Besucher sind begeistert

Dorothee Philipp

Von Dorothee Philipp

Do, 04. Mai 2017

Badenweiler

Gäste zollen den Badenweiler Musiktagen und ihrem Leiter Klaus Lauer große Anerkennung.

BADENWEILER (dop). Sie kommen von weit her oder aber ganz aus der Nähe: Der Geist der Badenweiler Musiktage, der auch noch den Atem der legendären Römerbad-Musiktage in sich trägt, berührt die Menschen immer wieder aufs Neue. Das zeigt auch die kleine Umfrage der BZ im Publikum der jüngsten Auflage, der zweitletzten unter der künstlerischen Leitung von Klaus Lauer, bevor Lotte Thaler übernimmt.

"Wir kommen nur wegen der Konzerte hierher nach Badenweiler", sagte etwa das Ehepaar Otto aus Hamburg. "Diese Reihe ist etwas ganz Besonderes. Sie zeichnet sich aus durch einfallsreiche, interessante Programme und erstklassige Interpreten, kein Mainstream eben. Auch lernt man immer wieder neue, junge Künstler kennen. Man spürt die Liebe und den Enthusiasmus von Klaus Lauer. Wir sind ihm deswegen sogar nach New York nachgereist, als er dort eine Kammermusik-Reihe kuratierte."

Und Marianne Diehm, Ruheständlerin aus München, berichtete: "Ich komme schon seit zig Jahren zu den Konzerten nach Badenweiler, ich war damals schon im Römerbad Stammgast. Ich schätze die hohe Qualität von Programm und Interpreten, und da haben wir in München durchaus Vergleichsmöglichkeiten. Dazu kommen die originellen Themen, die jeweils einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Konzerten schaffen, so dass man hier nicht nur eine beliebige Reihung geboten bekommt."

Britta Fuchs, Betriebswirtin (FH) aus Müllheim, zeigte sich nach Messiaens "Vingt regards sur l’enfant-Jésus" begeistert: "Der Abend war für mich beeindruckend und fesselnd. Vor allem das komplexe und überraschende Farbenspiel, das ausgebreitet wurde. Und natürlich die Virtuosität von Pierre-Laurent Aimard. Im ersten Konzert mit Schubert, Schostakowitsch und Mantovani fand ich es spannend, wie man von der klassischen Musik sachte an die Moderne herangeführt wurde."

Helmut Neubauer, Generalmajor a.D. aus Müllheim, hat Schumann am besten gefallen. "Sehr gut finde ich die Einführungsvorträge, die einem doch die Sinne öffnen für Details und Zusammenhänge. Und sie sind eine gute Vorbereitung für das Verständnis der modernen Werke. Rainer Peters, der langjährige Musikredakteur beim SWR, hat das sehr gut gemacht." "Das Programm der Musiktage war abwechslungsreich und anspruchsvoll wie immer", fand Detlef Stachel, Unternehmensberater aus Müllheim. "Ich finde, der Sciarrino hat Donaueschingen fast getoppt."

Hans und Jutta Ikenberg aus Frankfurt besuchen seit 40 Jahren die Konzerte in Badenweiler. "Im Römerbad haben wir die absoluten Nähe zu den Interpreten schätzen gelernt. Wo sitzt man schon einmal im vergleichsweise kleinen Rahmen so nahe bei Berühmtheiten wie Pierre Boulez? Als Klaus Lauer 2007 aufgehört hat, sind wir zu seiner "Alpenklassik" nach Bad Reichenhall gefahren. Jetzt sind wir froh, dass die Musiktage mit dem neuen Ort im Kurhaus zu einer Größe gefunden haben, die ihnen auch das wirtschaftliche Überleben sichert. Auch dass man nach den Konzerten die Musiker treffen kann, ist etwas Besonderes."

An den Musiktagen besonders schön sei, sagt Rüdiger Safranski, Philosoph und Schriftsteller aus Badenweiler, dass klassische und ganz moderne Musik so präsentiert würden, dass man auch die Klassik mit ganz anderen Ohren hört. "Da klingen diese alten Werke auf einmal verblüffend modern." Jean-Guihen Queyras, Cellist, sagte nach der Uraufführung von Mantovanis "C..." vor dem Publikum: "Ich bin dankbar, dass ich die Konzerte hier erleben durfte. Dir, lieber Klaus, vielen Dank für alles, was du hier für die Musik tust und dafür, wie du uns Musiker verstehst und inspirierst."