Basel will nachhaltig und zugleich intelligent wachsen

Michael Baas

Von Michael Baas

Do, 04. Januar 2018

Basel

Beim Neujahrsempfang der Basler Regierung im Volkshaus regt Regierungspräsidentin Ackermann ein Zukunftsprojekt an.

BASEL. Basel geht es gut dieser Tage. Die Stadt wächst und die Zahl der Arbeitsplätze steigt. Und das soll so bleiben. Denn nur auf Basis von Wachstum könne Basel weiter "einen großen Teil der Zentrumsfunktionen in Bildung und Kultur bezahlen" und das erstklassige Bildungs- und Kulturangebot erhalten, das es als "Kern einer innovativen Wissensregion" auszeichne, befand Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann beim Neujahrempfang der Basler Regierung. Dafür aber gelte es auch, den Stadt-Kanton als "nachhaltig und intelligent wachsende Stadt" zu positionieren. Dieses "Zukunftsprojekt" war ein Kern der amtlichen Neujahrsbotschaft am Dienstagsabend vor rund 500 Gästen im Basler Volkshaus.

Basel habe sich in den vergangenen Jahren "erfolgreich entwickelt", befand Ackermann. Dabei habe der Kanton fraglos von externen Faktoren wie der guten Wirtschaftsentwicklung profitiert. Andererseits trügen aber auch vom Kanton verfolgte eigene Programme – von der Wohnbaupolitik über die Verkehrs- und Mobilitätspolitik bis zum Umgang mit Energie – zu dieser Entwicklung bei und stabilisierten den Kanton in seiner Rolle als "starkes attraktives Zentrum." Defizite machte die Regierungspräsidentin da indes in Richtung der Schweizer Bundespolitik und deren Beiträgen zum Ausbau der regionalen Infrastruktur aus. Ein Stichwort ist da das Herzstück, dessen Bau die Schweizer Regierung bekanntlich hintanstellen will. "Hier haben wir Nachholbedarf und müssen allen Chancen ergreifen, um Bern gegenüber klar und verbindlich aufzutreten", konstatierte Ackermann.

Möglicherweise überschreite Basel bereits dieses Jahr wieder die Marke von 200 000 Einwohnern. Allerdings sei Größe nicht allein "der Schlüssel für die Zukunft, sondern Entwicklung und Innovation". Tatsächlich sei es das große "Thema des Jahrhunderts", die weitere Entwicklung in eine Richtung zu lenken, die allen eine Perspektive biete, ohne den Planeten zu ruinieren. "Dabei spielen Städte eine zentrale Rolle", ist Ackermann überzeugt – auch weil eine Verdichtung nach innen die Zersiedlung der Landschaft bremse. Moderne Technologien, intelligente Systeme und urbane Lebensformen seien "die besten Instrumente" für die Zukunft des Planeten und Basel habe da trotz begrenzter Flächenressourcen in den nächsten Jahren gute Chancen. Schließlich stünden viele Transformationsflächen zur Verfügung wie das Klybeckareal in Kleinbasel. "Die Raumknappheit ist eine Chance", zeigte sich Ackermann denn auch überzeugt. Um diese zu nutzen, brauche es aber auch eine engagierte und informierte Bürgergesellschaft, eine Politik, von der "möglichst alle profitieren", die alle sozialen Schichten berücksichtige, auch die Entwicklung des Gewerbes und eine Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen pflege.