Die Spielleute entern ein Tonstudio

Jörn Kerckhoff

Von Jörn Kerckhoff

Fr, 27. März 2015

Bad Säckingen

Die mittelalterliche Gruppe Skadefryd aus Bad Säckingen nimmt ihre erste CD mit 14 Stücken auf / Verkauf ab Mai.

BAD SÄCKINGEN. Die mittelalterliche Gruppe Skadefryd aus Bad Säckingen gibt es bald auf CD zu hören. Eine Nachricht, die viele Fans der Spielleute aus Bad Säckingen freuen dürfte. Eigens für ihre Fans brechen die sieben Musiker mit ihrer Regel, ohne Technik auszukommen. Seit Februar steht Skadefryd nämlich im Tonstudio, vor Mai wird "Cantus Vagus – das Lied des Spielmanns" aber wohl nicht erscheinen.

"Wir sind bei Veranstaltungen so oft von Leuten angesprochen worden, ob wir eine CD von uns haben, und leider mussten wir immer nein sagen." Günter Butz, Initiator von Skadefryd, erzählt, wie überhaupt der Gedanke aufkam, in bleibendes Werk der Gruppe zu schaffen. Skadefryd entstand im Jahr 2013 als Projekt des Mittelalterstammtischs Hochrhein, seit 2014 ist die Gruppe jedoch eigenständig und Skadefryd ein eingetragener Markenname. Die sieben Musiker sind alle ausgesprochene Mittelalterfans, und dies können sie bei den Spielleuten auf vielfältige Weise ausleben. Nicht nur bei der Musik haben sie sich der Authentizität verschrieben. Dazu gehören auch die entsprechenden Kleider sowie Künstlernamen.

Günter Butz (Gesang und Percussion) nennt sich zum Beispiel "Gunnar der Trobador", Andrea Griesser (Gesang, Flöte, Percussion) ist "Nephilim das Goldkelchen", Thomas Reinacher (Gitarre, Cister, Dulcister, Gesang) ist "der Gevatter" oder "der Barde". Die drei sind die Gründungsmitglieder von Skadefryd. Bis Januar 2014 gesellten sich noch Frank Hausin (Davul, Djembe), Patrizia Pauciello (Gesang, Flöte), Anne Kalmbach (Flöten, Rauschpfeife), Meike Thaten (Geige) und Markus Schlienger (Bannerträger) dazu.

Bei zahlreichen Veranstaltungen trat Skadefryd seither auf, beim Straßenmusikerfestival in Emmendingen gewannen die Barden aus Bad Säckingen auf Anhieb den Publikumspreis. Bis nach Frankreich und Rheinland-Pfalz war Skadefryd – der Name bedeutet übrigens Schadenfreude und entstand aus einer Laune heraus – inzwischen unterwegs, und immer wieder sei die Frage nach der CD gekommen, erzählt Günter Butz. Sogar mittelalterliche Web-Radiosender hätten schon Interesse gezeigt, etwas von Skadefryd in ihr Programm aufzunehmen. So kam die Gruppe kaum daran vorbei, tatsächlich eine CD aufzunehmen, auch wenn das durchaus ein finanzielles Wagnis ist.

14 Lieder – Piratenlieder, vertonte Zaubersprüche, Traditionals – werden auf der CD zu hören sein. Sie singen französisch, bretonisch, finnisch, deutsch und englisch. Sie proben sehr intensiv, mindestens drei Stunden pro Woche, dabei würden auch die Texte intensiv nach Gehör geübt.

Die Arbeit in den Audiobox-Studios in Lauchringen ist für die Gruppe eigentlich schon ein Stilbruch, denn sie arbeiten eigentlich komplett ohne Technik. So seien sie auch ungeeignet für die großen Festivalbühnen, erklärt Butz. Da gehe es nicht ohne Technik, und als echte Mittelalterband will Skadefryd authentisch bleiben. Ihre Lieder – das Repertoire umfasst aktuell 33 Stücke – stammen aus dem 7. bis 15. Jahrhundert und sind Originallieder des Mittelalters. Mit dem Herrn der Ringe oder ähnlichen Fantasiewelten haben sie nichts zu tun. Dass das Mittelalter offenbar viele Fans hat, zeigen die Besucherzahlen bei entsprechenden Veranstaltungen – Skadefryd hat sogar schon einen eigenen Fanclub mit 23 Mitgliedern. "300 bis 400 CDs hätten wir im vergangenen Jahr sicher verkaufen können", so Butz. 1000 Stück von "Cantus Vagus" werden nun gepresst, Nachproduktionen seien möglich, wenn sie ausverkauft ist. Aber zunächst sind sie alle gespannt, ob sich ihr Werk tatsächlich so verkauft, wie es die Anfragen vermuten lassen.

Skadefryd: Mehr über die Gruppe und darüber, wo man an die CD kommt, ist online auf http://www.skadefryd.de zu erfahren. Die nächsten Auftritte von Skadefryd in der Nähe sind am 24. April im Kater Hiddigeigei in Bad Säckingen und am 4. Juli zur 750-Jahr-Feier in Öflingen
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