Toll, dass es dich gibt!

Helga Lorenz

Von Helga Lorenz

Sa, 23. März 2013

Zisch

Kommunionkinder aus Au und Merzhausen erinnern sich an ihre Taufe.

Der Schein von Ninos Taufkerze bringt Licht in den dunklen Pfarrsaal. Mit den anderen Kommunionkindern aus Au und Merzhausen sitzt er im Kreis. In der Mitte leuchtet die Kerze. Bei seiner Taufe war er noch ein Baby und konnte die Kerze nicht selbst tragen. Jetzt kann er das, denn er feiert bald Erstkommunion.

"Die Kommunionkerze ist nur eine Erinnerung an die Taufkerze", erklärt Peter Schüle von der Kirchengemeinde, "das Licht der Kerze bedeutet, dass das Leben auch nach dem Tod weitergeht. Und ihr sollt als Christen Licht in die Welt bringen." Die katholischen Christen entzünden deshalb in der Osternacht ein Feuer, das geweiht wird und in einer Lampe im Gotteshaus immer brennt. Daran werden die Kommunionkerzen angezündet und auch die Taufkerzen. Wer getauft ist, gehört zu den 1,2 Milliarden Katholiken. Und stärkt diese Gemeinschaft wie ein kleiner Fisch einen großen Fischschwarm. Getauft zu sein, bedeutet für Christen: Es ist toll, dass du da bist.

Zum hellen Licht der Taufkerze passt auch das weiße Taufkleid. Weiß leuchtet, ist festlich und strahlt. Selbst der neue Papst Franziskus zeigte sich nach der Wahl der Öffentlichkeit in einem weißen Gewand. In weißer Kleidung wird einem feierlich zumute. Anders als in dem Zauberumhang, den Paul aus der Verkleidungskiste holt, sich überzieht und sofort damit im Raum herumtobt. Bei der Kommunionfeier werden die Kinder im Gottesdienst auch weiße Gewänder tragen. "Darunter habe ich eine graue Hose und ein Hemd an", sagt Paul. Das ist für ihn auch etwas Besonderes. Und besonders soll der Tag der Erstkommunion schließlich werden.

Die Kinder wissen, dass sie mit Wasser getauft sind. Warum? Sie überlegen: Wasser macht alles lebendig. Ein Mensch überlebt nur etwa drei Tage ohne Wasser. Alexander war schon dabei, als in der Osternacht auch Wasser geweiht wurde. Das wird dann als Tauf- oder Weihwasser verwendet. Peter Schüle hat Weihwasser mitgebracht. Die Kinder bekreuzigen sich damit und erinnern sich an ihre Taufe.

Ostern ist das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Kein Wunder, dass dann auch das Öl geweiht wird, mit dem ein Taufkind gesalbt wird. Die Kinder riechen an dem duftenden Salböl, das Chrisamöl heißt. Aber warum nimmt man überhaupt Öl? "Salatöl, Schmieröl, Badeöl", die Kinder zählen viele Ölsorten auf und stellen fest: Öl ist wichtig und wertvoll. Früher wurden nur Könige gesalbt. Bei der Taufe gesalbt zu werden, kann also nur das bedeuten: Ich bin ein König für Gott!

Konstanze freut sich königlich. Denn der Name, auf den sie getauft ist, geht auf den römischen Kaiser Konstantin zurück, der sich zum Christentum bekehrte. Wie für alle Getauften steht damit fest: Sie ist wichtig, sie will Verantwortung übernehmen und Licht in die Welt bringen.