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13. Juli 2012

Zebras sind zu neugierig für kleine Strauße

Seit 20 Jahren gibt es die Afrika-Anlage im Zolli, in der unterschiedliche Tiere zusammenleben – was auch mal zu Problemen führen kann.

  1. Erst wenn sie groß sind, dürfen die Strauße zu den Zebras, denn die würden sie sonst stupsen. Foto: Zoo Basel

BASEL (sda). Seine erste Gemeinschaftsanlage hat der Zoo Basel schon vor 20 Jahren eröffnet: die Afrika-Anlage mit ihren Zebras, Straußen und Flusspferden. Das Flusspferdpaar Wilhelm und Helvetia ist seit Beginn dabei, und die Anlage ist eine der beliebtesten im Zolli.

Vier der Tiere in der Afrika-Anlage im Zoo Basel leben schon seit der Anfangszeit im Gehege: zwei Zebrastuten sowie die Flusspferde Wilhelm und Helvetia. Wilhelm, heute stattliche 22 Jahre alt kam damals als junges Tier aus Köln, seine ein Jahr jüngere Partnerin ist aus Zürich nach Basel gekommen.

Flusspferde und Zebras lebten bei der Eröffnung am 12. Juli 1992 zuerst allein in der Anlage; im Jahr danach folgten die Strauße. Laut Kurator Adrian Baumeyer wurde das Gehege ein großer Erfolg, in dem sich die Tiere offensichtlich wohl fühlen: Neun Flusspferde und 37 Zebrafohlen kamen seit Beginn zur Welt, und es schlüpften – von den Altvögeln ausgebrütet, nicht im Brutkasten – 240 Straußenküken.

Den Tieren, die auch in freier Natur zusammen vorkommen, bietet die gemeinsame Anlage eine Bereicherung des Alltags und mehr Beschäftigung, wie Baumeyer sagte. Und das Zoo-Publikum könne mehr Verhaltensweisen der Vier- und Zweibeiner beobachten. Für den Zoo stellte sich die Gemeinschaftshaltung allerdings als schwieriger heraus als zu Beginn gedacht.

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So rennen etwa junge Strauße bei Gefahr nicht weg, sonder legen sich instinktiv auf den Boden und versuchen wie Grasbüschel auszusehen. Wenn nun aber die neugierigen Zebras mit ihren Hufen daran herumspielen wollten, war dies für die empfindlichen Küken gefährlich. Heute werden daher die Straußenkinder erst dann zu den Zebras gelassen, wenn sie groß genug sind.

Die Zebras und Flusspferde lebten zunächst über zwölf Jahre friedlich zusammen. Dafür sorgte auch Zebrahengst Kalungu, der jeden Morgen am Beckenrand dem Flusspferdbullen Wilhelm mit einem Ritual klar machte, wo seine Reviergrenze war. Eines Tages rutschte Kalungu dabei aber ins Wasser, worauf Wilhelm, in dessen Revier er damit eingedrungen war, ihn tödlich verletzte.

Danach verließen die Flusspferde das Becken nicht nur nachts, wenn die Zebras im Stall waren, sondern auch am Tag – für die anderen Tiere und die Tierpfleger eine Gefahr. Der Zoo errichtete darauf mit aufgeschichteten Ästen eine Barriere zwischen den Territorien von Flusspferden und Zebras.

Die Strauße ziehen jedes Jahr Junge auf

Heute leben sechs Zebras und das Flusspferdpaar in der Afrika-Anlage. Habari, das letzte Junge von Helvetia und Wilhelm, ist am 12. Juni in den Zoo von Pont-Scorff in Frankreich gezogen. Bei den Straußen ziehen die Eltern Manyara (20) und Baringo (19), beide seit 1999 in Basel, jedes Jahr Junge auf.

Nachwuchs gibt es im Zolli auch bei den Weißkopfsakis, einer südamerikanischen Affenart. Mutter Mop brachte am 24. Juni ihr siebtes Junges zur Welt – es ist derzeit im Affenhaus zu sehen. Ob es ein Männchen oder Weibchen ist, sieht man erst in einem Jahr aufgrund der Farbe des Fells. Die zu den Neuweltaffen zählenden Weisskopfsakis leben im Amazonas-Gebiet in den Bäumen.

Autor: sda