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12. November 2010
Stets voll belegte Klinik
Psychiatrische Tagesklinik Bad Säckingen wird zehn Jahre alt / Umzug nach Waldshut ist vom Tisch.
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Zehn Jahre Psychiatrische Tagesklinik im Schöpfebachtal feiern Geschäftsführer Walter Rackelmann und die Mitarbeiter Monika Albicker, Ursula Raab, Milena Hertenstein, Doris Firnkes, Ulrike Koenemund und Alexander Schlachter (von links). Foto: michael gottstein
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Die Psychiatrische Tagesklinik ist seit ihrer Gründung vor zehn Jahren im Hochrheinzentrum im Schöpfebachtal untergebracht. Morgen stellt sich die Einrichtung der Bevölkerung vor. Foto: archivfoto: axel kremp
BAD SÄCKINGEN. In den zehn Jahren ihres Bestehens hat sich die Psychiatrische Tagesklinik in Bad Säckingen zu einem anerkannten Bestandteil einer flächendeckenden psychiatrischen Versorgungsstruktur am Hochrhein entwickelt. Die Klinik im Schöpfebachtal hat 20 Plätze und betreut im Jahr 120 Patienten, die keiner stationären Unterbringung bedürfen, aber im Rahmen einer ambulanten Therapie nicht ausreichend versorgt wären. Beim Tag der offenen Tür am morgigen Samstag kann sich die Öffentlichkeit zwischen 14 und 17 Uhr einen Eindruck verschaffen.
Der Grund dafür, dass die vom Hochrheinzentrum getragene und vom Zentrum für Psychiatrie Reichenau betriebene Tagesklinik im Jahre 2000 eröffnet wurde, liegt darin, dass man eine wohnortnahe Versorgung für psychisch erkrankte Menschen sicherstellen wollte. Die Tagesklinik hat den Versorgungsauftrag für den Landkreis Waldshut, aber ein Fünftel der Patienten kommt aus Rheinfelden und Schwörstadt. Aus Bad Säckingen, Wehr und dem Hotzenwald kommen rund 40 Prozent und aus einem Gebiet von Murg über Waldshut bis in den Klettgau hinein weitere 40 Prozent der Patienten. Von Anfang an waren alle Plätze belegt, und im Moment beträgt die Wartezeit vier bis acht Wochen. "Der Bedarf ist da, wir hatten nie Schwierigkeiten mit der Belegung", erklärten der geschäftsführende Gesellschafter Walter Rackelmann und die Psychologin Ulrike Koenemund im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Die Tagesklinik sei "zwingend notwendig."Werbung
Diese Feststellung ist wichtig, weil in Waldshut der Grundstein für eine neue Klinik gelegt wurde, die als Außenstelle des Zentrums für Psychiatrie Reichenau eine vollstationäre Behandlung mit 40 Betten bieten und Ende 2011 oder Anfang 2012 ihren Betrieb aufnehmen soll. Hans-Jürgen Seelos, der Geschäftsführer der Zentren Reichenau, Emmendingen und Calw, hatte im Juni 2007 Überlegungen angestellt, wonach die Bad Säckinger Tagesklinik Richtung Waldshut umziehen könnte. "Diese Überlegungen sind vom Tisch, das haben wir einvernehmlich mit Professor Seelos besprochen", versicherte Walter Rackelmann. Die Diskussion sei nicht aus medizinischen oder wirtschaftlichen Gründen erfolgt (schließlich habe sich die Einrichtung in Bad Säckingen stets rentiert), sondern aus praktischen Erwägungen im Zusammenhang mit dem Klinikneubau. "Da stellte sich eben die Frage, ob man im neuen Haus auch eine Tagesklinik unterbringen könnte", so Walter Rackelmann. Die Waldshuter Klinik biete für Bad Säckingen sogar Vorteile, weil Patienten, die eine stationäre Behandlung benötigten, nicht erst auf die rund 120 Kilometer entfernte Reichenau gebracht werden müssten. Der Vorzug des Standortes Bad Säckingen liegt darin, dass er die Lücke zwischen Lörrach und Waldshut schließt. In Lörrach gibt es eine vom Psychiatriezentrum Emmendingen getragene Tagesklinik und in Schopfheim die Möglichkeit einer stationären Versorgung. Berücksichtigt man ferner die Tagesklinik Singen und die Hans-Carossa-Klinik Stühlingen, steht am Hochrhein ein flächendeckendes Versorgungsnetzwerk zur Verfügung.
Die Tagesklinik im Schöpfebachtal bietet von montags bis freitags eine multidisziplinäre Behandlung für Menschen mit Depressionen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Angst- und Zwangserkrankungen. Die Patienten werden tagsüber betreut und kehren abends in ihre gewohnte Umgebung zurück. Die Einrichtung arbeitet eng mit niedergelassenen Ärzten und Therapeuten, Kliniken und psychosozialen Diensten zusammen. Die Behandlung dauert in der Regel acht Wochen. Aufgenommen werden Patienten aller Kassen.
Autor: Michael Gottstein


