sterne..." heißt es im Lied, das Kinder seit Generationen singen. Diese drei kommen zwar auch in dem Musical "Leben im All" vor, das sich Gerhard A. Meyer ausgedacht hat. Darüber hinaus bekommen aber all die anderen Planeten Stimme und Gesicht, die ebenfalls zum kindlichen Kosmos gehören. Mit der fulminanten Inszenierung des Stücks hat die Franz-Xaver-Klingler-Schule in Wittnau den Blick gekonnt und auf höchst amüsante Weise in die faszinierenden Weiten des Alls gelenkt.

Das war, sagte Schulleiterin Anja Stotz, die Aufgabe, die sie und ihr Kollegium sich gestellt hatten: Den Kindern einen Begriff vom riesigen Weltraum und den Himmelskörpern, die darin unterwegs sind und zu denen auch die kleine Erde gehört, zu vermitteln. In allen Fächern wurden sie zum Thema. Gleichzeitig fand der Begriff "Theaterprofil" als Baustein Eingang in den Lehrplan. Bis jetzt sei Wittnau, so Stotz, die einzige Schule im Landkreis, die sich an dieses Projekt gewagt hat. Da kam das Musical gerade recht, und man machte sich daran, diesen anspruchsvollen Stoff auf die Bühne zu bringen.

Überzeugender hätte das Ergebnis nicht sein können. Es boten sich überwältigende Bilder, angefangen mit den vielen Sternchen gleich zu Beginn, die die Eingangsmelodie flöteten, und das vor einer wahrhaft himmlischen Kulisse. Es war an nichts gespart und an alles gedacht worden, nicht zuletzt dank des Ideenreichtums und der Fachkenntnis des versierten Technikers Johannes Harter, unterstützt von Jonathan Schüle. Ausgestattet mit Headsets konnten sich die Kinder beim Singen, Sprechen und Tanzen frei bewegen, was sehr zur Wirkung beitrug. Die anspruchsvollen Choreographien hatten die 49 Mitwirkenden, zwischen sechs und zehn Jahre alt, zusammen mit ihrem eigens dafür engagierten Lehrer Sebastian Eilers bei einem mehrtägigen Workshop auf Schloss Rotenfels gelernt. Die musikalische Leitung hatte Jona Stöfken von der Jugendmusikschule Staufen übernommen, ihr verdankte sich auch die bemerkenswerte Textsicherheit der jungen Darsteller.

Doch was wäre all das ohne passende Kostüme. Da hatte das dafür zuständige Damentrio wahrhaft Großes geleistet.

So strahlten die Planeten in überirdischem Glanz: ganz in Rot der Mars, in Orange und mit Ring der Saturn, in silbernem Kleid die Venus, in zartem Pastell der kleine Pluto (der laut der Internationalen Astronomischen Union seit 2006 eigentlich nicht mehr dazugehört, aber hier noch dabei war), die Erde in Blau und in Gold die Sonne, um die sich alles dreht. Nicht vergessen wurde aber auch das gefürchtete Schwarze Loch, das es zu besänftigen galt, was vor allem dem Tausendsassa Galaxos als Superman gelang, einer erfundenen, aber im Stück sehr wichtigen Figur.

Natürlich durften auch die kleinen grünen Männchen nicht fehlen, ebenso wie die frechen Sternschnuppen, denen alles schnuppe ist.

Ihnen allen hatte der Autor Texte in den Mund gelegt, die zu sprechen ihnen sichtlich Spaß machte – und dem Publikum erst recht. Großer Beifall.