31 Mietwohnungen sind geplant

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Mi, 07. Oktober 2015

Bad Bellingen

Die Baugenossenschaft Familienheim Markgräflerland will im Baugebiet Hinterm Hof II für 100 Menschen bauen.

BAD BELLINGEN. 31 Mietwohnungen für rund 100 Menschen: Die soll es in Bad Bellingen geben, wenn die Baugenossenschaft Familienheim Markgräflerland ihr Wohnprojekt im Baugebiet "Hinterm Hof II" realisiert. Trotz seiner Größe soll sich der große Bau mit verglaster Front in die Landschaft einfügen. Um den Mietwohnungsbau umzusetzen, will die Baugenossenschaft ein großes Grundstück im Süden des neuen Baugebiets erwerben.

Klaus Schulte, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Familienheim, und Architekt Rainer Gärtner hatten ein Modell des geplanten Baukomplexes in die Gemeinderatssitzung mitgebracht, in der das Baugebiet "Hinterm Hof II" Thema war. Für das neue Baugebiet wird der Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Schliengen-Bad Bellingen verändert (wir berichten noch). Neben dem großen Mietwohnungshaus entstehen auf 5,14 Hektar fast 60 Baugrundstücke auf Flächen von 550 bis 750 Quadratmeter. Die Familienheim hatte bereits im Jahr 2013 einen großen Wohnkomplex in Bad Bellingen bauen wollen – damals auf einer Fläche unterhalb des "Hinterm Hof II" unterhalb der Hertinger Straße ebenfalls in Hanglage. Bauplätze in diesem Bereich wurden aber nicht realisiert. Seit 2013 wurde das "Wohnprojekt Bad Bellingen" weiterentwickelt. In der Mitgliederversammlung der Familienheim 2014 in Müllheim hatte Klaus Schulte bereits angekündigt, 70 Mietwohnungen in Bad Bellingen, Heitersheim und Neuenburg realisieren zu wollen. Dafür stehen insgesamt 12,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Der L-förmige Gebäudekomplex in Bad Bellingen sieht drei Vollgeschosse und ein Attikageschoss vor. 3000 Quadratmeter Wohnfläche teilen sich auf in drei Ein-Zimmer-, 18 Zwei-Zimmer, drei Drei-Zimmer, acht Vier-Zimmer und eine Fünf-Zimmer Wohnung. Unter dem Gebäude wird eine Tiefgarage eingeplant. "Das Gebäude wird sozusagen in den Hang hineingebaut, so dass es sich von der Höhe her nicht zu weit von der Umgebungsbebauung abhebt", zeigte Schulte anhand einer Fotomontage. Die Laubengänge werden nach Süden und Westen hin verglast. Ein ebenerdiger Zugang zum Gebäude wird trotz der Hanglage möglich. Die Tiefgarage wird 43 Stellplätze haben und natürlich belüftet.

Da im Baugebiet "Hinterm Hof II" ein Kinderspielplatz entstehen soll, fragte Bürgermeister Christoph Hoffmann schon einmal nach, ob dies eventuell auf dem recht ebenen Außengelände des Mietwohnkomplexes möglich wäre. "Platz wäre da", meinte Schulte dazu.

Mietwohnungen im neuen Baukomplex wären günstig, schaut man auf die ortsübliche Vergleichsmiete in Höhe von elf bis 12 Euro pro Quadratmeter. "Die Fördermiete würde 7,90 bis 8,50 Euro betragen, zusätzlich würde sich die katholische Kirche für zehn Jahre an einer geförderten Miete beteiligen und 1,50 Euro pro Quadratmeter anteilig übernehmen. Damit wären wir dann bei 6,40 bis 6, 70 Euro", rechnete Schulte vor.

Da nur drei Gastparkplätze eingeplant sind, regte Gemeinderätin Silvia Heitz eine Änderung "nach oben" an. "Im sozialen Wohnungsbau ist die hier geplante Parkplatzzahl gemessen an der Anzahl der Wohnungen üblich – wir haben aber Reserven", erklärte Schulte. Gemeinderat Wolfgang Müller war von dem "Riesenklotz, der das Landschaftsbild gewaltig beeinflusst", gar nicht begeistert. Schulte und Gärtner entgegneten, dass man sich größte Mühe gegeben habe, das Gebäude der Landschaft anzupassen. Man müsse berücksichtigen, dass "dort 100 Menschen leben werden", so Schulte. Hoffmann stellte fest, dass, wolle man sozial geförderte Wohnungen schaffen, dies nur mit einem größeren Gebäude tun könne: "Wir wollen einen gesunden Mix von bezahlbaren Mietverhältnissen im Ort."