Um den Nachwuchs ist es bestens bestellt

Volker Münch

Von Volker Münch

Fr, 10. November 2017

Badenweiler

Vom "Gebäudebrand" bis zur "Tierrettung": 24 Stunden lang übte die Jugendfeuerwehr Badenweiler für den Erstfall.

BADENWEILER. Bereitschaft schieben wie bei einer Berufsfeuerwehr – das war für die 13 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Badenweiler ein großes Erlebnis. Mit sechs Einsätzen, angefangen vom brennenden Müllheimer bis hin zum "Gebäudebrand", hatten die Nachwuchskräfte beim 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag alle Hände voll zu tun.

Für die Kinder war es ein großes Erlebnis, einmal Feuerwehrdienst wie die Großen zu schieben. Damit dieses Abenteuer überhaupt realisiert werden konnte, scharte Jugendleiter Heiko Richert mehrere aktive Feuerwehrleute um sich, die die "Einsätze" vorbereiteten und die Jugendlichen betreuten. Schließlich ging es beim 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag um eine realitätsnahe Aktion. Neben Einsätzen, Abenteuer und Spaß stand vor allen Dingen das Schärfen der Sinne für die künftige Feuerwehrarbeit im Mittelpunkt.

Schichtbeginn war mit dem Beziehen der Räume im Gerätehaus in Oberweiler. Dann wurde der erste Küchendienst eingeteilt, später machten sich die Nachwuchskräfte nochmals mit der Beladung des Löschfahrzeuges vertraut. Schließlich müssen im Ernstfall alle Handgriffe sitzen. Dann folgte der erste Einsatz bei der Dorfscheune in Lipburg; dort wurde ein brennender Mülleimer gemeldet. Dass die angehenden Feuerwehrleute bereits jetzt wissen, was sie tun, zeigte der Einsatzverlauf: Schnell wurde eine Wasserversorgung aufgebaut, eine Riegelstellung zum nahestehenden Gebäude eingerichtet und gleichzeitig der Brand bekämpft. Nach kurzer Zeit konnten die jungen Einsatzkräfte "Feuer aus" melden. Kaum ins Gerätehaus eingerückt, ging es bereits weiter. Der nächste Alarm: Personensuche am Köhlerweg in Schweighof, und das bereits bei Nacht. Auch hier überzeugten die neun Jungen und vier Mädchen mit ihrem Können und ihrem Engagement. Sie versorgten die "verletzte Person", brachten sie in die stabile Seitenlage und übergaben sie dem Rettungspersonal. Nach der Rückkehr ins Gerätehaus wurde das Fahrzeug wieder einsatzbereit gemacht und der Einsatz besprochen, dann war Bettruhe angesagt. Lange hielt die Nachtruhe nicht an: Ein Brandmeldealarm in der Cassiopeia-Therme – natürlich fiktiv – erforderte das Engagement der Jugendfeuerwehr. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein Melder in der Tiefgarage ausgelöst hatte – dieses Mal ohne ersichtlichen Grund. Dass so etwas geschehen kann, war den Jungen und Mädchen allerdings neu. Gerade wieder eingeschlafen, ging der nächste Alarm ein: So wurde die Einsatzgruppe um vier Uhr morgens zu einer Tierrettung gerufen. Die Einsatzstelle wurde ausgeleuchtet und fachgerecht mit der Steckleiter angeleiert, das Tier (eine Stoffkatze) gerettet. Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück die Beseitigung einer Ölspur auf dem Programm und als Höhepunkt des 24-Stunden-Einsatzdienstes wurde bei einer Klinik ein "Gebäudebrand" initiiert. Dort waren Paletten zu einem Haus zusammengefügt und in Brand gesteckt worden. Von einem entfernt gelegenen Hydranten musste nun Wasser über eine Pumpe gefördert werden, bevor der eigentliche Löschangriff unter den Augen zahlreicher Schaulustiger beginnen konnte. Aber auch diese Aufgabe absolvierte die Jugendfeuerwehr vorbildlich und beeindruckte auch die erwachsenen Kameraden von der Feuerwehr.

Erstes Fazit der Führungskräfte: Um den Nachwuchs für die Feuerwehr Badenweiler ist es bestens bestellt.