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04. September 2010

Azubis des Landratsamtes ackern in der Schlucht

Junge Frauen und Männer beschäftigen sich mit Denkmalpflege, Ökologie, Naturschutz und Tourismus / Projekttage.

  1. Kräftig Hand anlegen mussten diese Auszubildenden des Landratsamtes, um im Rahmen ihrer Projekttage die historische Badhofkapelle von einer Unmenge Gestrüpp zu befreien. Foto: Martha Weishaar

BONNDORF. Für angehende Verwaltungsangestellte, Sozialpädagogen, Vermessungstechniker, Straßenwarte oder Studenten für den gehobenen Verwaltungsdienst ist es sicherlich keine alltägliche Aufgabe, Flächen zu enthursten, Sträucher zu schneiden oder gar Bäume zu fällen. Im Rahmen der Projekttage für sämtliche Auszubildende des Landratsamtes Waldshut wurden genau diese Berufsgruppen und natürlich auch angehende Forstwirte vor derlei Aufgaben gestellt.

Etwa 40 junge Frauen und Männer, darunter 17 neue Auszubildende, setzten sich an zwei Tagen im Naturschutzgebiet der Wutachschlucht intensiv mit Themen wie Denkmalpflege, Ökologie und Naturschutz oder auch Tourismus und Besucherlenkung auseinander und lernten sich bei der Gelegenheit kennen. Per Losentscheid wurden drei Gruppen zusammengesetzt, um zum einen ressortübergreifend das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern, zum anderen auch Verwaltungsmitarbeitern, die berufsbedingt fast ausschließlich "Papier produzieren", körperliche Arbeit in freier Natur erleben zu lassen. Dabei waren Planung und Organisation gefragt, außerdem sollte die Allgemeinheit durch den Einsatz einen Nutzen haben.

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Thomas Scheuble vom Haupt- und Personalamt des Landratsamtes organisierte die erstmals in dieser Form durchgeführten Projekttage, Friedbert Zapf koordinierte die Themen sowie Betreuer.

Der stellvertretende Kreisforstamtsleiter selbst leitete gemeinsam mit Wolfdieter Haug einen Arbeitseinsatz an der historischen Badhofkapelle. Die Auszubildenden standen hier vor einer Fülle von Aufgaben. Ausgehend von der Geschichte der einstmals weltberühmten Kur- und Badeeinrichtung sollten sie die Kapelle vermessen und skizzieren, Bauschäden und etwaige Erhaltungsmaßnahmen möglichst präzise definieren, ein künftiges Nutzungskonzept erarbeiten und die Kapelle von Gestrüpp befreien, damit anstehende Sanierungsarbeiten erleichtert werden und die Kapelle wieder besser zur Wirkung kommt.

Im selben Zug wurde der Ablauf der Mineralwasserquelle gereinigt und Überlegungen angestellt, wie man diese historische Quelle den Besuchern besser präsentieren kann. Das große Interesse vorbeikommender Wanderer an dieser Aktion nutzte die Gruppe, um informative Flyer des Freundeskreises, der zu Spenden für den Erhalt der Kapelle aufruft, zu verteilen.

Eine weitere Gruppe befreite unter Regie von Bastian Weiß und Bernhard Amann einen Hang von Haselnusssträuchern, Holunder oder anderem Gestrüpp, um hier natürlich vorkommenden, seltenen Pflanzen einen Lebensraum zu ermöglichen. Vor drei Jahren wurden auf dieser Fläche sämtliche Bäume gefällt, womit der Blick auf die steil aufragende Kalkfelswand wieder frei wurde. Nun soll der Boden durch solcherlei Maßnahmen abgemagert werden, damit hier wieder Orchideen und andere selten Pflanzen gedeihen können. Neben der praktischen Tätigkeit waren die Azubis gefordert, Felsenbrüter sowie die seltenen Pflanzenarten oder auch Tiere, die auf offene Flächen angewiesen sind, zu benennen.

Rainer Epple und Werner Metzler indes gestalteten mit einer dritten Gruppe den Rastplatz an der Dietfurt. Vorhandene Sitzgelegenheiten wurden saniert und einige neue erstellt. Hierfür wurde eigens eine Esche gefällt, die allein schon durch ihren originellen Wuchs ideal als "Ruhebank" geeignet ist. Sämtliche Akteure waren bei bester Stimmung motiviert dabei und beim gemeinsamen Mittagessen rund ums Grillfeuer wurden Erfahrungen ausgetauscht.

Autor: Martha Weishaar