Delegation aus Nagai zu Gast in Bad Säckingen

Michael Gottstein

Von Michael Gottstein

Mo, 16. Juli 2012

Bad Säckingen

Delegation aus Nagai zu Gast in Bad Säckingen.

BAD SÄCKINGEN. Auf großes Interesse der Delegation aus Nagai stießen die Ausführungen von Stadtbaumeister Michael Rohrer zum Denkmalschutz. Die Gäste notierten eifrig mit und stellten zahlreiche Fragen. Auch das Bildungssystem und der Tourismus waren Themen bei der Vortrags- und Diskussionsreihe am Freitag im Schloss Schönau.

Bürgermeister Alexander Guhl und sein Amtskollege aus Nagai, Shigeharu Uchiya, begrüßten die Gäste, zu denen neben der 17-köpfigen Delegation auch Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bad Säckingen zählten. Shigeharu Uchiya überbrachte eine offizielle Einladung zu einem Besuch Nagais im nächsten Jahr. Michael Rohrer führte aus, dass die Altstadt von Bad Säckingen wegen ihrer Geschlossenheit und ihrer Lage eine "große Seltenheit in unserem Land" sei. Bürgermeister Guhl lobte die Altstadtsatzung, die Vorbildcharakter habe.

Demnach muss alles, was in der Altstadt gebaut, saniert oder verändert wird, der Stadt zur Genehmigung vorgelegt werden. Außerdem verfolge man das Ziel, die Autos aus der Innenstadt heraus in Parkhäuser umzuleiten. Auch bei der Diskussion hatte die Dolmetscherin Yoshiko Ono viel zu tun. Die Gäste wollten vor allem wissen, wer die Sanierung bezahle – der Bund, das Land, die Stadt oder die Privatleute. Grundsätzlich seien die Eigentümer von Baudenkmälern für die sachgerechte Sanierung zuständig, so Rohrer, doch könnten sie steuerliche Vorteile geltend machen und im Falle von Mehraufwendungen Zuschüsse des Landes erhalten.

Die Stadt selbst bezahle nichts, sei aber für die Infrastruktur, Pflasterung, Kanalisation oder Parkplätze zuständig. Dass man – ebenso wie in Japan – Probleme mit dem Kaufkraftabfluss aus der Innenstadt wegen der Märkte auf der grünen Wiese habe, räumte Rohrer ein, meinte aber, dass deren Sortiment abgestimmt und nicht innenstadtrelevant sein sollte.

Er stellte auch Grundzüge der Bauplanung vor und verwies auf geplante Freizeitanlagen (einen Campingplatz) und ein Neubaugebiet am Rhein sowie in Rippolingen, das durch eine zentrale Fernwärmeanlage beheizt werde.

Wegen der regen Diskussion musste sich Michael Maier, Rektor der Hans-Thoma-Werkrealschule, etwas kürzer fassen, als er die Grundzüge des gegliederten Schulsystems und die diversen Aufbauschulen stellte. "Es gilt das Prinzip, dass es keinen Abschluss ohne Anschluss gibt." Eine Besucherin meinte, es sei schade, dass Deutschland die klassische Musik nicht genügend schätze – ganz im Gegensatz zu manchen asiatischen Ländern. "In Japan kennt jedes, wirklich jedes Kind Lieder wie das Heideröschen oder die Lorelei."

Tourismusdirektor Bernhard Mosandl referierte über den Fremdenverkehr in Bad Säckingen, aber der Vortrag über erneuerbare Energien musste auf den Nachmittag verschoben werden, als die Delegation das Flusskraftwerk Rheinfelden besuchte.