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03. Mai 2013

Klagen über mehr Güterzüge

Anwohner der alten Rheintalstrecke in Bad Bellingen melden sich.

BAD BELLINGEN. Die Entwicklung verlief schleichend: Seit Ostern haben Anwohner an der alten Rheintalstrecke das Gefühl, dass mehr Güterzüge unterwegs sind. Einige Anwohner haben sich schon bei Bürgermeister Christoph Hoffmann beschwert. Der hat prompt reagiert und Mitte April die Frage an die Bahn, genauer an die DB Netz, gerichtet, warum wieder mehr Güterzüge auf der alten Strecke unterwegs sind. "Dass insbesondere Güterzüge nachts fahren und fuhren, geht gar nicht an", findet der Rathauschef.

Mit detaillierten Angaben begründet Lars Grübnau, Leiter der Produktion von der Regionalbahn Südwest, warum in den vergangenen vier Wochen mehr Güterzüge auf der Strecke unterwegs waren. Unter anderem, so führt er an, liege das an Bauarbeiten im Katzenbergtunnel.

Petra Fehrenbach, die im Restaurant-Hotel Schwanen wohnt, bestätigt, dass mehr Güterzüge fahren – ärgerlich sei das für das Hotel. Brigitte Westermann, die sich im Januar noch über die Ruhe an der Strecke gefreut hatte (die BZ berichtete) ist als Pensionsbetreiberin ebenfalls nicht erfreut. Anfang des Jahres hat sie in einem Flyer, den sie an Gäste verschickt, damit geworben, dass es im Kurort und damit auch in ihrer Pension ruhiger ist. "Gäste, die 2013 das dritte Mal da sind, haben auch schon bemerkt, dass wieder mehr Güterzüge fahren", stellt sie fest. Beatrix und Gerd Dosenbach in Rheinweiler wohnen ebenfalls knapp oberhalb der alten Strecke. "Ja, die Güterzüge sind mehr geworden, besonders, wenn man draußen ist, fällt das auf", stellen sie fest.

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Bürgermeister Christoph Hoffmann glaubt nicht, dass die Trassenpreise der Hintergrund für mehr Güterverkehr sind. Diese seien noch nicht fixiert. Das Thema müsse bei der nächsten Projektbeiratssitzung wieder auf den Tisch, erklärt er. Die Bahn müsse aber Zusagen einhalten. Insbesondere, dass nachts wieder Güterzüge unterwegs sind, findet Hoffmann "unerträglich".

Lars Grübnau listet in seinem Antwortschreiben an den Bürgermeister auf, wie viele Güterzüge im März unterwegs waren. In jenem Zeitraum waren es neben der Rollenden Landstraße (Züge mit Lkw) nachts zwei Züge. Und im April verkehrten durchschnittlich nachts sogar zehn Güterzüge. "Wir hatten aber die Zusage, dass nachts keine Güterzüge fahren", sagt Hoffmann. Die Antwort Grübnaus lässt für ihn Fragen offen. Man halte sich grundsätzlich an die Vereinbarungen, heißt es da.

Gleichzeitig ist aber auch die Rede davon, dass aufgrund "dispositiver Eingriffe" und bei Bauarbeiten im Katzenbergtunnel Umleitungen über die alte Rheintalstrecke stattfinden. "Ein dispositiver Eingriff ist zum Beispiel die Umleitung eines Güterzugs, wenn im Katzenbergtunnel ein anderer Zug wegen eines Lokschadens nicht schnell genug fahren kann", gibt Werner Graf von der DB Netz ein Beispiel. Bei erhöhtem Frachtaufkommen müssten Staus abgebaut werden, das gehe manchmal nur über die alte Strecke, fügt er hinzu. "Auch in einem neuen Tunnel kann, wie in einem neuen Privathaus, noch etwas fehlen, was nachgebessert werden muss", so DB-Netz-Sprecher Roland Kortz. "Die Bahn hat Leistungen bezahlt, die noch nicht erbracht wurden, das können Teile der Beschilderung oder Beleuchtung im Tunnel sein, die noch fehlen", stellt er fest. Das Bestreben der Bahn sei es jedenfalls, möglichst alle Güterzüge in den Tunnel zu bringen – normal sei es momentan, wenn am Tag fünf Güterzüge auf der alten Strecke rollen.

Am 1. Mai fuhren zwischen 13.45 und 14.45 Uhr drei Güterzüge und eine Rollende Landstraße auf der alten Strecke. Doch dies lag an von der Bahn angekündigten Gleisbauarbeiten beim Bahnhof Schliengen, weshalb der Katzenbergtunnel teilweise nicht passierbar war.

Autor: Jutta Schütz