Junge Sängerinnen und Sänger machen Remmidemmi

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Mi, 18. Juli 2018

Au

Auer Kinderchor wird für sein Konzert im Bürgerhaus mit reichlich Applaus belohnt / Großes Repertoire und deutlich zu spürende Stimmbildung.

AU. Vor acht Jahren wurde – in Zusammenarbeit mit der Jugendmusikschule Südlicher Breisgau und dem Förderverein Bürgerhaus Au – ein Kinderchor ins Leben gerufen worden. Mittlerweile sind die singenden Nachwuchstalente fester Bestandteil der Hexentäler Musik- und der Auer Veranstaltungslandschaft. Einmal im Jahr zeigen die Kinder ihr Können bei einem großen Auftritt im Bürgerhaus. Von Abzählreim bis zu Kult-Sängerin Nena reichte jüngst die Liedauswahl.

Drei Gruppen gibt es im Kinderchor: die Minis bis zur ersten Klasse, die Mittleren bis Klasse vier und die Großen ab der fünften Klasse. Ebenso unterschiedlich wie das Alter der Sängerinnen und Sänger ist das jeweils einstudierte Repertoire, denn neben dem Spaß soll auch die altersgerechte musikalische Ausbildung nicht zu kurz kommen. Alle drei Gruppen separat, aber auch im Zusammenspiel erleben konnten Mamas und Papas, Omas und Opas sowie sonstige Musikfans beim Jahreskonzert, das am Sonntag trotz sommerlicher Hitze einmal mehr mächtig Leben in den Bürgersaal brachte, zumal das Konzert-Motto, das selbstgebastelt über der Bühne baumelte, Remmidemmi, also Trubel und buntes Treiben, lautete.

Trubel gab es schon kurz vor dem Konzert, denn wie bei großen Stars hieß es für den Kinderchor vor dem Auftritt "Fotoshooting" zwischen Bürger- und Rathaus. Chorleiterin Jona Stöfken bewies schon beim Sortieren der Kinder fürs Foto ihre Qualitäten als souveräne Kinderflüsterin: In nur wenigen Augenblicken hatte sie einen quirligen Haufen zum wohlsortierten Fotomotiv gebändigt. Derweil strömten die Chorfans zuhauf in den Saal – freie Plätze waren bald kaum noch zu finden. Als endlich alle saßen, stürmten die Chorkinder die Bühne und begrüßten ihre Fans gemeinsam mit dem deutsch-italienischen Lied vom armen Toni.

Mutige Solisten und Solistinnen

"Das Programm ist viel zu lang", warnte Jona Stöfken die Gäste. Es sei im Vorfelde des Konzertes schlicht nicht gelungen, auch nur ein einziges Lied zu eliminieren. Nach langer Debatte hatten sich der Chor und seine Leiterin letztlich entschlossen, allein "Marmor, Stein und Eisen bricht" aus dem Programm zu nehmen, da dieses Lied des unvergessenen Drafi Deutscher bereits nonstop während des Dorfhocks gelaufen sei, sagte Stöfken schmunzelnd.

Zunächst gehörte die Bühne den Minis, die mit einem Abzählreim ins Programm einstiegen. "Nur Mut", signalisierte die Chorleiterin laut und deutlich. Dass das wirkte, bewiesen dann die etwas älteren Kinder. Bei den komplexen, teils vielstrophigen Liedern war die Stimmbildung deutlich zu spüren. Insbesondere die Solisten und Solistinnen zeigten, dass sie stimmlich schon fast alte Hasen sind und dass sie mit richtig viel Mut vor weit mehr als 100 Leuten zum Mikrofon greifen und losschmettern können.

Kein Wunder, schien doch Jona Stöfken, die vor der Bühne hin und her wieselte, jedem einzelnen ihrer Schützlinge persönlich beizustehen. Teil drei des Konzertnachmittages bestritten dann die Großen, wobei diese auch mit dem Repertoire schon ganz groß in die gesangliche Wundertüte griffen. Ob Mini, Mittel oder Groß – gesangliche Größe bewies der Kinderchor einmal mehr und wurde dafür mit reichlich Applaus belohnt.