Radrennen

600 Radfahrer, Inlineskater und Skiroller fahren beim Schauinslandkönig mit

Kerrin Klüwer

Von Kerrin Klüwer

So, 15. Juli 2018 um 19:15 Uhr

Freiburg

Beim Bergauf-Radrennen Schauinslandkönig gab’s trotz hoher Temperaturen vorzeigbare Ergebnisse und ausgefallene Teilnehmer. Simon Combes aus Schwenheim gewinnt mit rund 30 Minuten Fahrtzeit.

Der Schauinslandkönig geht in die zehnte Runde: Mehr als 600 Radfahrer, Inlineskater, Skiroller und auch ein Einradfahrer strampelten am Sonntag, um die Spitze des Freiburger Hausbergs Schauinsland auf großen und kleinen Rädern zu erreichen. 770 Höhenmeter und 11, 5 Kilometer Strecke wurden in unterschiedlichsten Zeiten bewältigt.

Die Schauinslandstraße, die mit ihren Serpentinen auf Freiburgs Hausberg führt, ist während des Rennens für Autos voll gesperrt. Rot ist der Start markiert. Radfahrer trubeln sich davor, während die letzten Inlineskater sich ihre Startnummern abholen. Überall wuseln die Sportler mit ihren bunten Helme und den Trikots in Signalfarben. An der Startlinie sind Aufmerksamkeit und Energielevel hoch. Im Zwölf-Sekunden-Takt werden die Teilnehmer nacheinander auf den Berg geschickt. Zwei Starthelfer geben den letzten Push, dann sind die Fahrer auf sich gestellt.

Das Team der Caritas strampelt für den guten Zweck

Zum zehnten Mal ist auch die Caritas mit einem Team dabei. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das hinkriegen", sagt Robert Krebes (46) von der Landkreis-Caritas. Er selbst nimmt zum zweiten Mal teil. Zehn Fahrer hat die Gruppe dieses Jahr und sammelt wieder Spenden für einen guten Zweck. Der Erlös soll an benachteiligte Kinder aus der Ukraine gehen, dafür steigt die Gruppe gerne auf das Rad. Auch der 44-jährige Heiko Kringel ist Teil des Teams und will die Höhenmeter schaffen. "Er trotzt der Schwerkraft aber noch einmal anders", sagt Krebes. Denn Kringel schwingt sich auf ein Liegerad. Erschöpft, aber glücklich ist er nach 54 Minuten im Ziel.

"Die Hitze ist schon ziemlich heftig, und die Strecke ist durch die Serpentinen nicht einfach", sagt Thomas Weihmüller.

Sonne und blauer Himmel begrüßen die Finisher auf dem Schauinslandgipfel, außerdem erfrischende Limonade und der Jubel der Fans. Die Bestzeiten steigern sich, die Lautsprecheransage kündigt die Zielfahrer an. Sebastian König ist 32 und hat heute sich und seine Tochter Rosa in einer Stunde und drei Minuten die Serpentinen hinaufgefahren. Schon zweimal hat er mit dem Rennrad allein teilgenommen. Dieses Jahr ist Rosa drei Jahre alt und sitzt im Kinderanhänger, so dass sie ihren Vater anfeuern kann. Der Friesenheimer atmet schwer, lacht aber glücklich. Auch Frank Ueckermann vom Garten- und Tiefbauamt hat kurzerhand die Familie eingespannt und erreicht mit seinem Sohn Moritz den Gipfel in 52 Minuten – Bestzeit für die Tandemfahrer.

Simon Combes ist mit 30 Minuten der Schnellste

Andrea Edmeier ist stolz auf ihre Zeit: "Dieses Jahr wollte ich es mir noch einmal beweisen." Die 35-jährige Freiburger Ärztin wollte eine 37er Zeit schaffen, also unter 38 Minuten. "Es ist fast eine 36er geworden", sagt sie zufrieden: Mit 37:01 Minuten ist sie die schnellste Frau. Und der Allerschnellste ist heute Simon Combes (Vélo Club Unit Schwenheim) mit 30:39 Minuten.

"Es gab keine Erholungsphase", erzählt Marco Maier, der mit nur einem Stock auf seinen Skirollern den Berg hochgedüst ist. Eine Stunde und zwölf Minuten hat der Schüler gebraucht, der auch abseits der Schauinslandstrecke im C-Kader des Behindertensports für Langlauf und Biathlon trainiert. Zufrieden lächelt der 18-Jährige. Normalerweise fährt der Sportler die Strecke mit dem Rad, heute erklimmt er den Berg anders: Und auch mit nur einem Stock schafft er bei den Skirollern den vierten Platz.

"Die Hitze ist schon ziemlich heftig, und die Strecke ist durch die Serpentinen nicht einfach", sagt Thomas Weihmüller. Bei 28 Grad fährt der 51-Jährige weder Rennrad noch Skiroller, obwohl er auch das gerne macht. Beim Schauinslandkönig hat er aber zum zweiten Mal auf Inline-Skates mitgemacht. "Einige Radfahrer kann man damit schon ärgern", sagt der Leistungssportler, denn auf der Ebene werden die Inliner schon mal bis zu 50 Stundenkilometer schnell. Mit 55 Minuten Gesamtzeit hat er auch am Berg eine gute Zeit hingelegt und genießt nun erschöpft die Höhensonne.

"Das ist keine Deutsche Meisterschaft, der Schauinslandkönig ist für jedermann", sagt Alexander Lang

2007 haben Alexander Lang und Ehefrau Susanne Will sich den Schauinslandkönig einfallen lassen. "Freiburg ist eine Fahrradstadt, und jeder Freiburger weiß seine Zeit auf den Hausberg", sagt die 49-jährige Will. Zwei Jahre hat das Event zwischendurch mal ausgesetzt. "In Freiburg gab es schon früher Radrennen. Wir wollten das öffnen. Das ist keine Deutsche Meisterschaft, der Schauinslandkönig ist für jedermann. Alle, die es lustig finden, mit dem Rad hochzufahren, können mitmachen", ergänzt Alexander Lang (50).

Das hat sich auch Caesar Hummel nicht zweimal sagen lassen. Der 13-Jährige ist als einer der Jüngsten zum ersten Mal mitgefahren. Der Vater war auch dabei, "aber der war langsamer als ich", sagt Hummel. Oben angekommen genießen sie das Geschaffte. Der Thron für die Schauinslandkönige steht schon am Gipfel bereit. Auf dem darf sich jeder Bergbezwinger kurz königlich niederlassen.