Musik(er) zum Anfassen

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Do, 25. Februar 2016

Wittnau

Musikvereine und Musikschule stellen ihre Instrumente in Wittnau und Merzhausen vor.

MERZHAUSEN/WITTNAU. Um Nachwuchs zu finden und neugierig zu machen, haben die Musikvereine Wittnau und Merzhausen sowie die Musikschule sich kürzlich Grundschülern vorgestellt und ihnen die Möglichkeit geboten, Instrumente auszuprobieren.

Wittnau

Musik hören macht Spaß – selber machen aber noch mehr. Das vermittelte der Musikverein Wittnau einen Vormittag lang in der örtlichen Grundschule mit dem Ziel, die Sechs- bis Zehnjährigen für eine Mitwirkung im Verein zu gewinnen. 32 aktive Musiker spielen zurzeit in diesem Verein, rund zehn Auszubildende gehören der Jugendkapelle Sölden-Wittnau an. Wie in anderen Orten auch ist Nachwuchsförderung ein Dauerthema, denn immer wieder scheiden Aktive aus und müssen ersetzt werden. Die Vereine wollen deshalb die Lust am Musizieren wecken und herausfinden, welches Instrument zu welchem Kind passt.

Das konnten die Kinder nun ausprobieren, angeleitet von Lehrern der Jugendmusikschule und Mitgliedern des MV. So gab es erste Versuche an der Klarinette. Gleich nebenan bestand die Möglichkeit, Bekanntschaft mit dem Fagott zu machen, aber auch die Trompete fand regen Zuspruch. Die Klassen wurden reihum in die verschiedenen Räume geführt, so dass jedes Kind Gelegenheit hatte, verschiedene Instrumente auszuprobieren.

Zum Abschluss versammelte man sich im Vereinsheim, um so richtig auf die Pauke zu hauen. Die Kinder machten begeistert von dem Angebot Gebrauch, ihre Energie in Rhythmus umzusetzen. Seitens des MV hatten sich Steffi Schuldis (Saxofon), Dominik Schuldis (Trompete), Christoph Hannig-Schweigert (Fagott) und Schlagzeuger Michael Ruf zur Verfügung gestellt. Mit Humor und pädagogischem Geschick führte Hermann Haege aus Bollschweil die Kinder an die Klarinette heran.

Der MV gab allen mit auf den Weg, dass nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene ein Blasinstrument erlernen können. In der Anfangsphase stehen kostenfrei Leihinstrumente zur Verfügung. Die Kosten für die Ausbildung betragen 55 Euro für 30 Minuten Einzelunterricht pro Woche, fünf Euro Nachlass gibt es für Geschwister. Je nach Lernfortschritt kann nach einem bis zwei Jahren in der Jugendkapelle mitgespielt werden. Was sie zu bieten hat, zeigt sie am Sonntag, 13. März, 15 Uhr, bei ihrem Konzert in der Saalenberghalle Sölden.

Merzhausen

Um Nachwuchsförderung geht es auch in Merzhausen. Gelegenheit herauszufinden, ob ihnen das Musikmachen mit einem Instrument Spaß machen könnte, bekamen Kinder einen Nachmittag lang unter fachlicher Anleitung in der Hexentalschule. Zum Abschluss zeigten die bereits aktiven jungen Musiker im Forum, was sie gelernt hatten.

Dichtgedrängt lauschten die Zuhörer, meist Eltern und Verwandte, den Klängen von Klavier, Querflöte, Gitarre, Violine, Blockflöte, Saxofon, Klarinette, Kontrabass und Euphonium. Die ansprechenden Stücke steigerten sich je nach Alter zu anspruchsvollen Kompositionen, unter anderem von Vivaldi, Purcell und Bach. Aber auch Werke aus der jüngeren Musikliteratur gab es zu hören, im Stil vom Kinderlied über Jazz bis zur Filmmusik. Darüber hinaus war das Konzert eine gute Gelegenheit zu demonstrieren, welch hohes Niveau bei kontinuierlicher Schulung erreicht werden kann. Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Zuhörer.

Zu der Veranstaltung hatten Jugendmusikschule und Musikverein Merzhausen gemeinsam eingeladen. Der MV mit seinen 50 aktiven und 320 passiven Mitgliedern nutzte die Gelegenheit, sich und seine Arbeit bekannt zu machen. "Wir stehen für Spaß am Musizieren, für Unterstützung des kulturellen Dorflebens, für die Förderung der Jugend, für die Verbindung und das Miteinander von Jung und Alt", heißt es im aktuellen Flyer. Darin werden auch die verschiedenen Stufen vorgestellt, in denen die Ausbildung des Nachwuchses vonstattengeht, beginnend mit den "LetzFetzKids" über die Jugendkapelle bis zum Hauptorchester. Größten Wert, so MV-Präsidentin Anja Brinkmeier, lege man auf die sorgfältige Begleitung der Schüler, und das mit Hilfe der Jugendmusikschule, mit der man schon lange fruchtbar kooperiere. Was dabei herauskommt, lässt sich bei den zahlreichen Auftritten erleben.