Zugeschnitten auf junge Sänger

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 20. Februar 2017

Theater

Theater und Musikhochschule mit neuem Opernstudio.

Ein "Entwicklungsprojekt". Sagt Barbara Mundel und spielt damit auf das Potenzial an, das in dem neuen gemeinsamen Opernstudio von Theater und Musikhochschule Freiburg steckt. Die Theaterintendantin ist froh, dass der von ihr und Musikhochschulrektor Rüdiger Nolte langgehegte Wunsch eines "Freiburger Opernstudios" Realität wurde. Seit dem Wintersemester existiert der so benannte neue Studiengang an der Musikhochschule. Mit dem Ziel, begabten Nachwuchssängern/-innen, die in Freiburg ein Aufbaustudium absolvieren, erste Berufserfahrungen zu ermöglichen.

Zwei Gesangsstudierende der Musikhochschule werden künftig über zwei Spielzeiten hinweg als Stipendiaten im Theaterensemble mitwirken können. Finanziell ermöglicht wird das durch das Engagement der Theaterfreunde. Bisher kamen Stipendiaten in der Regel von außen, neu also ist die Klammer zwischen Theater und Hochschule. Irina Jae-Eun Park und Jongsoo Yang sind die ersten beiden Stipendiaten, Letzterer ist aktuell in Händels "Giulio Cesare in Egitto" als Curio zu erleben. Alexander Schulin, der Leiter des Instituts für Musiktheater an der Musikhochschule, sieht in dem neuen Opernstudio eine Win-Win-Situation. Die angehenden Opernsänger könnten sich ausprobieren auf der Bühne, sie bekämen Vorsingtraining, direktes Feedback von den Professoren und der Theaterleitung: "eine Art Elitestudium, direkt zugeschnitten auf die jungen Sänger".

Auch Barbara Mundel spricht von Synergieeffekten: "Das Opernstudio ist ein kontinuierlicher Austausch, der auch in Form eines Vertrages gegossen und nicht nur zufällig von handelnden Personen abhängig ist." Dass die Zahl der Sänger erhöht wird, hält sie für denkbar, "wenn es gut läuft" und wenn die Kapazitäten stimmten. Natürlich gelte es zu berücksichtigen, dass das Theater kein Ausbildungsinstitut sei, "aber uns tut es gut, die Musikhochschulperspektive auch mit in die Beobachtung einer Entwicklung von jungen Menschen einfließen zu lassen".

Inwieweit das Opernstudio dereinst mit eigenen Produktionen aufwarten könnte, lässt die Intendantin offen. Sie halte es nicht für ausgeschlossen, dass man die Kräfte in Zukunft für gemeinsame Produktionen mit dem Institut für Musiktheater an der Hochschule bündle – "perspektivisch würde ich das sehen". Optionen für Mundels Nachfolger Nachfolger Peter Carp.

Freiburger Opernstudio: musikalische Kostproben, Montag, 20. Februar, 19.30 Uhr, Winterer-Foyer, Theater Freiburg.