Wohnen in Freiburg

Seit 1. Januar gilt Freiburgs neuer Mietspiegel

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 21. Januar 2019 um 13:30 Uhr

Freiburg

Ist die Miete zu hoch? Ist eine geforderte berechtigt? Antworten auf diese Fragen gibt der Mietspiegel. Der zeigt: Die Durchschnittsmiete liegt in Freiburg bei 8,56 Euro pro Quadratmeter.

Seit Januar gilt dieser neue Mietspiegel, der unter freiburg.de/mietspiegelauch online zur Verfügung steht.

Grundlage des Mietspiegels ist eine Durchschnittsmiete, die mit Hilfe statistischer Verfahren berechnet wird. In die Auswertung fließen aufgrund gesetzlicher Vorschriften allerdings nur Haushalte ein, deren Mietverträge innerhalb der vergangenen vier Jahren verändert oder in den vergangenen zwei Jahren neu vereinbart wurden. Dadurch will der Gesetzgeber sicherstellen, dass die Durchschnittsmiete den aktuellen Marktpreis widerspiegelt.

Diese Begrenzung wird kritisch gesehen, da länger unverändert bestehende, möglicherweise günstigere Mietverhältnisse nicht in die Berechnung eingehen. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag festgelegt, die Verlängerung des Betrachtungszeitraums zu prüfen – eine gesetzliche Neuregelung gibt es allerdings noch nicht.
Die Broschüre zum Mietspiegel kostet in gedruckter Version 7,50 Euro. Bestellungen unter Tel. 0761/201-5302. Direktkauf: Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen , Fahnenbergplatz 4; Bürgerservice, Fehrenbachallee 12; Bürgerberatung, Rathausplatz 2-4; und in manchen Ortsverwaltung

Online-Rechner und kostenloser Download der Broschüre als.pdf unter freiburg.de/mietspiegel

Der Mietspiegel 2019/2020 wurde von einer paritätisch besetzten und ehrenamtlichen Arbeitsgruppe aus Fachkräften der Freiburger Wohnungswirtschaft und Interessenverbänden unter Moderation eines Mietrechtsexperten erstellt und durch das Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung begleitet. Der Gemeinderat hat ihn mit seinem Beschluss vom 13. November 2018 als qualifizierten Mietspiegel anerkannt.

Im Durchschnitt liegt die Miete in Freiburg bei 8,56 Euro pro Quadratmeter

Demnach liegt die mittlere monatliche Nettomiete aller Wohnungen, unabhängig von Wohnfläche, Baujahr und sonstigen Wohnwertmerkmalen, in der Stadt Freiburg bei 8,56 Euro je Quadratmeter. Die durchschnittliche Mietpreissteigerung seit dem letzten Mietspiegel 2017 beträgt 3,7 Prozent.

Der Mietspiegel gilt für alle Mietwohnungen des freien Marktes zwischen 20 und 150 Quadratmeter. Ausgenommen sind preisgebundene oder geförderte Wohnungen, Wohnungen in Studierenden- oder sonstigen Wohnheimen, Wohngemeinschaften mit Einzelmietverträgen, möblierte Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser. Bei den Angaben im Mietspiegel handelt es sich um monatliche Nettokaltmieten in Euro pro Quadratmeter.

Die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete für eine konkrete Wohnung erfolgt im Mietspiegel anhand mehrerer Tabellen. Die Basismiete richtet sich nach der Größe der Wohnung. Besonderheiten bei Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage einschließlich der energetischen Ausstattung und Beschaffenheit einer Wohnung werden über ein Tabellensystem mit Zu- und Abschlägen erfasst und ermöglichen eine detaillierte Bestimmung der ortsüblichen Vergleichsmiete für Wohnungen, die von der Basismiete abweichen. Für besondere Wohnwertmerkmale wie Penthouse oder die Lage an einer stark befahrenen Bahntrasse sind weitere Zu- oder Abschläge möglich.

Die Basismiete pro Quadratmeter beträgt bei 20 Quadratmetern 14,36 Euro, bei 30 Quadratmetern 11,14 Euro, bei 40 Quadratmetern 9,66 Euro, bei 60 Quadratmetern 8,16 Euro, bei 80 Quadratmetern 7,94 Euro, bei 100 Quadratmetern 8,55 Euro, bei 120 Quadratmetern 9,17 Euro und bei 140 Quadratmetern 9,11 Euro. Daneben wirken sich besondere Wohnwertmerkmale, die von der Vermieterin bereitgestellt werden – beispielsweise hochwertige Bodenbeläge oder Dreifachverglasung – auf die Miethöhe aus. Zudem gibt es Zu- oder Abschläge abhängig vom Bau- oder Renovierungsjahr des Hauses sowie bei der Lage der Wohnung innerhalb des Hauses und der Stadt.

Dazu wurden fünf Wohnlagenzonen auf Stadtteilebene ermittelt; ihre Klassifizierung erfolgte anhand der durchschnittlichen Miethöhe pro Stadtteil. Zuschläge gibt es in den Stadtteilen Altstadt, Herdern, Neuburg (jeweils plus 12 Prozent), Oberau, Rieselfeld, Vauban und Wiehre (plus 9 Prozent). In Betzenhausen, Ebnet, Günterstal, Kappel, Lehen, Littenweiler, St. Georgen, Stühlinger, Waldsee und Zähringen gibt es weder Zu- noch Abschlag. Abschläge gibt es in Brühl, Haslach, Landwasser (jeweils minus 7 Prozent), Hochdorf, Mooswald, Munzingen, Opfingen, Tiengen, Waltershofen und Weingarten (minus 15 Prozent).