Schulhaus ohne Schüler

Manfred Dinort

Von Manfred Dinort

Mi, 29. August 2018

Albbruck

Außenstelle in Unteralpfen wird nicht mehr benötigt.

ALBBRUCK. In der Gemeinde Albbruck gibt es zwei Schulbezirke: die Grundschule Buch mit ihrer Außenstelle Unteralpfen und die Gemeinschaftsschule Albbruck. Aber die Außenstelle Unteralpfen wird zum neuen Schuljahr wegen rückläufiger Schülerzahlen geschlossen.

Damit setzt sich der Rückbau der ehemaligen Grund- und Hauptschule Buch fort, die noch bis in die 1970er Jahre drei Außenstellen hatte: Birkingen, Birndorf und Unteralpfen. Dann kamen die Schulreformen, mit dem Ziel, alle Schüler in Jahrgangsklassen zu unterrichten. In der Folge schrumpfte die Schule Buch zu einer reinen Grundschule.

Früher, als es noch Volksschule hieß, wurden alle Klassen vor Ort in kombinierten Klassen unterrichtet. Im Extremfall gab es die einklassige Dorfschule, in der alle Schüler vom ersten bis zum achten Schuljahr in einem Raum und von einem Lehrer unterrichtet wurden. Die Ferienzeiten wurden vielfach den Bedürfnissen der Landwirtschaft angepasst, die Heu- und Kartoffelferien sind heute noch für viele Dorfbewohner ein gängiger Begriff. Erst mit der Einrichtung der Nachbarschaftsschulen wurde eine einheitliche Ferienregelung notwendig. In Birkingen und Birndorf standen je zwei, in Unteralpfen vier Klassenzimmer zur Verfügung.

Als dann die Hauptschüler in Albbruck zur Schule gingen, wurden 1983 gegen den heftigen Widerstand der Eltern die Schulhäuser in Birkingen und Birndorf geschlossen. Die Grundschulklassen wurden zweizügig geführt, ein Zug in Buch, der andere in Unteralpfen.

Dann nagten die rückläufigen Schülerzahlen an der Substanz der Schulen. Deshalb wurde jetzt auch die Schließung der Unteralpfener Schule beschlossen. Dazu erklärte Bürgermeister Stefan Kaiser: "Es war nie im Sinne der Gemeinde, Schulen zu schließen. Aber im Moment bleibt uns keine andere Wahl."

Kann nun wenigstens die Schule Buch auf eine sichere Zukunft bauen? Einerseits ja, denn die Schülerzahlen haben sich inzwischen stabilisiert. "Andererseits plant aber das Kultusministerium, eigenständige Grundschulen nur dann noch zu genehmigen, wenn mindestens 100 Schüler vor Ort sind. Das ist in Buch aber nicht mehr der Fall", sagt Stefan Kaiser. Das hätte zur Folge, dass die Schule Buch zu einer Außenstelle der Gemeinschaftsschule Albbruck wird.