Erleuchtung

119 neue LED-Strahler beleuchten nachts das Münster

sge

Von sge

Fr, 14. April 2017 um 09:26 Uhr

Freiburg

Das Münster erstrahlt in neuem Licht. Die neuen, helleren Strahler sollen 20 Jahre lang leuchten. Eine Initiative fordert, auch andere Orte der Stadt besser zu beleuchten.

"Endlich können wir das Wahrzeichen der Stadt wieder ins rechte Licht rücken", sagte der Erste Bürgermeister Otto Neideck am Mittwochabend und steckte symbolisch den Stecker ins Verlängerungskabel. Kurz nach neun Uhr erleuchtete dann auch das Münster zum ersten Mal – wobei, ein paar Tage zuvor hatte das Garten- und Tiefbauamt (GuT) schon ein Probeleuchten gemacht.

Nicht zu dunkel und nicht zu hell

"Es wäre noch heller gegangen", erklärte Franz Bühler, der beim GuT für die städtische Beleuchtung zuständig ist, "aber wir haben uns für dieses Niveau entschieden, ein gutes Mittelmaß." Zu aufdringlich solle das Licht schließlich auch nicht wirken. 55 Bodenstrahler rund ums Gebäude sowie 64 Strahler am Münster selbst und auf den Dächern der umliegenden Gebäude hat das GuT in den vergangenen zwei Monaten ausgetauscht.

Die alten Leuchten taugen nichts mehr

"Die bestehende Infrastruktur konnten wir nutzen", so Bühler. Die war Ende 2011 installiert worden mit der damals neuesten LED-Technik. Das Münster war seinerzeit die erste deutsche Großkirche, die im Licht von LED erstrahlte. Die Finanzierung hatte der Bund übernommen, weil sich die Stadt Freiburg als eine von zehn Modellstädten erfolgreich in einem Wettbewerb beworben hatte. Der wollte die LED-Beleuchtung in Städten vorantreiben. Neben dem Münster wurden auch andere Stellen in Freiburg wie der Rathausplatz mit der Technik ausgestattet – dort funktioniert die Beleuchtung noch. Insgesamt hat die Stadt damals zwei Millionen Euro bekommen, allein 750 000 fürs Münster.

Doch lange gehalten hat’s nicht: "Die Technik war noch nicht ausgereift", sagte Bühler am Mittwoch. So fielen einige Strahler schon nach kurzer Zeit wegen Kondenswasser aus. Im Rathaus war man eine Zeitlang der Ansicht, dass eine dezente Beleuchtung besser passt. Nach einigem Widerstreben hat sich die Meinung schließlich geändert.

100 000 Stunden Licht für 330 000 Euro

Für die nächsten zwei Jahrzehnte soll auch erst mal Ruhe sein: "100 000 Stunden Licht", verspricht Karl Friedrich Kempf von der Take Care Company. Das Lahrer Unternehmen hat die Umsetzung der LED-Beleuchtung übernommen. 330 000 Euro kostete die Neuinstallation, die die Stadt finanziert hat. In jeder Lampe ist ein Chip mit winzig kleinen LEDs eingebaut, der bei Bedarf ausgetauscht werden kann. Alle zusammen leuchten mit 1,3 Kilowatt. Damit wird laut Stadtverwaltung im Vergleich zur vorherigen Technik rund 65 Prozent Energie gespart, obwohl’s jetzt sogar heller ist.

"Dass der Turm nun auch nachts wieder wie ein Zeigefinger in die Höhe ragt, ist ein Gewinn für die Stadt" Dompfarrer Wolfgang Gaber
Darüber freut sich auch der Hausherr des Münsters, der seit Jahren zu den Kritikern der Sparflammen-Beleuchtung zählt: "Dass der Turm nun auch nachts wieder wie ein Zeigefinger in die Höhe ragt, ist ein Gewinn für die Stadt", sagte Dompfarrer Wolfgang Gaber. Vorher habe man das Münster beispielsweise vom Schlossberg aus nicht sehen können. "Kein Vergleich zu vorher", urteilte auch Bernd Dallmann. Bei der Münster-Beleuchtung soll es aber nicht bleiben, so der Chef der "Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe" (FWTM).

Auch andere Orte sollen besser beleuchtet werden

"Die Stadt hat viel Potenzial." Schon rundherum um den Münsterplatz könne man mehr beleuchten, aber auch andernorts fehle es an Licht. Es gehe schließlich nicht nur um die Ästhetik, auch das Sicherheitsgefühl spiele eine Rolle.

Damit auch anderswo in Freiburg ein Licht aufgeht, haben sich Freiburger Geschäftsleute und Eigentümer in einer Initiative zusammengeschlossen: Es wird bereits eifrig Geld gesammelt und ein ordentlicher Startbetrag sei bereits im Topf, heißt es. So könnten bald nach dem Münster auch andere Gebäude wie etwa das Martinstor in besserem Licht erstrahlen.

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