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04. Mai 2016

Aus vier Monaten werden mindestens 16

Block 1 des Atomkraftwerks Beznau geht frühestens Ende des Jahres wieder ans Netz.

  1. Das Akw Beznau Foto: ZVG

BÖTTSTEIN (sda). Der Block 1 des Akw Beznau im Kanton Aargau bleibt noch länger vom Netz als geplant. Die Betreiberin Axpo rechnet damit, dass der Reaktor Ende Jahr hochgefahren werden kann. Die Materialfehler im Reaktordruckbehälter seien nicht während des Betriebs entstanden, sondern stammten aus der Zeit der Herstellung von 1965.

Der Energiekonzern Axpo geht momentan davon aus, dass die Wiederanfahrgenehmigung des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) gegen Ende Jahr vorliegen wird. Der Block 1, der mit 47 Betriebsjahren älteste kommerzielle Reaktor der Welt, ist seit März 2015 vom Netz. Die große Revision sollte ursprünglich vier Monate dauern. Geplant war, den Reaktor im August 2015 wieder hochzufahren – jetzt wird er voraussichtlich mindestens 16 Monate stillstehen. Die Kosten für den Ausfall der Stromproduktion und die aufwendigen Untersuchungen betragen bis Ende Jahr 200 Millionen Franken, sagte Andy Heiz, Mitglied der Axpo-Konzernleitung, am Dienstag in Böttstein vor den Medien.

Die Axpo trieb die Untersuchungen der im Reaktordruckbehälter im Sommer 2015 entdeckten rund 925 Materialfehler voran. Es sind Stellen mit einer Größe von fünf bis sechs Millimetern. Diese Einschlüsse liegen fast ausschließlich im oberen Kernring des Reaktordruckbehälters. Dieser Kernring ist der größten Neutronenbestrahlung ausgesetzt.

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Die verfeinerten Ultraschallmessungen bestätigten die bisherigen Befunde, sagte Akw-Leiter Mike Dost. Diese seien nicht mit Befunden in belgischen Akw zu vergleichen. Klar ist laut Axpo, woher die Materialfehler stammen. Der Reaktordruckbehälter war 1965 in Frankreich geschmiedet worden. Bereits damals habe die Herstellerfirma bei der Prüfung einen kleinen Einschlussfehler im Material festgestellt, der nach den damaligen und heutigen Reglementen als "akzeptabel" gelte. Um weitere Untersuchungen über die Folgen der Einschlüsse vornehmen zu können, suchen die Axpo-Verantwortlichen sogenannte Teststücke aus der Produktion des Druckbehälters oder aus anderen Anlagen. Die Prozesse zur Auswertung der Teststücke könnten teilweise mehrere Monate dauern.

Autor: sda