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10. Februar 2010

"Gemeinderat bricht sein Wort"

Elternbeirat der Landeck-Schule beharrt auf Sicherung der für den Bau einer zweiteiligen Sporthalle erforderlichen Fläche.

  1. Entwurf des Bebauungsplanes „Schauinslandstraße“ mit geplanter Halle Foto: Stadt BK

  2. Die beiden Elternbeiräte Carsten Weber und Giovanna Ciuccio sowie Konrektor Harald Höfler fordern den Bau einer neuen Sporthalle auf dem mit der Stadt und dem Gemeinderat vereinbarten Gelände. Foto: Markus Donner

BAD KROZINGEN. Das Signal an den Gemeinderat ist eindeutig: Die Elternvertreter der Johann-Heinrich-von-Landeck-Schule sprechen sich einstimmig für die Sicherung der Fläche für den Bau einer zweiteiligen Sporthalle aus – auf dem von der Stadt erworbenen Gelände im künftigen Baugebiet "Schauinslandstraße". Der Gemeinderat, der jüngst seine Zustimmung zum Bebauugplan verweigert hatte, wird aufgefordert, Wort zu halten und zur "gemeinsamen Linie" zurückzufinden.

Vor eineinhalb Jahren hätten sich die Gremien der Grund-, Haupt- und Werkrealschule mit dem Bürgermeister und den Ratsfraktionen darauf verständigt, die neue, längst überfällige Sporthalle auf der anderen Seite des Mühlkanals bauen zu wollen. Das Gelände aus dem Nachlass von Antonia Meier ist derzeit noch Grünland, soll aber einer Bebauung zugeführt werden. Über das Baurecht stritten sich Stadt und Testamentsvollstrecker lange vor dem Verwaltungsgericht. Am Ende wurde ein Vergleich geschlossen, auf dessen Grundlage nun ein Bebauungsplanentwurf entwickelt wurde, der – wie berichtet – auf heftigen Widerspruch bei den Angrenzern gestoßen ist. Diese Bedenken aus der Offenlage, die sich gegen die Form der geplanten Bebauung richten, wollte vor allem die CDU-Fraktion nicht in den Wind streichen. Auch wurden Stimmen laut, die die Planung im krassen Widerspruch zu dem im Testament erklärten Willen der Erblasserin sehen.

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In der Landeck-Schule gibt es für diesen Zick-Zack-Kurs nur ein Kopfschütteln. Längst hatte man sich mit der Stadt verständigt, wie eine Sporthalle gebaut werden könne, die die Interessen der Anwohner, aber auch der Schule nicht außer Acht lässt. "Wir haben uns mit dem Bauamt auf einen Vorentwurf verständigt und in den Plänen bereits jede Säule der Tragwerkkonstruktion diskutiert," erinnert sich Konrektor Harald Höfler an die vielen Gespräche mit der Stadt, die auch Schulträgerin ist. "Wenn im Gemeinderat plötzlich von neuen Erkenntnissen die Rede ist, stellt man uns vor ein Rätsel".

Mit der Schulleitung auf einer Linie sieht sich Elternbeiratsvorsitzender Carsten Weber. Jeder kenne die Pläne für den Ausbau der Werkrealschule zunächst mit Staufen, später vielleicht auch mit Hartheim. Auch der Ganztagsschulbetrieb und das ganzheitliche Schulprofil unter Einschluss von Kunst, Musik und Theater erforderten ihren Tribut. Die Wissensvermittlung sei Sache der Lehrer, ergänzt Harald Höfler, "die Hardware brauchen wir indes von der Stadt". Was den Sport anbetrifft, werde der Lehrplan im günstigsten Fall zu 70 Prozent erfüllt, "Sport ohne Turnhalle" eingeschlossen. Da die Kapazitäten längst erschöpft seien, müsse nach Biengen (6 Wochenstunden) und in die Realschulturnhalle 4 (Wochenstunden) ausgewichen werden.

"Wir brauchen endlich mehr Platz an der Schule," so das Fazit von Harald Höfler. Noch sei die Schulentwicklung im Fluss. Erst die Zukunft werde zeigen, was das für die bauliche Weiterentwicklung bedeutet. Die Stadt müsse definieren, welche Schule sie vor dem Hintergrund ihrer Finanzen haben möchte. "Wir wollen ja nicht die Kür, schon die Pflicht würde uns genügen," gibt sich der Konrektor bescheiden. "Faule Kompromisse" dürfe es dabei nicht geben. Daher komme ein neue Halle, "angedockt" am Altbestand, nicht in Frage, weil sich die Schule sonst ihre letzten Freiflächen "verbauen" würde. Der Schulhof sei bei derzeit 550 Schülern schon jetzt viel zu klein. "Nachdem wir 30 Jahre gewartet haben, ist es nicht vermessen, die Erfüllung unseres Wunsches einzufordern," bringt Höfler die Diskussion um die neue Sporthalle auf den Punkt.

Autor: Markus Donner