Weihnachtsmarkt

Zu Besuch beim Glasbläser Wilfried Markus in Rheinfelden

Claudia Gempp

Von Claudia Gempp

So, 16. Dezember 2018 um 18:49 Uhr

Rheinfelden

Beim Weihnachtsmarkt in der Glasbläserei von Wilfried Markus konnten viele Kinder eigene Christbaumkugeln blasen.

"Weihnachten in der Glasbläserei" – dahinter verbirgt sich eine besondere Tradition, denn bereits seit mehr als zehn Jahren öffnet Glasbläser Wilfried Markus im Advent seine Türen zu einem kleinen, charmanten Weihnachtsmarkt im Hof und lädt dabei alle Kinder ein, Weihnachtskugeln selber zu blasen. Dieses Angebot ließ auch am vergangenen Wochenende wieder viele Kinderherzen höher schlagen, während draußen, fernab vom Gedränge großer Märkte, fünf Aussteller ein erlesenes Sortiment an handgefertigten Dingen präsentierten, angefangen bei entzückenden Holzarbeiten über selbstgestrickte Socken oder Genähtes bis zum Glühwein oder aromatischem Likör, darunter sogar seltener Bierlikör.

Mit Feuereifer bei der Sache

Früher, so berichtete Markus, hätte er auf vielen Weihnachtsmärkten in der Region seine Glaskunst zu den Leuten gebracht hat, heute freue er sich, wenn die Menschen zu ihm kommen. Hauptsächlich für die Mädchen und Jungen war schon das Betreten der Werkstatt ein aufregender Moment, erst recht, wenn der Glaskünstler die Flamme des Brenners zum Schmelzen des Rohglases auflodern ließ. Die Mütter der Familien Konak, Fibiger und Köpfer waren mit insgesamt sechs Kindern eigens aus Lörrach gekommen und das nicht zum ersten Mal, weil, so betonten sie, das Kugelblasen den Kindern sehr viel Spaß machen würde.

Keines der Kinder ließ sich zweimal bitten, dafür sorgte Wilfried Markus allein schon durch seine gewinnende humorige Art, auch für die erst fünfjährige Flavia fand er die richtigen Worte. Auch die Freundinnen Marlene und Yanina, beide neun Jahre alt, waren im wahrsten Sinne des Wortes mit Feuereifer bei der Sache. Sie wollten ihre Lieblingslehrer von der Scheffelschule Herten mit einer selbstgeblasenen Christbaumkugel überraschen, schließlich sei das "ein cooles Geschenk".

Nachdem Marlene ihre Kugel in wenigen Augenblicken geblasen hatte, wurde diese vom Glasbläser mit neun weißen Schneeflocken verziert, für jedes Lebensjahr des Mädchens eine, dazu gab’ s noch "eine extra für den Opa". Die Verzierung durften die Kinder selber wählen: Engel, Tannenbäume oder Sterne waren die Favoriten. Auch sonst erfüllte Markus (fast) jeden Wunsch, auch wenn es ein Nikolaus auf dem Schlitten sein sollte, oder gar ein Dinosaurier.

Eines der ältesten Handwerke

Einmal, so erinnerte er sich, hätte ein kleiner eher schweigsamer Junge mit großem Nachdruck sogar einen blauen Lastwagen auf seiner Kugel verewigt haben wollen. Für das diffizile Verzieren der Glaskugeln benutzt Markus – "praktisch wie einen Bleistift" – einen dünnen Glasstab, den er erhitzt und der dann mit der Kugel verschmilzt. Auf diese Weise bot der zweitägige Weihnachtsmarkt in der Glasbläserei neben der hauseigenen Ausstellung formschöner Glasobjekte ganz nebenbei auch noch jede Menge spannende Informationen über eines der ältesten Handwerke überhaupt.