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02. Februar 2016 00:00 Uhr

Skandal

Schwedische Polizei vertuscht Flüchtlingskriminalität

Schweden hat einen neuen Skandal. Die dortige Polizei hat sämtliche Kriminalfälle verheimlicht, in die Flüchtlinge als Opfer oder Täter verwickelt waren. Das enthüllte nun eine Zeitung.

  1. Die Öffentlichkeitsarbeit der schwedischen Polizei ist heftiger Kritikausgesetzt. Foto: dpa

Schweden hat einen neuen Skandal. Die dortige Polizei hat systematisch sämtliche Fälle, in die Flüchtlinge als Opfer oder Täter verwickelt waren, entgegen dem rechtsstaatlichen Öffentlichkeitsprinzip verheimlicht, enthüllte nun die Tageszeitung Svenska Dagbladet.

Gemessen an seiner Einwohnerzahl von rund 9,8 Millionen Menschen zählt Schweden zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Anteil an Asylbewerbern. Alleine im vergangenen Jahr kamen etwa 163 000 Flüchtlinge. Doch von zahlreichen Zwischenfällen etwa in Asylbewerberheimen war bis auf Einzelfälle kaum etwas bekannt. Schwedens Medien berichteten bisher, wenn überhaupt, nur kurz über besonders aufsehenerregende Fälle. Wie etwa über einen abgelehnten Asylbewerber, der willkürlich zwei Ikea-Kunden ermordete. Erst nach den Zwischenfällen in der Silvesternacht in Köln wurde bekannt, dass es auch sexuelle Massenübergriffe auf Mädchen bei einem Jugendfestival in Stockholm im Sommer 2014 und 2015 gegeben hatte.

Es soll mehr als 5000 Vorfälle geben

Nach der Ermordung einer 22-jährigen Helferin in einer Asylunterkunft durch einen Flüchtling in der vergangenen Woche und Ausschreitungen in Stockholm am Wochenende, bei denen rund 30 Maskierte Jagd auf südländisch aussehende Menschen machten, hat das Svenska Dagbladet nun enthüllt, dass die Polizei alle Vorfälle mit Flüchtlingen geheim hält. Unter dem im Oktober eingeführten Sammelaktenzeichen "R291" wurden demnach 5000 Vorfälle mit Flüchtlingsbeteiligung geheim gehalten. Darunter sollen unter anderem 450 Streitfälle, 559 Misshandlungen, 194 Bedrohungen, vier Vergewaltigungen und drei Todesfälle fallen.

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"Es handelt sich um deutlich mehr Vorfälle als die 5000 in der Akte. Das kann ich sagen. Die Herausforderungen, vor allem in den Flüchtlingsheimen, sind riesig", sagt Tomas Wallberg von der Polizeieinheit Noa, die das Vorgehen bei Zwischenfällen mit Flüchtlingen landesweit koordiniert. In Flüchtlingsheimen herrsche eine angespannte Stimmung, die sich bei Zwischenfällen entzünde, so Wallberg. Wegen des Andrangs mussten die Mindestwohnstandards reduziert werden. Am 19. Februar will die Polizei nun einen Bericht veröffentlichen.

Autor: André Anwar