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17. Mai 2015 17:38 Uhr

"Egal wie viel Volk ihr seid, wir sind Völker!"

Tausende Gegendemonstranten haben sich dem ersten Aufmarsch der Pegida-Bewegung in Stuttgart entgegengestellt.

  1. In Stuttgart haben zahlreiche Menschen gegen die Pegida-Bewegung in der eigenen Stadt demonstriert. Foto: dpa

  2. Stuttgart sagt „Nein“ zu Pegida. Foto: dpa

  3. Stuttgart sagt „Nein“ zu Pegida. Foto: dpa

Tausende Gegendemonstranten haben am Sonntag den ersten Aufmarsch der Pediga-Bewegung in Stuttgart blockiert. Bis zu 4000 Gegendemonstranten stellten sich nach Polizeiangaben der islamkritischen Bewegung in der Stuttgarter Innenstadt entgegen. Pegida selbst zählte demnach rund 200 mit Deutschlandfahnen ausstaffierte Teilnehmer, denen die Polizisten durch die Mengen von Gegendemonstranten teils Zugang zum eigentlichen Kundgebungsplatz verschaffen mussten. Dabei seien auch Polizeibeamte zu Pferde eingesetzt worden. Mehrere Hundertschaften waren in derStuttgarter Innenstadt am Sonntag im Einsatz.

Rangeleien und Auseinandersetzungen

Am Rande kam es zu verbalen Auseinandersetzungen und Rangeleien. Die Pegida-Parolen gingen teilweise in den Rufen der Gegendemonstranten unter. Über Twitter forderte die Polizei diese auf, die Pegida-Anhänger durchzulassen. Hauptredner der Pegida-Kundgebung war der Publizist MichaelMannheimer. Auch Mitglieder der rechten Gruppierung "Berserker Pforzheim" wurden von der Polizei entdeckt.

Hauptschlachtruf der Gegner war "Flüchtlinge bleiben, Pegida vertreiben". Sie begegneten der islamkritischen Bewegung auch mit ironischen Plakaten wie "Egal wie viel Volk ihr seid, wir sind Völker!". Die Polizei beschlagnahmte zwei Transparente, weil ihre Träger sich dahinter verschanzten, um nach den Einsatzkräften zu treten. Teilweise flogen Äpfel und Eier in Richtung der Polizisten und Pegida-Anhänger. Auch eine Rauchbombe wurde in die Mitte des Kundgebungsplatzes geworfen.

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Das Bündnis "Für Vielfalt, gegen Rassismus" mobilisierte rund 70 Organisationen, Kommunalpolitiker und Gewerkschaftsvertreter gegen die Protest-Aktion der Islamkritiker. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands (TGB), Gökay Sofuoglu, warnte: "Pegida darf keine Zukunft in dieser Stadt und in diesem Land haben." Er forderte die Parteien auf, sich stärker von Pegida zu distanzieren.

Hauptverkehrsachsen gesperrt

Der DGB-Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf betonte: "Unsere Gesellschaft muss die Ängste vor sozialem Abstieg, vor Arbeitslosigkeit und Altersarmut ernst nehmen." Diese Ängste dürften nicht von rechten Gruppen benutzt werden, um gegen Minderheiten zu hetzen.

Die Polizei sperrte die Hauptverkehrsachsen rund um die Stuttgarter City ab und zeigte auch am Schlossplatz Präsenz, wo eine Radfahrermesse und ein Flohmarkt viele Besucher anzogen.

Autor: dpa