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27. Januar 2012
"Das ist ein herrlicher Ort"
BZ-INTERVIEW: Roland Hahn, der in Badenweiler viel bewegt hat, zieht es nach Leipzig.
BADENWEILER. Roland Hahn hat im Hotel Römerbad in Badenweiler vor acht Jahren den "Literarischen Salon" eröffnet. Nach 100 Veranstaltungen ist jetzt Schluss. Denn Hahn plant seinen Umzug nach Leipzig. Mit ihm sprach BZ-Mitarbeiterin Sigrid Umiger.
BZ: Sie haben immer vom liberalen Baden geschwärmt und von der geistig-spirituellen Freiheit, die Sie in Badenweiler verspüren. Gilt das nicht mehr?Roland Hahn: Aber sicher. Zu dieser Schwärmerei stehe ich nach wie vor. Gerade Badenweiler ist ein herrlicher Ort, für mich ein Refugium. Ich liebe den weitläufigen Kurpark, Spaziergänge nach Lipburg, das Kulturangebot im Kunstpalais und, nicht zu vergessen, das Fluidum des Ortes als historischer und literarischer Schauplatz von Kaiser Vespasian bis Bundeskanzler Brandt, von Romain Rolland über Thomas Mann bis Elias Canetti. Hier fühle ich mich sehr wohl.
BZ: Warum dann Leipzig?
Hahn: Das hat rein persönliche Gründe. Ich bin ein Nomade und sortiere mein Leben immer wieder neu. Nachdem ich 17 Jahre lang in der Region Freiburg gewohnt habe – länger als irgendwo sonst – zieht es mich in eine Großstadt im Osten. Leipzig kenne ich von mehreren Besuchen und freue mich darauf, weil es dort eine ungeheuer produktive Musik- und Schauspielszene gibt. Ich liebe neben der Literatur die Musik, vor allem Operetten und deutsche Chansons.
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Hahn: Ich finde schon. Immerhin waren im Salon insgesamt über 1500 Teilnehmer, und an den Weltgeschichtsführungen nahmen jeweils sechs bis 60 Interessierte teil. Dreiviertel der Leute waren Touristen, die anderen kamen aus einem Einzugsgebiet von Efringen-Kirchen bis Bad Krozingen. Das hat mir viel Spaß gemacht, vor allem in kleineren Gruppen, weil man da impulsiv und spontan sein kann. Ich erzähle gerne Geschichte als Geschichten. Außerdem trifft man gerade in Badenweiler viele interessante Leute, vorausgesetzt, man ist – wie ich – sehr kommunikativ.
BZ: Wird Ihnen das künftig nicht fehlen?
Hahn: Ich denke nicht. Irgend eine andere Art des literarischen Salons werde ich dort fortführen. Und nach dem Einleben in Leipzig will ich weiterhin Konzerte organisieren. Doch wohin mich mein Weg auch noch führen wird, ich werde überall vom herrlichen Badenweiler erzählen, weil ich finde, dass das Heilbad ein großes Potenzial hat, das noch darauf wartet, weiter ausgeschöpft zu werden.
ZUR PERSON: DR. ROLAND HAHN
Der frühere Journalist, Landtagsabgeordnete sowie leitende Ministerial- und Kommunalbeamte stammt aus Rottenburg und lebt seit acht Jahren in Badenweiler. 2003 hat er im Hotel Römerbad den "Literarischen Salon" eröffnet und von 2010 an Führungen zum Thema "Weltgeschichte in Badenweiler" sowie die Veranstaltungsreihe "Menschen im Grandhotel" angeboten.
Autor: umi
Autor: umi
