Grand Salon

Publikumspreis geht an Malerin Seona Sommer

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 05. Februar 2019 um 12:08 Uhr

Bad Säckingen

Seona Sommer heißt die Gewinnerin des Publikumspreises im Grand Salon 2019. Ihr fotorealistisches Frauenporträt "Tanja" erhielt mit weitem Abstand die meisten Besucherstimmen.

Seona Sommer heißt die Gewinnerin des Publikumspreises im Grand Salon 2019. Ihr fotorealistisches Frauenporträt "Tanja" erhielt mit weitem Abstand die meisten Besucherstimmen in der internationalen Ausstellung in der Bad Säckinger Villa Berberich. Die Malerin aus Köln erhält für ihr Ölbild den mit 500 Euro dotierten ersten Preis.

Auf dem zweiten Platz folgt der in Marburg lebende italienische Maler Flavio Apel, der für sein geheimnisvolles Bild "Helene" in Bleistift auf Papier den mit 300 Euro dotierten zweiten Preis erhält. Der dritte Preis in Höhe von 200 Euro geht an den Maler Joachim Lehrer aus Tübingen für sein surrealistisches Bild "Spaziergang in die Kindheit".

Kuratorin Elena Romanzin, Organisator Frank von Düsterlho und Kulturreferentin Christine Stanzel haben am Montag in der Villa Berberich die knapp 1000 abgegebenen Stimmzettel der Besucher ausgezählt und die drei Preisträger ermittelt. Das Siegerbild "Tanja" in Öl auf Leinwand ist ein Blickfang im Raum "Porträtmalerei". Es zeigt eine junge Frau mit aschblondem, hochgestecktem Haar im Halbprofil, den Blick in die Ferne gerichtet, träumerisch, gedankenvoll, auch leicht melancholisch. Bestechend brillant in der fotorealistischen Genauigkeit und Präzision, hat Seona Sommer dieses Bildnis der jungen Frau nach einer Fotografie gemalt. Den Ausdruck des mädchenhaften Gesichts, den in die Weite gerichteten Blick, die Lichtreflexionen in den Pupillen, den zarten Schimmer der Haut, die feinen Haarsträhnen, all das hat die Malerin beeindruckend lebensnah ins Bild gebracht. Für die Künstlerin sei dieses Porträt "die Krönung ihrer Arbeit", wie Kuratorin Elena Romanzin sagt.

Diese Brillanz und Perfektion in der Ausführung zeichnet auch das Frauenbild "Helene" des zweiten Preisträgers Flavio Apel aus, das im Genre-Raum "Geschichten" zu bewundern ist. Der in Rom geborene, klassisch ausgebildete Künstler hat sich seit einigen Jahren auf die spezielle Technik in Bleistift auf Papier spezialisiert, die er in atemberaubend akribischer Feinheit beherrscht. In seinem Bild sieht man vor schwarzem Grund eine junge Frau mit langem dunklem Haar in einem weißen Spitzenkleid, die in der linken Hand eine Haarbürste, in der rechten eine verbogene Gabel hält. Mysteriös und symbolkräftig wirkt diese Frauengestalt, die aus dem Zyklus "Circe" stammt und von der mythologischen Geschichte um die Circe inspiriert ist. Der italienische Maler nimmt zum ersten Mal am Grand Salon teil.

Im Raum "Surrealismus" hängt das Bild des dritten Preisträgers, Joachim Lehrer, das in einer besonders aufwändigen Technik in Harz-Öllasur auf Holz gemalt ist. "Spaziergang in die Kindheit" nennt der Maler diese imaginäre Landschaft am Wasser unter einem grauwolkigen Himmel. Inmitten eines verdorrten Felds entdeckt man lauter versteckte kleine Details, Bildelemente, die auf Reminiszenzen aus der Kindheit hinweisen: ein Kinderwagen, ein Fußball, einen Briefkasten, eine Veranda mit Stühlen und Tisch, ein hölzernes Häuschen, eine Mülltonne. Etwas Melancholisches und Poetisches geht von dieser menschenleeren Landschaft mit ihren verborgenen Spuren aus.

Die Publikumspreise werden von der Stadt Bad Säckingen gestiftet und von Bürgermeister Alexander Guhl überreicht. Bei diesem letzten Grand Salon in der bisherigen Form werden erstmals nur die drei Hauptpreise vergeben. Auf die einzelnen Kategoriepreise wurde dieses Mal verzichtet. Laut Organisator Frank von Düsterlho haben bisher rund 1200 Besucher den Grand Salon gesehen. Die meisten haben beim Votum für den Publikumspreis mitgemacht und ihr favorisiertes Werk ausgewählt. Auffallend bei der Publikumswahl sei, so die Beobachtung der Ausstellungsmacher, die Tendenz zu "klassischen Genres" und fotorealistischen Darstellungen. Erfreut sind die Organisatoren, dass auch viele Familien mit Kindern den Grand Salon besuchen und sich eine Schulklasse, ein Kindergarten, der Kultur-Seniorenkreis und eine Gruppe aus dem Haus der Diakonie durch die Ausstellung führen ließen.

Der Grand Salon dauert bis 17. Februar. Am 9. Februar, 15 Uhr, gibt es eine Kuratorenführung mit Vorstellung der Preisträger, am 17. Februar, 15 Uhr, ist Preisverleihung.