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28. Januar 2011 19:45 Uhr
Bleibelastung
Amt warnt vor Gemüseanbau an Elz und Glotter
Von Winden bis Buchholz, von Denzlingen bis Reute und Teningen: Das Landratsamt Emmendingen hat Bauern dringend davon abgeraten im Schwemmland von Elz und Glotter Gemüsesorten wie Gelbe Rüben, Spinat und Salat anzubauen.
In einem Schreiben hat das Landratsamt in dieser Woche zahlreiche Grundstückseigner und Pächter informiert. Die Ursache für das Landratsamt eindeutig: Das Blei wie auch womöglich andere Schwermetalle (Cadmium oder − in Spuren− Zink, Kupfer und Arsen) wurde im Zuge des Bergbaus, der bis ins Mittelalter zurückreicht, in die Sedimentschichten der Flüsse und Bäche geschwemmt. Nicht betroffen seien Beeren. Für Getreide hat die Behörde, je nach Untersuchungsergebnissen, angekündigt, dass mit "gewissen Anbau- beziehungsweise Verwendungsbeschränkungen" gerechnet werden müsse.
Das Gebiet, für das die Beschränkungen gelten, hat das Landratsamt folgendermaßen festgelegt: Es beginnt im Norden in einem schmalen Streifen entlang der Elz bei Winden und reicht bis Buchholz, setzt sich fort nördlich Denzlingen in einem breiteren Korridor und südlich Denzlingen in einem schmäleren (entlang der Glotter) bis nach Reute und entlang der Elz bis nach Teningen.
In einem Schreiben hat das Landratsamt in dieser Woche zahlreiche Grundstückseigner oder -pächter informiert. Bereits im vergangenen Jahr wurde Kontakt mit sechs größeren Betrieben aufgenommen, wie Ulrich Spitzmüller, Sprecher des Emmendinger Landratsamts am Freitag auf Anfrage erläuterte. In dem jüngsten Schreiben wird ausgeführt, dass "üblicherweise" die Belastung mit Blei in "natürlichen Böden" bei 40 bis 70 Milligramm pro Kilogramm liegt. Stellenweise seien jedoch Werte von bis zu 2000 Milligramm registriert worden. Wer dennoch weiter die fraglichen Gemüse und Salate anbaut, muss auf eigene Rechnung die Unterschreitung von Grenzwerten nachweisen.
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Dabei ist die Ursache für das Landratsamt eindeutig: Das Blei wie auch womöglich andere Schwermetalle (Cadmium oder − in Spuren− Zink, Kupfer und Arsen) wurde im Zuge von Bergbauaktivitäten, die ins Mittelalter zurückreichen, bis in die Sedimentschichten der Flüsse und Bäche geschwemmt. Bereits im vergangenen Frühjahr wurde über diese Problematik informiert − allerdings gab es damals keine oder kaum (Ausnahme: Kleingartenanlage in Denzlingen) Informationen über Folgen für die Produktion von Salat und Gemüse. Entscheidend sind zudem die mit Verspätung spürbaren Folgen der europaweiten Verschärfung von Grenzwerten 2006/2008 – ganz im Sinne des Verbraucherschutzes um den Faktor fünf, erklärt Spitzmüller.
Besonders betroffen ist die Emmendinger Bio-Gärtnerei Witt. Vor wenigen Tagen hat sie mit einem Infoblatt ihren Kunden mitgeteilt, dass etwa 80 Prozent ihrer Anbaugebiete im ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Elz liegen. Entsprechend müsse nun die Anbaufläche reduziert werden. "Wir waren wahnsinnig geschockt", berichtet Doris Witt, die Tochter des Geländeeigentümers. Lediglich auf einer gepachteten Fläche von 2,5 Hektar in Richtung Mundingen und womöglich einer neu hinzugepachteten werde nun versucht, den Anbau und den Verkauf für die Wochenmärkte und den Hofladen zu sichern. An die Belieferung von Großabnehmern (Gastronomie, Großküchen oder Einzelhandel) könne momentan niemand denken. Da die Gärtnerei alles, was sie ernte, auch säe, werde man auf den fraglichen Flächen auch auf die Aufzucht verzichten. Die restlichen Kulturen aus dem Vorjahr seien vorsorglich komplett entfernt worden.
Am kommenden Dienstag will das Landratsamt nähere Details mitteilen.
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Autor: Marius Alexander
