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14. Juni 2011

Auch gefühlt den Verkehr beruhigen

Der SPD-Ortsverein Bad Krozingen-Hartheim stellte ein eigenes Verkehrskonzept für Bad Krozingen vor.

  1. Klaus Moldenhauer (links) und Peter Falk vom SPD-Ortsverein erläutern ihr Verkehrskonzept. Die Änderungsvorschläge sind als Entwurfsplanung gedacht. Foto: Hans Jürgen Kugler

BAD KROZINGEN. Bad Krozingen hat nun endlich die B 3-Umfahrung und die damit einhergehende Verkehrsberuhigung innerorts. Hat sich dadurch das Verkehrsaufkommen in Bad Krozingen wirklich merklich verändert? Ist der Durchgangsverkehr geringer geworden und welche Auswirkungen hat die Umfahrung auf den Radverkehr und die Fußgänger? Mit diesen Fragen beschäftigte sich letzte Woche der SPD-Ortsverein Bad Krozingen-Hartheim und stellte sein eigenes Verkehrskonzept vor.

Ziel der Planung müsse sein, den Durchgangsverkehr aus Bad Krozingen herauszuhalten, die Besucher aber ohne Umwege in den Ort hineinzuführen. Fazit: Der Durchgangsverkehr ist in der Tat geringer geworden, aber "gefühlt" hat sich bei dem Verkehrsaufkommen innerorts nicht viel verändert, so ein Teilnehmer bei der anschließenden Diskussionsrunde.

Dieses Gefühl konnte Klaus Moldenhauer bestätigen, der in einer "virtuellen Begehung" von Nord nach Süd zusammen mit dem Vorsitzenden Peter Falk das Verkehrskonzept der SPD vorstellte. So monierten die Referenten den Anschluss an die B 3 neu an die K 4982, da in der jetzigen Form für die Linksabbieger eine gefährliche und unübersichtliche Situation entstehe. Diese unbefriedigende Situation könnte mit einem zusätzlichen "Anschluss-Ohr" im Südosten gegenüber der Einmündung Tulpenbaumallee entschärft werden. In diesem Zusammenhang könnte die Tulpenbaumallee für den Innerortsverkehr eine Alternative für die B 3 werden.

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Ein weiterer Kritikpunkt ist der sogenannte kleine Kreisverkehr an der Biengener Allee/Freiburger Straße bei der Aral-Tankstelle, der in der jetzigen Form viele Autofahrer verunsichert. Da der Kreisel wegen der engen Bebauung sich nicht vergrößern lässt, sollten zumindest eine auffällige rote Markierung und eine bessere Beschilderung Abhilfe schaffen.

Die kurz nach dem kleinen Kreisel abbiegende Friedensstraße hat durch den Rewe-Markt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, was durch eine entsprechende Einbahnstraßenregelung reguliert werden könnte. Damit einhergehend soll die Höchstgeschwindigkeit auf der Freiburger Straße ab Schwarzwaldstraße bis zum Willig-Kreisel von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert werden, dies könnte mit einer Reduzierung der Fahrbahnbreite in diesem Bereich noch unterstützt werden.

Auch schlägt der SPD-Ortsverein vor, die Ampelanlage an der Kreuzung Staufener/Freiburger Straße mittelfristig abzubauen und stattdessen die Rechts-vor-Links-Regelung einzuführen. Nicht befürwortet wird der geplante Abbau der Längsparkplätze in der Schwarzwaldstraße, da diese eine durchaus wünschenswerte bremsende Wirkung auf den Verkehr ausüben. Ebenso wird der Erhalt des Spielplatzes "Im Grün" gefordert sowie die Einrichtung einer Fußgängerzone in der Bahnhofstraße ab der Brücke bis zum Bahnhof, wobei die Querung der Neumagenstraße zur Jägerallee und die Anfahrt der Parkplätze bei "Ihr Platz" gewährleistet sein müsse.

Um den Parksuchverkehr in diesem Bereich zu unterbinden, sollten als Sofortmaßnahme die Parkplätze in der Bahnhofstraße beseitigt werden. Eine Sperrung der Grabenstraße bis zur Vomsteinstraße würde die Fußgängerzone beträchtlich aufwerten, jedoch wird eine Ausweitung in Richtung Süden zwar als wünschenswert angesehen, aber aufgrund des befürchteten Verdrängungseffektes des Verkehrs in kleinere Nebenstraßen als strittig betrachtet. Dazu sollten erst noch Erfahrungen gesammelt werden.

Anziehungskraft der Basler Straße als Ortsdurchfahrt reduzieren

Die geplante Umwandlung der Kreuzung Basler Straße/Südring in einen Kreisverkehr wird aus Sicherheitsgründen (Schulweg) nicht befürwortet. Stattdessen wird eine abknickende Vorfahrtsstraße von Süden kommend in die Thermenallee angestrebt. In diesem Zusammenhang fordert die SPD, die Linksabbiegespur auf der Basler Straße zum Südring Richtung Herz-Zentrum schnellstmöglich stillzulegen, um den Verkehrsfluss und die Anziehungskraft der Basler Straße als Ortsdurchfahrt zu reduzieren. Nichtsdestotrotz muss natürlich eine direkte Anfahrbarkeit des Herzzentrums gewährleistet sein.

Im Gegensatz zur bisherigen Planung schlägt der Ortsverein vor, die Südrandstraße nicht bis zur alten B 3 hinter den Kleingärten durchzubauen, sondern lediglich eine Anbindung über die Abfahrt bei der Gärtnerei Blau zum Herzzentrum zu bauen. Diese Maßnahme würde die Kosten erheblich reduzieren und hätte somit eine frühere Chance zur Realisierung, außerdem würde das Naherholungsgebiet (Kleingärten) geschont. Einen Schildbürgerstreich nannte Peter Falk die unsinnige "Tempo 50/Tempo 70"-Regelung entlang der Thermenallee, hier sollte durchgehend bis zum Schlatter Kreisel Tempo 50 gelten.

Bei der abschließenden Diskussion machten die Referenten deutlich, dass die vorgeschlagenen Änderungen lediglich eine Entwurfsplanung darstellen, bei der die betroffenen Anwohner in jedes Planungsstadium eingebunden werden müssen. Generell wird von der SPD eine Ausweitung der Tempo-20-Zone befürwortet, was dem Durchgangsverkehr Anreize geben würde, die Umfahrung zu benutzen.

Das größte Manko der bisher realisierten Verkehrsplanung in Bad Krozingen brachte ein Diskussionsteilnehmer auf den Punkt: "Dafür, dass Bad Krozingen ein Kurort ist, fehlt es einfach an einer Flaniermeile mit Straßencafés und gut sortierten Geschäften."

Autor: Hans Jürgen Kugler