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19. Februar 2014

Rebellen geben Waffen ab

Deal für Vororte von Damaskus.

LIMASSOL (wra). Nach dem vorläufigen Abbruch der Genfer Friedensgespräche ist es am Montag in den Vororten von Damaskus zu Verbrüderungsszenen zwischen Rebellen und der Assad-Armee gekommen: Das Staatsfernsehen zeigte vollbärtige Aufständische, die ihre Arme auf die Schultern glattrasierter Regimesoldaten legten. Im Hintergrund beschworen einige Hundert Syrer die Einheit des syrischen Volkes. Was war geschehen?

Nach einer monatelangen Hungerblockade hatten Rebellen der Freien Syrien Armee (FSA) einer Art Versöhnung mit dem Regime zugestimmt. Als Preis für den erzwungenen Deal mussten die Aufständischen ihre schweren Waffen ausliefern. Im Gegenzug werden sechs bislang belagerte Vororte von Damaskus wieder mit Lebensmitteln versorgt. Zudem wird auch die zerstörte Infrastruktur repariert.

Nutznießer der vermeintlichen Versöhnung ist – neben der notleidenden Bevölkerung – in erster Linie das Regime, das seine Soldaten nun an andere Frontabschnitte schicken kann. Die Rebellen dürfen zur Gesichtswahrung ihre leichten Waffen behalten und in den südlichen Vororten, wo jetzt die Flaggen der Arabischen Republik Syrien gehisst wurden, gemeinsam mit der Regierungsarmee Personenkontrollen vornehmen. Ähnliche Versöhnungsdeals werden auch in anderen Bezirken von Damaskus ausgehandelt. Auch im Luftkurort Zabadani soll die FSA die einer Kapitulation gleichkommenden Bedingungen des Regimes akzeptiert haben. In der Stadt Homs dürfte der nur noch spärliche Widerstand der Rebellen bald zusammenbrechen.

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Zum neuen Generalstabschef der FSA ernannte dessen Militärrat Abdul Ilah al-Bashir, der bislang die Freie Syrische Armee in der Golan-Provinz Kuneitra kommandierte. Zu al-Bahirs Aufgaben gehört der Aufbau einer Südfront, die bereits einige Landstriche nahe Jordanien sowie auf den Golanhöhen kontrolliert. Von dort aus soll militärischer Druck auf das Assad-Regime aufgebaut werden. Unterstützt wird die als gemäßigt geltende Südfront von Saudi-Arabien und den USA.

Autor: dpa