Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

13. September 2017

Mehr Raum für warme Mahlzeiten

Ganztagspavillon mit Essensausgabe soll den Raumproblemen an der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule Bad Säckingen entgegenwirken.

  1. Spatenstich unter den Blicken der Schüler der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule (von links): Stadtbaumeister Michael Rohrer, Bürgermeister Alexander Guhl, Joachim Wolter vom Stadtbauamt, Elternbeiratsvorsitzende Martina Robert und Schulleiter Michael Maier Foto: David Rutschmann

BAD SÄCKINGEN. "Diesen Tag haben wir lange herbeigesehnt", verkündet Michael Maier. Der Leiter der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule in Bad Säckingen ist beim Spatenstich für den Ganztagspavillon sichtlich erleichtert, dass das Projekt offiziell in die bauliche Phase starten kann. Durch das neue Gebäude soll nämlich nicht nur die Ausgabe des Mittagessens vereinfacht werden, sondern vielmehr auch mehr Platz für immer mehr Schüler geschaffen werden.

Deswegen betont Maier auch im Besonderen, dass sich die Verantwortlichen bewusst für den Namen "Ganztagspavillon" entschieden haben: "Es ist eben nicht nur eine Mensa, in der mittags gegessen wird, sondern das Gebäude soll auch – ganztags – für Gruppen- oder Projektarbeiten genutzt werden. Da die Nebengebäude als Pavillons bezeichnet werden, haben wir das neue Gebäude eben Ganztagspavillon genannt."

Rund 350 Schüler besuchen seit dem Schulbeginn am Montag die Gemeinschaftsschule, in jedem Jahr werden es mehr. Im vergangenen Jahr mussten Unterrichtscontainer angeschafft werden, in diesem Schuljahr muss aufgrund von Lehrermangel Pflichtunterricht ausfallen. Mit den Schülerzahlen wachsen auch die Mägen, die in der Mittagspause der ganztags betriebenen Einrichtung gestillt werden sollen. Schulleiter Maier spricht von täglich 220 bis 240 fest angemeldeten warmen Mittagessen pro Tag. Bisher muss dafür noch ein ehemaliges Klassenzimmer herhalten. Maier führt durch den Raum. "Wenn wir um 12 mit der Essensausgabe anfangen, kommen um 14 Uhr immer noch Kinder und haben Hunger. Das sind keine Luxusprobleme – das ist dringend notwendig", schildert der Schulleiter die Situation. Knapp 30 Stühle bieten in dem Raum Platz.

Werbung


Mit der Errichtung des Ganztagspavillons soll das besser werden. Das Gebäude ist zweistöckig konzeptioniert. Im Erdgeschoss soll auf 104 Quadratmetern für 57 Plätze, im Obergeschoss auf 85 Quadratmetern für 30 Plätze Raum sein. Maier: "Die Essensausgabe kann dann in zwei Durchgängen – statt wie bisher in vier – vonstattengehen." Ein weiterer Vorteil gestaltet sich dadurch, dass die Zubereitung im Erdgeschoss stattfinden kann. Bisher mussten die Essensbehälter erst mühsam in die Mensa im ersten Stock der Gemeinschaftsschule getragen werden.

Auch Bürgermeister Alexander Guhl ist überzeugt von der Gewichtigkeit des Projekts: "Essensausgabe muss so stattfinden können, damit es eine Entspannung bildet und die Konzentration aufrecht gehalten werden kann." Der Ganztagspavillon war im Haushalt der Stadt für 2016 mit 850 000 Euro bedacht. Das Land erteilte kürzlich einen Zuschuss in Höhe von 282 000 Euro, auf diesen hatte die Gemeinschaftsschule lange gewartet – ursprünglich, beim Vortrag im Gemeinderat im November 2015, war eine Inbetriebnahme des Gebäudes noch in diesem Jahr angedacht gewesen. Die Ausschreibung kommt nun in Gange. Joachim Wolter vom Stadtbauamt rechnet mit einem Baubeginn Ende Oktober. Bis Sommer 2018 soll das Gebäude stehen.

"Hoffentlich werden die Bauarbeiten bald abgeschlossen sein, damit wir danach die Umstrukturierung im Haus beginnen können", sagte Michael Maier beim Spatenstich, auch im Hinblick auf die Baustelle hinter der Hand-Thoma-Gemeinschaftsschule, die neue Sporthalle. Denn durch di räumlichen Expansionen könnte sich die Schule auch die entlasteten Räume wieder zu Nutzen machen. In der Mensa soll Platz für Bildende Kunst geschaffen werden – das Profilfach konnte bisher nirgends untergebracht werden.

Autor: David Rutschmann