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27. Februar 2009 13:25 Uhr

Zell im Wiesental/Ortenau

Der Wüstenfloh hüpft los

Bunte Gardinen schmücken die Fenster, die Matratze ist mit einer Mickey-Mouse-Bettwäsche bezogen und auch sonst ist alles schrill. Martina Fichte hat nicht etwa ihr Schlafzimmer so dekoriert, sondern ihr Auto. Mit einem Fiat Panda bricht sie am Sonntag zu einer 8000 Kilometer langen Wüsten-Rallye auf.

  1. Mit dem Panda durch die Wüste: Martina Fichte startet am Sonntag. Ismail Altindag, Sven Sütterlin, Felix Wuchner, Sven Schrieder und Martin Merten (von links) haben das Auto präpariert. Foto: Kathrin Blum

  2. „Es geht nicht um mich, es geht um das Auto“, deshalb zeigt sich Martina Fichte auch nur mit Schleier, Helm und Brille. Foto: Kathrin Blum

ZELL. Auf ihrer Tour will sie ganz nebenbei einen Weltrekord aufstellen. Das Team von Kfz-Wuchner in Zell hat den Flitzer wüstentauglich gemacht. In der Sahara will Martina Fichte einen riesigen Reifenstapel bauen und damit ins Guinessbuch der Rekorde kommen. Dabei helfen sollen ihr die Teilnehmer der Rallye Dresden-Dakar-Banjul – 120 Teilnehmer in 60 Autos, die alle Ersatzreifen auf ihrer Tour dabei haben und eben mit diesen den Turm bauen sollen.

Mit einem 18 Jahre alten Fiat Panda in der Wüste herumzufahren ist nicht ganz ungefährlich, deshalb zog die 47-jährige Ortenauerin das Zeller Wuchner-Team zu Rate. In etwa 30 Stunden Arbeit verpassten Felix Wuchner, Sven Sütterlin, Martin Merten, Sven Schrieder und Ismail Altindag dem Panda alles, was ein Wüsten-Bär braucht. Eines der Extras ist eine Art Schnorchel, der dafür sorgt, dass das Auto die Luft oben ansaugt. "Der Sand würde sonst alles verstopfen", erklärt Felix Wuchner. "Mit dem Schnorchel kann Martina sogar in bis zu 1,40 Meter tiefem Wasser fahren", erklärt Sven Schrieder. Sven Sütterlin hat eigens für die Tour ein Wüstenblech angefertigt, dass die Ölwanne und den Motor vor Steinen und Sand schützt. Auf einem Dachträger transportiert Martina Fichte Ersatzreifen, außerdem hat sie eine Zusatzhupe am Dach montiert, damit man sie schon von Weitem hören kann. Innen gibt es Steckdosen für den Minifernseher, das Satelittentelefon und eine kleine Stereoanlage, außerdem Moskitonetze an den Fenstern.

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"Alle sagen, dass ich es

nicht schaffe"

Martina Fichte
Mit einem Gaskocher will sie Wasser erhitzen für ihre Wärmflasche, schließlich sollen die Nächte in der Sahara empfindlich kalt sein. "Bis zu minus zehn Grad erwarte ich nachts, tagsüber kann es schon mal bis zu 50 Grad heiß werden", sagt die Wüstenfahrerin.

Auf der 19-tätigen Tour will sich Martina Fichte von Astronautennahrung ernähren. Jeden Tag will sie 14 Stunden fahren, schneller als 80 Kilometer pro Stunde will sie allerdings nicht fahren. Angst vor fast drei Wochen im Auto hat sie nicht. Für die 47-Jährige ist der Weg das Ziel und so lange ihr Panda nicht aufgibt, will sie es auch nicht tun. Warum aber gerade mit einem so kleinen alten Auto auf Wüstentour gehen? "Weil ich das abartig finde und alle sagen, dass ich es nicht schaffe", erklärt Martina Fichte. Sie denkt sich: Jetzt erst recht! Das Wuchner-Team glaubt an die chaotische Ortenauerin, die bereits mehrere Weltrekorde aufgestellt hat. Vor elf Jahren küsste sie fünf Stunden nonstop, zwei Jahre vorher fuhr sie auf einem Aufsitzrasenmäher von Berlin nach Afrika. Und jetzt soll eben der Reifen-Rekord folgen, bevor sie ihre nächste verrückte Idee umsetzt.

Der Wüsten-Umbau des Pandas kostet Martina Fichte nichts, das Team sponsert die verrückte Fahrerin und drückt die Daumen, dass alles klappt. "Mein Plan ist wirklich krass und nahe am Wahnsinn, das weiß ich schon", sagt die Ortenauerin leichthin. "Aber wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch durch."

Weitere Infos gibt’s im Internet unter http://www.rallye-dresden-dakar-banjul.com und unter http://www.cwwr.de

Autor: Kathrin Blum