"Schneller auf die Zeichen der Zeit reagieren"

Michael Gottstein

Von Michael Gottstein

Do, 30. August 2018

Laufenburg

DREI FRAGEN AN die Luttingerin Sabine Gerteis, die am Wochenende ihr neues Amt als Gemeindereferentin der Seelsorgeeinheit Laufenburg/Albbruck antritt.

LAUFENBURG. Am Sonntag, beim Patrozinium zu Ehren des Märtyrers St. Pelagius in Hochsal, wird Sabine Gerteis als neue Gemeindereferentin der Seelsorgeeinheit Laufenburg/ Albbruck vorgestellt. Die 53-Jährige ist durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Pfarrgemeinde Luttingen bestens bekannt. Seit 2009 arbeitete sie in der Seelsorgeeinheit Tiengen/Lauchringen und, nach einer Fusion im Jahr 2015, dann in der großen Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena. BZ-Mitarbeiter Michael Gottstein stellte ihr drei Fragen.

BZ: Sie haben als Spätberufene von 2005 bis 2008 ein Fernstudium in Theologie absolviert und die kirchliche Arbeit zum Hauptberuf gemacht. War dies für Sie ein schwerer Schritt?

Gerteis: Für mich war es ein logischer Schritt, da ich mich viele Jahre lang in der Kirche engagiert hatte. Als der Jüngste von meinen vier Kindern zehn Jahre alt geworden war, wollte ich wieder in den Beruf einsteigen. Ich habe Industriekauffrau gelernt, hatte aber schon lange den Wunsch, Theologie zu studieren. Der Wiedereinstieg nach der Familienpause war der richtige Zeitpunkt, diesen Wunsch zu verwirklichen.

BZ: Wo wollen Sie Schwerpunkte setzen, was ist Ihnen besonders wichtig?

Gerteis: Die Kinder- und Jugendarbeit liegt mir besonders am Herzen, denn dort liegt die Zukunft der Kirche. Durch den gesellschaftlichen Wandel spielt der Glaube im Alltag oft keine so große und selbstverständliche Rolle mehr, und beim Religionsunterricht stelle ich fest, dass auch katholisch getaufte Kinder nicht mehr viel über ihren Glauben wissen. Daher ist es mir ein großes Anliegen, ihnen den Glauben nahezubringen. Natürlich ist mir auch die Arbeit mit Senioren sehr wichtig, und das Schöne an meinem Beruf ist ja, dass man mit vielen Menschen aller Generationen ins Gespräch kommt.

BZ: Was würden Sie sich von der Katholischen Kirche wünschen?

Gerteis: Von der Institution Kirche würde ich mir wünschen, dass sie etwas näher an den Problemen der heutigen Menschen wäre – Stichwort Wiederverheiratung Geschiedener. Im Zweiten Vatikanischen Konzil war die Rede davon, dass man die Zeichen der Zeit erkennen müsse. Ich weiß, dass kirchliche Prozesse zwangsläufig lange dauern, aber es wäre schön, wenn die Kirche ein wenig schneller auf die Zeichen der Zeit reagieren könnte.