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21. Juni 2016

Lebensort inmitten der Gemeinde

Die Wohnanlage Riedlen feierte das zehnjährige Bestehen / Vielfältiges Angebot und gute Integration im Ort .

  1. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Wohnanlage Riedlen in Bahlingen gab es vom Architekten und Eigentümer Wolfgang Frey (links) Präsente für die Leiter der Einrichtungen. Foto: Christiane Franz

BAHLINGEN. Zehn Jahre Wohnanlage Riedlen, das wurde am Sonntag in Bahlingen mit Festreden und Rahmenprogramm gebührend gefeiert. Anlässlich des Jubiläums blickten Bürgermeister Harald Lotis und Architekt Wolfgang Frey auf die Geschichte zurück. Vertreter der Politik und der Trägerverbände beglückwünschten beim Festakt die gelungene Einrichtung.

Die Geschichte der Wohnanlage sei viel länger und reiche auf eine Idee seines Vorgängers Gerhard Breisacher in die 90er-Jahre zurück, erinnerte Bürgermeister Harald Lotis an die ersten Planungen. "Damals war eine Wohnanlage in dieser Größenordnung nicht üblich, aber wir wollten eine kleine Einrichtung", so Lotis. 2005 kam es zur Grundsteinlegung, 2006 wurde die Wohnanlage eingeweiht. Der Bürgermeister konnte zum Jubiläum viele Ehrengäste begrüßen, darunter Peter Weiß und Johannes Fechner (beide MdB) sowie Sabine Wölfle (MdL).

Auch der Architekt und Eigentümer Wolfgang Frey blickte zurück. Nach der Initiative von Gerhard Breisacher sei das Projekt ins Stocken geraten. Erst Harald Lotis habe sich mit frischem Mut daran gemacht, und innerhalb eines halben Jahres sei die Entscheidung für die Wohnanlage in ihrer heutigen Form gefallen. "Wir wollten nicht nur ein Pflegeheim, sondern einen Lebensort inmitten der Gemeinde", betonte Frey.

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Als Landesvorsitzende des Arbeiter Samariter Bunds (ASB) überbrachte Sabine Wölfle Glückwünsche und stellte den Leistungsumfang des ASB auf Landesebene vor. "Die kleineren Einrichtungen sind die Zukunft, weil die Angehörigen mit einbezogen werden können", sagte Wölfle auch im Hinblick auf die künftigen Anforderungen der Landesheimbauverordnung, wonach es ab 2019 keine Unterbringung im Doppelzimmer mehr geben darf und die Betreuung in kleineren Wohngruppen erfolgen soll. Wölfles Fazit: "Wir sind stolz auf den Ruf, den die Einrichtung genießt."

Mit offenen Armen sei das Haus Johannes aufgenommen worden und habe einen festen Platz in der Mitte der Gemeinde, sagte Rainer Gantert, Stellvertreter des Vorstands vom Caritas-Verband Freiburg-Stadt. Er dankte den Partnereinrichtungen ASB-Pflegeheim, Seniorengerechtes Wohnen und der Tagesstätte im Kaiserstuhl für die gute Zusammenarbeit, die den "uns anvertrauten Menschen zugute" komme. "Sie haben Unglaubliches geleistet und ich danke Ihnen von Herzen", wandte sich Gantert an den Förderverein Haus Johannes mit Vorstand Klaus Broßys und Vize Konrad Wiedmann. Bahlingen sei ein Beispiel dafür, dass Inklusion gelinge, wenn eine aktive Gemeinde über gute wirtschaftliche Verhältnisse und bürgerschaftliches Engagement verfüge.

Ulrike Kleinknecht-Strähle, Sozialdezernentin des Landkreises, überbrachte die Grüße von Landrat Hanno Hurth. Sie betonte die Wichtigkeit der Betreuung in der Mitte der Gesellschaft und nicht an deren Rand. Der demographische Wandel beschere im Landkreis zukünftig 43 Prozent mehr Einwohner über 65 Jahre, während die Zahl der unter Zwanzigjährigen um 20 Prozent sinke. "Wie wir mit diesen Menschen umgehen, darin zeigt sich der Wert der Gesellschaft. In Bahlingen ist dies in vorbildlicher Weise umgesetzt", sagte Kleinknecht-Strähle.

Die Leiter der jeweiligen Einrichtungen stellten kurz ihre Arbeit vor. Silvia Finkbeiner vom ASB-Pflegeheim nannte beispielsweise den tiertherapeutischem "Streichelzoo" als Teil des erfolgreichen Konzeptes. André Beckmann erinnerte daran, wie die Bewohner in das Haus Johannes einzogen und nun in den Wohngruppen zu starker Gemeinschaft zusammengewachsen seien. "Die Menschen zurück ins Leben führen und sie sinnvoll zu beschäftigen", sei ihre Motivation und sie sei glücklich, Menschen Freude zu schenken, sagte die Inhaberin der "Tagesstätte im Kaiserstuhl", Susanne Lang.

Der ökumenische Festgottesdienst von Pfarrer Thomas Herrmann und Gemeindereferent Martin Hipp unter Mitwirkung des Kirchenchores erfreute sich großen Zuspruchs auch aus der Gemeinde.

Am Nachmittag herrschte in der Gartenanlage rund um die Einrichtung reger Betrieb. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm. Die Kinder aus dem Kindergarten "Webergässle" waren zu Besuch, die Trommelgruppe aus dem Haus Johannes gab eine Kostprobe ihres Könnens und führten außerdem ein Theaterstück vor. Für Spaß und Stimmung sorgten auch die Silberberghexen, die zusammen mit Bewohnerinnen des Seniorenheims "magische Fitness" zeigten. Mit alten Weisen auf der Drehorgel klang der bunte Nachmittag aus. Die Mitarbeiter der Einrichtungen, die Landfrauen und die Konfirmandengruppe sorgten für die Bewirtung der vielen Besucher.

Autor: Christiane Franz