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11. Dezember 2008 16:26 Uhr

In Bamlach sind an die 150 Krippen zu sehen

Ein Mekka für detailverliebte Krippen-Fans

  1. Krippe in Baumwucherung Foto: Jutta Schütz

  2. Krippe auf Eichenwurzel Foto: Jutta Schütz

  3. Sizilianische Kastenkrippe Foto: Jutta Schütz

BAD BELLINGEN-BAMLACH. Da kann man schnell mal den Überblick verlieren: So ganz genau sagen können selbst die Organisatoren von der Kolpingsfamilie Bamlach nicht, wie viele Krippen nun am dritten und vierten Adventswochenende im Bad Bellinger Ortsteil zu sehen sein werden. Es kommen immer noch welche hinzu. Zwischen 120 und 150 werden es wohl sein, die 20 ,Krippen aus aller Welt’ im Oberrheinischen Bäder- und Heimatmuseum nicht mitgerechnet.

Durch die Medien aufmerksam geworden, haben auch noch kurz vor der Ausstellungseröffnung am heutigen Freitag um 16 Uhr (in der Halle bereits um 14 Uhr) so viele Leihgeber Krippen vorbeigebracht, dass auch die Scheune des Gasthauses "Storchen" kurzfristig in das Ausstellungskonzept einbezogen werden musste. War die Kolpingsfamilie anfangs von 80 Krippen in der Halle und auf dem Krippenweg durchs Dorf ausgegangen, sind es jetzt über 120.

Was die Organisatoren der Bamlacher Krippenausstellung um Markus Bächlin und die Kolpingsfamilie an Sammlerstücken zusammengetragen haben, ist spektakulär. Schon beim Aufbau der rund 80 Krippen in der Bamlacher Gemeindehalle kam man ins Staunen. Neben der Präsentation von Großkrippen in verschiedenen Hauseingängen gibt es mittlerweile vier Ausstellungsorte in Bamlach: die Halle, das Museum, die Storchen-Scheune und die Kirche. Im Gotteshaus ist unter anderem die eigene Kirchenkrippe mit neuem riesigen Hintergrundbild zu bewundern. Schließlich führt der Krippenweg zu einer Lebendkrippe beim Pfarrheim. Dort werden Krippenspiele aufgeführt, dargestellt durch Kinder und Jugendliche der Gemeinde.

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"Ich weiß letztlich gar nicht, bei wie vielen Exponaten wir noch landen, es werden weit über 100 sein", war sich Markus Bächlin am Mittwoch sicher, als er gerade eines der ungewöhnlichsten Exponate – eine Flaschen-Krippe – auf den Ausstellungstischen dekorierte. Entstanden ist diese Krippe in Madagaskar, und zwar nach dem Vorbild eines Buddelschiffs. Gehören tut sie einem Sammler aus Eckernförde in Norddeutschland, der von der Ausstellung erfuhr. Damit hat sie – noch vor den Krippen aus Südtirol und dem Wallis – den weitesten Versandweg hinter sich.

Die ältesten Krippenfiguren in einer dazu passenden alpenländischen Krippe stammen "wahrscheinlich aus dem Jahr 1870 und sind innen noch hohl", erklärt Bächlin. Eine eigene kleine Krippe mit selbstgegossenen Tonfiguren haben Kinder beigesteuert.

Stolz sind die Mitglieder der Kolpingsfamilie auf die Kirchenleihgaben aus Hertingen, Schliengen, Bad Bellingen, Mauchen und Istein. "Wunderbar, dass wir diese teilweise sehr alten und künstlerisch wertvollen Krippen und Figuren ausstellen dürfen", sagt Gerhard Hugenschmidt, der selbst ein "Großwerk" beigesteuert hat, das man mit sechs Mann in die Halle tragen musste: Seine alpenländische Krippen-Landschaft besteht aus vielen Einzelszenen, die alle die Weihnachtsgeschichte aufgreifen.

Ungewöhnlich sind auch drei Kastenkrippen, die mit ihrer inneren Beleuchtung die Heilige Familie aus verschiedenen Perspektiven anstrahlen. Dazu gehört eine sizilianische "Ruinenkrippe", bei der die Figuren mit echten Stoffen bekleidet sind.

Zur Betrachtung lädt  neben einer Löss-Krippe und einer Rebwurzel-Krippe auch eine Krippe ein, deren Hintergrund aus einer fein bearbeiteten Baumwucherung entstand. Eine weitere steht palmengeschmückt in einer 1000 Jahre alten Eichenwurzel.

Alle Krippen sind wahre Glanzstücke für Freunde detailgenauer Darstellung. Angefangen vom Mäuschen mit Käsewürfel, Murmeltieren, Dromedaren und Elefanten über hängende Maiskolben, Wasserrinnen und selbst gemachte Wasser- und Weinfässer bis hin zu Lagerfeuern und einem Schäferwagen zeigen die einzelnen Krippen die Verliebtheit der Sammler in ihren ganz eigenen Krippenentwürfe. Da darf dann ruhig auch einmal ein lustiger Hintergrund mit Kaninchen einschließlich passender Ställe oder mit herumpickenden Hühnern entstehen.

Die Öffnungszeiten der Krippenausstellung in Bamlach sind am dritten Adventswochenende, 12. bis 14. Dezember, und am vierten Adventswochenende, 19. bis 21. Dezember, wie folgt:

jeweils Freitag 14 bis 20 Uhr, Samstag 13 bis 20 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr, Mittwoch, 17. Dezember, 15 bis 20 Uhr (kein Krippenspiel am Lebendstall), Dienstag, 16.Dezember, und Donnerstag, 18. Dezember, Ausstellungsbesichtigung nach Vereinbarung. Das Museum zeigt noch bis 11. Januar die Auswahl "Krippen aus aller Welt".

Autor: Jutta Schütz