Mundart auch mal Open Air

Michael Behrendt

Von Michael Behrendt

Sa, 22. April 2017

Bad Bellingen

Das Programm für die am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Mai, stattfindenden siebten Mundarttage in Bad Bellingen steht.

BAD BELLINGEN. Das Programm für die am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Mai, stattfindenden siebten Mundarttage in Bad Bellingen steht. Auftreten werden bekannte Größen aus dem Metier der alemannischen Geschichten, Gedichte und Lieder, die in der Vergangenheit bereits bei den Mundarttagen dabei waren. Vorgesehen sind insgesamt acht Veranstaltungen – drei am 13. und fünf am 14. Mai. Das Besondere am 14. Mai: Es soll eine Open-Air-Veranstaltung im Schlosspark werden. Die Flyer mit dem Programm werden noch ausgelegt, und der Vorverkauf beginnt Mitte nächster Woche.

Dennis Schneider von der Abteilung Marketing und Kommunikation bei der Bade- und Kurverwaltung (BuK) hatte zuletzt einiges zu tun, um die Mundarttage vorzubereiten. Doch jetzt ist alles soweit in trockenen Tüchern: Das Programm steht, der Programm-Flyer ist fertiggestellt, und der Karten-Vorverkauf beginnt Mitte nächster Woche. Dass es dazu gekommen ist, ist durchaus bemerkenswert, ist doch Cornelia Ebinger-Zöld, Seele, Motor und Hauptorganisatorin der Bad Bellinger Veranstaltung, vergangenes Jahr gestorben, so dass die Auflage 2016 ausfallen musste, und die Zukunft der Mundarttage eine Zeitlang ungewiss war. Nun hat also Dennis Schneider die Organisation der Mundarttage, die sich unter der Regie von Cornelia Ebinger-Zöld zu einer überaus erfolgreichen Veranstaltungsreihe entwickelt hatten, übernommen.

Viel Hilfe aus dem Ort

Schneider weist aber auch darauf hin, dass er bei der Organisation "viel Hilfe" aus dem Ort, außerdem von etlichen anderen Helfern unter anderem vom Museumsverein, bekommen hat. Auch Ursula Kallmann und Ilke Weisenseel, die in der Vergangenheit an der Gestaltung der Mundarttage beteiligt waren, standen ihm beratend zur Seite.

Los geht es am 13. Mai mit dem Duo Ulrike Derndinger und Heinz Siebold, die übrigens beide auch für die Badische Zeitung tätig sind. Sie "schwätze und singe über Geschichten, die das Leben schrieb und schreibt", wie es im Programm heißt. Es folgt Stefan Pflaum mit seinem Programm "Vom Mummelsee zum Mond". Bekannt geworden ist er "durch alemannische Miniaturen, die Hintergründiges, Vertracktes, Skurriles und Absurdes in seiner Heimat aufdecken", so das Programm. Für den Abschluss am Samstag sorgt die Theatergruppe Bamlach mit dem Lustspiel "Wunder, Zoff und Zunder", bei dem laut Programm eine Kapelle Schauplatz eines Grabenkampfes ist. Ein Schmankerl hier: BuK-Geschäftsführerin Doris Räuber wird mit einer Rolle in dem Stück vertreten sein, einer "lautstarken" wie Dennis Schneider vorab verrät und mit der Bemerkung neugierig macht, dass die bisherigen Kritiken und Publikumsreaktionen auf das Stück außerordentlich gut waren.

Der 14. Mai – alle Veranstaltungen dieses Tage sollen im von den Schlossparkfreunden gepflegten Schlosspark stattfinden – startet mit einem Konzert der in der Region einen guten Ruf besitzenden Pop- und Rockband Pocket Rock. Die Band hat, so Schneider, in ihrem Repertoire auch Mundartstücke. Das Besondere hier: Pocket Rock will in Erinnerung an die verstorbene Cornelia Ebinger-Zöld ein Stück spielen, das extra für sie komponiert wurde, kündigt Schneider an. Es folgen d’ Knastbrüeder. Das sind Jeannot und Christian Weißenberger, zwei echte Wiesentäler, so das Programm. Zur Gitarrenmusik singen sie lustige, freche und zum Teil besinnliche Texte. Dann kommt Robert Frank Jacobi in die Reihe, laut Programm auch als elsässischer Jaques Brel bekannt. Er bietet ein buntes Chansonprogramm. "Alemannischi Songs" über "Leben und Lieben, badische Desperados, Fernweh sowie über die Versuche, das Leben jeden Tag auch wirklich zu spüren" präsentieren dann Karl David und Martin Lutz. Den Schlusspunkt setzen Uli Führe und Markus Manfred Jung mit ihren besonderen alemannischen Beiträgen in Form von Liedern und Texten.

Der Sonntag wird ein langer Tag, kündigt Schneider an. So wird es zwischen den Auftritten stets eine halbe Stunde Pause geben. Doch der Tag soll nicht nur lang, sondern auch schön, gemütlich und gesellig werden. Allerdings ist das Wetter ein Risiko. Doch zur Not steht der Schlosskeller als Ausweichquartier zur Verfügung. Schneider hofft aber, dass das Wetter mitspielt, hat man die Mundarttage doch extra im Kalender ein wenig nach hinten verschoben, weil dann das Wetter für gewöhnlich beständiger ist. Die Bühne wird an der Mauer mit den Zifferblättern aufgebaut. Davor werden Bierbänke und -tische sowie Verpflegungsstände aufgestellt. Hinzu kommen Verkaufsstände, wo die Künstler ihre Literatur anbieten.

Nun hoffen alle Beteiligten auf ein gutes Gelingen des kleinen aber feinen Mundart-Festivals. Denn Dennis Schneider rechnet fest mit dessen Fortsetzung. So wollen er und sein Team mit den Mundarttagen 2017 für künftige Auflagen lernen. Mit Blick auf die Zukunft weist Schneider aber auch darauf hin, dass die BuK nicht zwangsläufig der Organisator der Veranstaltungsreihe bleiben muss. Denn: "Die Mundarttage kommen aus dem Ort und sollen dies auch weiterhin tun." Die BuK habe den Mundarttagen zunächst nur weiteren Schwung verleihen wollen. Sollte sich also eine neue Organisatoren-Gruppe finden, dann gerne. Doch ansonsten steht die BuK weiterhin zur Verfügung, verspricht Dennis Schneider.

Doch nun ist erst einmal die Auflage 2017 an der Reihe – mit hoffentlich gutem Wetter und vollen Besucherreihen.