Sorgenbrecher suchen Ort zum Proben

Beatrice Ehrlich

Von Beatrice Ehrlich

Sa, 08. September 2018

Auggen

Folge der Kündigung des Bürgersaals im Auggener Rathaus durch den Bürgermeister.

AUGGEN. Ein Ende mit Ansage: Seit seiner Gründung im Jahr 2012 probt der Auggener Männerchor "Die Sorgenbrecher" – rund 60 Männer aus Auggen und den umliegenden Orten – im Bürgersaal des Auggener Rathauses. "Vorübergehend" hatte Bürgermeister Fritz Deutschmann diesen damals als Probenraum zur Verfügung gestellt. Damit soll jetzt Schluss sein. Ende Juli hat der Bürgermeister den Sängern den Raum endgültig gekündigt.

Die Sorgenbrecher wollen aber weiterhin im Bürgersaal proben, in dem unter anderem Gemeinderatssitzungen stattfinden. Deshalb haben sie sich jetzt mit einem Brief an die Badische Zeitung gewandt, der auch den Auggener Gemeinderäten zukommen soll. Darin bitten sie die Gemeinde um eine Kompromisslösung, um den Raum weiterhin nutzen zu können. Das Anmieten eines Raumes erscheint den Sangeskameraden, die Wert darauf legen, kein Verein zu sein, zu teuer. Nicht jeder Sänger könne sich leisten, einen immer höheren Kostenbeitrag zu zahlen, argumentiert Karl-Friedrich Kasper, der Unterzeichner des Briefes. Es wäre doch schade, wenn einzelne Sänger wegen dieser Maßnahme nicht mehr dabei sein könnten. Mit ihren Auftritten in Auggen und Umgebung, aber auch weiter entfernt in Freiburg, Basel, an der Mosel und in Würzburg, sehen sich die Sorgenbrecher als Repräsentanten der Gemeinde und des Auggener Weins. Ihr Brief, in dem der ein oder andere Umtrunk im Anschluss an die Proben eingeräumt wird – anlässlich von Geburtstagen, "da die Kehlen geschmiert werden müssen" – mündet in die Bitte an Bürgermeister und Gemeinderat, die Weiternutzung des Bürgersaals als Probenraum doch trotz allem weiterhin zu genehmigen.

Bürgermeister Deutschmann erteilt diesem Anliegen in einer Stellungnahme eine klare Absage. Ihm gehe es um den Schutz der gemeindeeigenen Immobilie. Oft sei es spät geworden bei den Proben, samt dem einhergehenden Autolärm zu später Stunde. Einige Male habe man den Raum unabgeschlossen aufgefunden, und es habe nach Wein gerochen. Beim Bürgersaal handle es sich um einen Sitzungssaal; er sei kein Vereinslokal, so Deutschmann. Man sei in der Vergangenheit den Sorgenbrechern schon mehr als großzügig entgegengekommen. Er habe den Sorgenbrechern geraten, beim Auggener Winzerkeller oder bei der Kirchengemeinde um einen Raum anzufragen. Dies sei, so Karl-Friedrich Kasper, bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Vorerst stehen die Sorgenbrecher also ganz ohne Probenraum da.