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01. Juni 2016

Strengere Vorgaben für Atomkraftwerke

Schweizer Atomaufsichtsbehörde mit Auflagen für alle Anlagen / Drei Schritte bis 2020.

  1. Das Kraftwerk in Leibstadt gegenüber Waldshut Foto: Manfred Herbst

BRUGG (sda).⋅Die Betreiber von Atomkraftwerken in der Schweiz müssen erneut nachweisen, dass ihre Anlagen sehr starken Erdbeben standhalten. Die Auflagen sind strenger und umfangreicher als früher. Die Vorgaben wurden für jeden AKW-Standort von Beznau, Leibstadt, Gösgen und Mühleberg erlassen. Das teilten Vertreter der Schweizer Atomaufsichtsbehörde ENSI am Montag mit.

In drei Schritten müssen die Betreiber bis zum Jahr 2020 den Nachweis erbringen. Man lege großen Wert darauf, dass die umfangreichen Erdbebennachweise der AKW-Betreiber regelmäßig aktualisiert würden, sagte ENSI-Direktor Hans Wanner. Auch das AKW Mühleberg, das 2019 stillgelegt werden soll, muss den Nachweis erbringen. Mühleberg bleibe auch nach der Einstellung des Leistungsbetriebs noch über Jahre eine Kernanlage mit einem Gefährdungspotenzial.

Die Betreiber müssen bis Ende 2018 den Sicherheitsnachweis erneuern, den sie bereits nach der Katastrophe von Fukushima erbrachten. Sie müssen zeigen, dass das 10 000-jährliche Erdbeben unter Einhaltung eines Maximalwerts von 100 Millisievert beherrscht wird. Bis Herbst 2020 müssen die Betreiber schließlich nachweisen, auch ein 1000-jährliches Erdbeben mit einem Maximalwert von einem Millisievert zu beherrschen. Mit der Maßeinheit wird die Wirkung der radioaktiven Strahlung auf Menschen, Tiere oder Pflanzen bestimmt. Das ENSI wird die eingereichten Nachweise der Betreiber prüfen und dazu Stellung nehmen.

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Ende 2013 hatten die AKW-Betreiber den Schlussbericht ihrer Erdbebenstudie bei der Aufsichtsbehörde ENSI eingereicht. Die Prüfung erwies sich als langwieriger als ursprünglich angenommen. Ein Teilprojekt zu den seismischen Quellen wurde laut ENSI in den Studien nicht ausreichend bearbeitet. Diese Daten seien durch Angaben des Schweizerischen Erdbebendienstes ersetzt worden.

"Unsere neuen Gefährdungsannahmen fallen somit strenger aus", hielt Ralf Schulz, Leiter des Fachbereichs Sicherheitsanalysen, fest. Diese würden teilweise auch über den Gefährdungsannahmen liegen, die für den Erdbebennachweis kurz nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima im Jahr 2011 verwenden worden seien.

Autor: sda