"Bei mir gibt’s Spaß-Garantie"

Das Gespräch führte Sarah Trinler

Von Das Gespräch führte Sarah Trinler

So, 04. November 2018

Bad Säckingen

Der Sonntag Rüdiger Hoffmann tritt mit seinen besten Nummern im Gloria-Theater auf.

"Ja, hallo erstmal! Ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten ..." – ein Satz genügt und jeder weiß, von wem die Rede ist. Nach über 30 Jahren auf der Bühne gibt es nun erstmals die geballte Ladung Rüdiger Hoffmann: Mit seinem "Best Of"-Programm ist der Paderborner am Donnerstag, 22. November, im Gloria-Theater Bad Säckingen zu Gast.

Der Sonntag: Herr Hoffmann, beim Zusammenstellen eines "Best Of"-Programms bleibt ein Rückblick auf die Karriere nicht aus. Mit was für Gefühlen blicken Sie zurück?

Ich bin nun seit 33 Jahren solo auf Tour. Einerseits erschreckend, wie lang das ist. Andererseits sind die Jahre wie im Flug vergangen. Ich fühle mich immer noch recht jung – als ob ich erst gestern damit angefangen hätte. Aber ich dachte: Nach 33 Jahren kann man mal ein Best Of machen, ohne dass die Leute gleich denken, dem fällt nichts mehr ein (lacht).

Der Sonntag: Gab es in der Zeit mal einen Durchhänger?

Die ersten Jahre waren sicherlich die härtesten. Das war schon eine Ochsentour. Teilweise habe ich vor fünf Leuten gespielt. Auftritte sind auch mal komplett ausgefallen, weil niemand gekommen ist. Aber ich habe das durchgezogen, weil ich immer im tiefsten Inneren wusste, dass mein Programm etwas für die breite Masse ist. Mit 28 Jahren kam dann der Erfolg: Mit der Fernsehshow "RTL Samstag Nacht" gab es zum ersten Mal ein Forum für mich. Davor gab es nur klassisches Kabarett – da habe ich nicht reingepasst.

Der Sonntag: Woher nahmen Sie bereits in jungen Jahren das Selbstvertrauen?

Das hatte ich einfach. Ich habe mir immer gesagt: Wenn ich nicht an mich glaube, wer soll denn sonst an mich glauben? Davon bin ich nie abgerückt, auch nicht, wenn Leute etwas anderes sagten. Als dann mein Durchbruch kam und ich plötzlich in riesigen Hallen spielte, war das schon eine Genugtuung.

Der Sonntag: Ihren Durchbruch hatten Sie in den 90er-Jahren. Seither hat sich die Comedy-Szene stark verändert. Hatten Sie mal Angst, dass die jungen Kollegen Ihnen den Rang ablaufen?

Nein, ich habe mir mein Publikum wirklich erarbeitet. Die Leute wissen, dass sie, wenn sie zu mir kommen, viel Spaß haben werden. Bei mir gibt es eine Garantie. Aber natürlich ist es ein freier Markt, und so viele Comedians wie heute, hat es noch nie gegeben. Der Kuchen wird heute anders aufgeteilt. Die Zuschauer müssen entscheiden, worüber sie lachen wollen.

Der Sonntag: Was unterscheidet den Rüdiger Hoffmann auf der Bühne von dem im Privatleben?

Klar, ist das Ganze auf der Bühne schon ein bisschen stilisiert, aber es ist nicht so weit weg von dem, wie ich wirklich bin. Wir Komödianten schreiben unsere Texte ja meist selber, erzählen letztendlich von uns – da kann das nicht so weit von einem selbst entfernt sein. Im Privaten kann ich natürlich schneller sprechen. Wobei ich aber auch auf der Bühne gar nicht immer so langsam spreche, wie alle denken. Ich habe einfach ein anderes Timing, das ist wichtig, damit die Geschichte entstehen kann. Da muss man dann auch mal Pausen lassen.

Der Sonntag: Das Besondere an Ihrem "Best Of" ist, dass das Programm von den Fans mitbestimmt wurde.

Richtig. Wir haben auf meiner Homepage über ein paar Monate hinweg ein Voting gehabt, bei dem die Fans aus rund 40 Nummern ihre Favoriten auswählen konnten. Daraus ist dann das Programm entstanden. Da sind Klassiker wie "Acht Kostbarkeiten" oder "Mein Mitbewohner", aber auch "Der Anwalt" oder "Die Dicke" dabei, die ich auch selber sehr gerne spiele. Deswegen macht mir das Programm so viel Spaß.

Der Sonntag: Es sind aber auch ernste Nummern wie "Die anonymen Ausländerfeinde" dabei, die obwohl sie vor 20 Jahren geschrieben wurden, aktuell sind.

Ja, da ist dann teils eine ziemlich bedrückende Stimmung im Publikum, weil es Rassismus beschreibt. Da bleibt einem fast das Lachen im Hals stecken. Ich schlüpfe für eine Geschichte auch gerne mal in die Rolle des Arschlochs. Den erhobenen Zeigefinger, wie es ihn im Kabarett häufig gibt, mag ich nicht so gerne. Das Gespräch führte Sarah Trinler
Rüdiger Hoffmann kommt mit seinem "Best Of"-Programm am Donnerstag, 22. November, um 20 Uhr ins Gloria-Theater nach Bad Säckingen. Tickets gibt es bei der Geschäftsstelle der Badischen Zeitung in Bad Säckingen, Telefon 07761/92190, oder direkt beim Gloria-Theater in Bad Säckingen, Telefon 07761/6490.