Jetzt ist der Norden dran

Nikola Vogt

Von Nikola Vogt

Mi, 14. Dezember 2016

Bad Krozingen

Bad Krozingen bereitet neues Sanierungsgebiet entlang Freiburger und Staufener Straße vor.

BAD KROZINGEN. Während in Bad Krozingen die Planung der Innenstadtsanierung gerade auf Hochtouren läuft, steht nun bereits eines neues Projekt in den Startlöchern: Auch das Gebiet Freiburger Straße/Staufener Straße als nördlicher Eingang in die Innenstadt soll umgestaltet werden. Am Montagabend hat der Gemeinderat einstimmig eine vorbereitende Untersuchung beschlossen. Sie ist die Grundlage für die Festlegung des Sanierungsgebiets.

Wo?
Das Gebiet, um das es nun geht, erstreckt sich vom Bahnübergang in der nördlichen Freiburger Straße (etwa auf Höhe des Aldi-Markts) bis herunter zur Nepomukbrücke. Dort grenzt es direkt an das bisherige Sanierungsgebiet "An der B 3" an. "Wir sehen da städtebauliche Missstände, es gibt Entwicklungspotential", erklärte Heidrun Haag-Bingemann, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung und Hochbau, in der Gemeinderatssitzung.

Was?
Hauptziele sind eine funktionale Neuordnung der Grundstücke sowie der Verkehrsführung. Unter anderem sind Verkehrsberuhigungen und der Bau neuer Parkplätze für die Innenstadtbesucher angedacht. Somit soll die Verkehrsberuhigung der Innenstadt vervollständigt werden. Außerdem sollen unter anderem die Wohn- und Geschäftshäuser in dem Bereich aufgewertet und Baulücken geschlossen werden. Bei der Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm kann auch die Modernisierung von Privathäusern in dem Gebiet mit Fördergeldern unterstützt werden.

Warum jetzt?
Bereits im Jahr 2010 war in der Diskussion, das Gebiet Freiburger Straße/Staufener Straße in das Sanierungsgebiet "An der B 3" mit aufzunehmen. Zu hohe Kosten und die Größe des Gebiets bewogen die Räte damals jedoch dazu, diesen nördlichen Teil außen vor zu lassen. Außerdem war von einer fehlenden Mitwirkungsbereitschaft die Rede. Daran hat sich laut Rüdiger Kunst, Geschäftsführer der Kommunalen Stadterneuerung GmbH, jetzt allerdings etwas geändert: "Einzelne Eigentümer sind bereit, Schlüsselgrundstücke an der Freiburger Straße zu verkaufen. Andere sind bereit, an Sanierungsmaßnahmen teilzunehmen." So werde die Umgestaltung jetzt möglich.

Wie?
Offen ist, ob das bestehende Sanierungsgebiet "An der B 3" nach Norden erweitert werden oder ob für die Freiburger Straße ein neues Sanierungsgebiet ausgewiesen werden soll. Vorteil der ersten Option wäre laut Kunst die Möglichkeit zur schnellen Umsetzung, Nachteil die hohen Aufstockungsanträge und der Zeitdruck, die Mittel rechtzeitig auszurufen. Bei der Ausweisung eines neuen Sanierungsgebietes wäre die einfachere verwaltungs- und abrechnungstechnische Handhabung ein Vorteil, während der Nachteil in der längeren Vorbereitungszeit liege. Welche Option er wählt, muss der Gemeinderat noch entscheiden.

Wie geht’s weiter?
Die vorbereitende Untersuchung ist für das erste Quartal 2017 vorgesehen. Dazu gehört eine detaillierte Bestandsaufnahme. Hierfür sollen alle Haushalte in dem Gebiet befragt werden, um einen Überblick über die Mitwirkungsbereitschaft der Betroffenen, deren Belange und den jeweiligen Gebäudezustand zu bekommen. Wer ein Grundstück besitzt, das sich nicht im Abgrenzungsgebiet befindet, aber Interesse an einer Aufnahme habe, könne sich laut Rüdiger Kunst an die Kommunale Stadterneuerung oder die Stadtverwaltung wenden. Ein Lageplan mit der Abgrenzung findet sich im Internet unter http://www.mehr.bz/abgrenzung http://mehr.bz/abgrenzung

Festgelegt werde das Sanierungsgebiet im dritten Quartal 2017. Bis dahin muss auch ein gesamtstädtisches Entwicklungskonzept ausgearbeitet sein und eine Bürgerbeteiligung stattgefunden haben. Beides ist neben der vorbereitenden Untersuchung Voraussetzung für die Aufnahme in ein städtebauliches Förderprogramm. Ein entsprechender Antrag könne dann im Oktober 2017 gestellt werden.