In Indien schon viel Gutes bewirkt

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Sa, 08. Mai 2010

Gundelfingen

Indienhilfe "Wasser ist Leben" hilft nun auch im Leprazentrum.

GUNDELFINGEN. In Indien klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Einerseits werden dort modernste IT-Dienstleistungen erbracht und Pharmatechnologien entwickelt, andererseits kämpfen Millionen Menschen um ihr Überleben. Der Gundelfinger Verein "Indienhilfe – Wasser ist Leben" leistet nun seit Jahren auf dem Subkontinent tatkräftige Hilfe, um vor allem Kinder aus der Armut zu holen.

"Das Jahr 2009 stand ganz unter dem Zeichen gegenseitiger Besuche", verdeutlichte Gerda Geretschläger, Vorsitzende des Gundelfinger Vereins, auf der jüngsten Mitgliederversammlung. So standen Besuche von Inge Dännart und Elli Jäger im Kinderdorf "Naya Jeevan" und im Slumzentrum Malwani auf dem Programm. Im Gegenzug reisten zwei Schwestern des indischen Ordens, mit dem der Verein zusammenarbeitet, an, zwecks Gründung der E.C.H.O.-Stiftung. Ziel des Vereins und der Stiftung ist es, die Schwestern "Helpers of Mary" in ihrer Arbeit zu unterstützen und damit den Kindern, vorwiegend Mädchen, die im Kinderdorf Naya Jeevan und im Slumzentrum Malwani leben, eine bessere Zukunft aufzuzeigen. In dem Kinderdorf leben 400 Mädchen und Jungen aller Kasten und Religionsgemeinschaften im Alter zwischen 2 und 20 Jahren.

In ihrem detaillierten Bericht erläuterte Gerda Geretschläger die geleisteten Hilfen. So wurden dem Kinderdorf für die Versorgung der Kinder unter die Arme gegriffen. Mittels Patenschaftsgeldern von 40 000 Euro konnten 170 Mädchen und Jungen mit sauberem Trinkwasser, nährstoffreicher Nahrung und gute Wohnverhältnissen versorgt werden. 120 000 Euro wurden für den Bau des neuen Kinderhauses "Shanti Sadan" zur Verfügung gestellt. Das Haus wurde im Januar 2010 feierlich eingeweiht. Außerdem wurden die Schwestern finanziell bei der Sanierung der gesamten Wohnanlage unterstützt. Rund 8000 Euro flossen in die Wartung der Bewässerungsanlage, die das Monsumwasser auffängt und es in das Speicherbecken der Farm leitet.

Kassierer mahnt mehr Fachkompetenz an

In Betrieb genommen wurde 2009 auch die Solarbeleuchtung, die von Gundelfingen aus mit 30 000 Euro gefördert wurde. "Die neuen Kollektoren auf dem Dach machen das Kinderdorf weitgehend unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung", berichtete Geretschläger. Das erleichtere das tägliche Leben erheblich, denn bis dahin fiel allabendlich der Strom gegen 18 Uhr aus und tauchte das Kinderdorf in große Dunkelheit.

Die vielen Spenden aus Gundelfingen, die Erlöse aus Schul- und Pfarrfesten, Martinimärkten, kulturelle Veranstaltungen der Vereinen, Familienfesten und Weihnachtsbazaren setzte der Verein auch ein, Bildungsmaßnahmen zu fördern. Im Kinderheim besuchen 214 Mädchen nun öffentliche Schulen, 31 besuchen ein College und 19 Mädchen konnten dank der Spenden eine Berufsausbildung absolvieren. In der Slumschule Malwani, dem zweiten Projekt, welches Unterstützung aus Gundelfingen erhält, werden derzeit 250 Kinder versorgt und unterrichtet. Außerdem ließen sich 2009 30 Mädchen zur Schneiderin ausbilden. Als Startkapital in die Selbstständigkeit erhielten sie ein Zertifikat und eine handbetriebene Nähmaschine. "Insgesamt unterstützten wir im Bildungssektor 685 junge Menschen."

"Das Geld kommt hundertprozentig dort an wo es gebraucht wird", verdeutlichte Kassier Rudolf Sauerbier. Davon konnte er sich selbst im Januar vor Ort überzeugen. Seiner Meinung nach setzen die Schwestern die Spendengelder sehr professionell ein. Wegen interner Konflikte legte Rudolf Sauerbier jedoch bei der Versammlung nach zweieinhalb Jahren sein Amt im Verein nieder, den er allein wegen der Höhe der Spenden mit einem kleinen Gewerbebetrieb verglich. Für eine weitere, positive Arbeit des Vereins sei es daher seiner Meinung nach geboten, dass der neu zu wählende Vorstand Personen enthalte, die betriebswirtschaftliche, juristische und auch naturwissenschaftlichen Sachverstand einbringen.

Um den Orden auch in anderen Einrichtungen zu unterstützen, in denen die Schwestern helfen, wurde die Vereinssatzung geändert. Nun kann auch ein Wasserprojekt in einem Leprazentrum in Velholi gefördert werden. Dort unterhalten die Schwestern ein Krankenhaus für 80 Leprapatienten, ein Altenheim für 60 Frauen und Männer und eine Kinderstation für HIV-infizierte Mädchen und Jungen. Dafür, aber auch für die weitere Unterstützung der jetzigen Projekte, für den Lebensunterhalt der Kinder in Naya Jeevan und im Slumzentrum Malwani, sowie für den Ausbau der Fort- und Weiterbildung, braucht der Verein nach wie vor die Unterstützung der Gundelfinger Bevölkerung, verdeutlichte Inge Dännart.

Wahlen: Neben Gerda Geretschläger (Vorsitzende), Inge Dännart (Stellvertreterin) und Susanne Brndle-Schulz (Schriftführerin) wurde Angela Burger zur neuen Kassenführerin gewählt. Das Amt der Kassenprüfer übernahmen Anja Schimmeck und Walter Spiecker.

Informationen: http://www.indienhilfe-wasser-ist-leben.de

Spendenkonto: Raiffeisenbank Gundelfingen, Indienhilfe Wasser ist Leben e.V., BLZ 680 642 22, Konto-Nummer: 30 30 300