Infoveranstaltung

Bahnsteige der Höllentalbahn werden künftig alle barrierefrei sein

Markus Donner

Von Markus Donner

Do, 08. Februar 2018 um 15:16 Uhr

Kirchzarten

Am 1. März beginnt der Streckenausbau der Höllentalbahn. In Kirchzarten informierte die Bahn über Beeinträchtigung und Ersatzverkehr während der Bauarbeiten.

Die Bahn möchte der Region zu mehr Mobilität verhelfen – und greift dazu erheblich in den Bahnverkehr ein: Die Höllentalbahn wird ertüchtigt und für acht Monate vollständig gesperrt. Die Bauarbeiten beginnen bereits am 1. März, und bis zum 31. Oktober geht im Abschnitt West zwischen Freiburg und Titisee nichts mehr. Um den Öffentlichen Nahverkehr nicht vollständig zum Erliegen zu bringen, wird die Bahn während der Bauphase einen Schienenersatzverkehr einrichten. Der Bahnausbau wird auch Auswirkungen auf Kirchzarten haben.

Vollsperrung der Bahnstrecke verkürzt die Bauzeit

Nach vielen negativen Erfahrungen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit beim Projekt Stuttgart 21 und der Unterbrechung der Rheintalstrecke bei Raststatt möchte es die Bahn beim bevorstehenden Ausbau der Höllentalbahn besser machen. Die Fahrgäste sollen nicht im Regen stehen gelassen werden, um es bildlich auszudrücken, sondern jederzeit Informationen zum Projekt selbst und zum Schienenersatzverkehr erhalten. Dazu wird die Bahn – erstmalig im Bundesgebiet – eine App freischalten.

Um die Bürger noch rechtzeitig vor dem Baubeginn ins Bild zu setzten, hat die DB Netz AG am Dienstag vor rund 170 Besuchern im Bürgersaal in der Verwaltungsscheune des Rathauses Talvogtei in Kirchzarten ihre Planung offengelegt, den Schienenersatzverkehr erläutert und eine Menge Fragen zum Projekt "Breisgau-S-Bahn 2020" beantwortet. "Infrastrukturprojekte wie die Breisgau-S-Bahn 2020 müssen nicht nur funktionale, technische, wirtschaftliche und rechtliche Kriterien erfüllen, sie müssen auch von den Bürgern mitgetragen werden", erklärte die Bahn. Es gehe darum, "in der Bevölkerung ein grundlegendes Verständnis für das Projekt zu schaffen".

Alle Bahnsteige werden künftig barrierefrei erreichbar sein

Kirchzarten und der Bahnhof Himmelreich liegen im westlichen Bauabschnitt, der auf 36 Streckenkilometern den Bereich zwischen Freiburg Hauptbahnhof bis hinter den Bahnhof Titisee umfasst. Um die Bauzeit zu verkürzen, hat sich die Bahn zu einer Vollsperrung der Höllentalbahn entschlossen. Ziel des Gesamtprojektes ist es, den Fahrgästen künftig eine Fahrt von Breisach bis nach Donaueschingen und weiter bis Villingen zu ermöglichen – ohne Umsteigen zu müssen.

Alle Bahnsteige werden künftig barrierefrei erreichbar sein, verspricht die Bahn. Dazu sollen Rampen oder Aufzüge gebaut werden, die Bahnsteighöhe wird vereinheitlicht, damit die Reisenden ohne Stufen in die Züge ein- und aussteigen können. An den Bahnhöfen werden die Bahnsteige auf 210 Meter verlängert. Blindenleitstreifen, neue Beleuchtung, Unterstellmöglichkeiten zum Wetterschutz und Informationstafeln sind obligatorisch. Dies gilt auch für den Bahnhof in Kirchzarten. Da die Verstärkerzüge aus Freiburg gleichzeitig mit den Regelzügen aus Richtung Himmelreich einfahren werden, müssen beide Bahnsteige nach Osten verschoben werden. Der bestehende Fahrgastübergang zu Bahnsteig 2 wird beseitigt und durch eine neue Unterführung mit Treppen und Aufzügen östlich des Bahnhofgebäudes ersetzt.



Warum diese Unterführung nicht zur Gerwigstraße durchgebunden wird, um auf direktem Weg zu den dortigen Gewerbebetrieben und Einkaufsmärkten zu kommen, wollte ein Bürger von der Bahn wissen. Dafür wäre dann die Gemeinde zuständig, war von Projektleiterin Peggy Bretfeld zu erfahren. Ein solcher "Verkehrsweg" unterläge den Bestimmungen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes, wonach sich die Gemeinde zur Hälfte an den Kosten zu beteiligen hätte. Bekanntlich lehnte der Gemeinderat dies in seiner Kosten-Nutzen-Analyse ab, nachdem von der Bahn eine Beteiligung von rund einer Million Euro in den Raum gestellt worden war. Die Bauausführung werde indes so sein, dass jederzeit eine Verlängerung der Unterführung zum Gewerbegebiet "Keltenbuck" erfolgen könne.

Nachts und an Sonntagen wird wahrscheinlich nicht gearbeitet

Was den Ersatzverkehr mit Gelenkbussen anbetrifft, ist die Regelung nun so, dass der Bahnhof Himmelreich mit seinem gut frequentierten Park-and-ride-Parkplatz auf ausdrücklichen Wunsch der Gemeinde Kirchzarten und des Hofgutes nicht abgehängt wird. Dazu wird auf der Bundesstraße 31 an der Abzweigung eine Ampel aufgestellt, was sich schon bei vormaligen Streckensperrungen bewährt habe.

Laut der Bauleitung werde nachts und an Sonntagen nicht gearbeitet, samstags nur in begründeten Einzelfällen. Einschränkungen und Belastungen während der Bauphase möchte die Bahn rechtzeitig bekannt geben.

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