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29. Juni 2011

Das Geld in der Erde vergraben

Die Osttangente der A2 in Basel könnte unterirdisch verlegt werden, doch es fehlt eine Milliarde.

  1. Ein Verkehrsknotenpunkt in Basel: die Schwarzwaldbrücke Foto: Juri Weiss

BASEL (sda). Die A2-Osttangente in Basel wird vielleicht doch unterirdisch ausgebaut: Als Alternative zum umstrittenen Ausbau der überlasteten Autobahn untersuchen nun Bund und Kanton Kosten und Folgen eines Tunnels unter dem Rhein. Dieser wäre laut dem Bundesamt für Straßen (Astra) technisch machbar.

Die in den 60er und 70er Jahren erstellte Osttangente ist Teil der Nord- Süd-Achse zwischen Deutschland und Italien und führt die A2 in Basel-Stadt zur Landesgrenze. Mit bis zu 150 000 Fahrzeugen pro Tag ist ihre Kapazität jedoch deutlich überschritten. Ihr Lärm beeinträchtigt die Lebensqualität in angrenzenden Quartieren stark.

Ein 2008 beim Bund eingereichtes Ausbauprojekt sieht zwischen dem Anschluss Gellertdreieck und dem Badischen Bahnhof mehrere, teils größere neue Bauwerke vor. Die Autobahn soll im Breite-Quartier zwecks Lärmschutz zudem eingehaust werden. Der oberirdische Autobahnausbau hat dennoch großen Widerstand ausgelöst.

Seit Herbst 2010 hatdas Astra auch unterirdische Ausbau-Varianten untersucht und die Ergebnisse am 22. Juni dem baselstädtischen Baudirektor präsentiert, wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Dienstag mitteilte. Varianten in Tieflage seien "wohl technisch machbar", zitiert das BVD das Astra.

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Beim oberirdischen Ausbau würden die zahlreichen Ein- und Ausfahrten beibehalten. Diese sind nötig wegen des Ziel- und Quellverkehrs in der Stadt – ein Astra-Sprecher bezifferte den Lokalverkehrs-Anteil auf rund 70 Prozent auf der Schwarzwaldbrücke. Konsequenz sind schwere und teure Eingriffe in den Stadtgrundriss.

Ein Tunnel samt Ein- und Ausfahrten bringt indes ebenfalls schwere städtebauliche Eingriffe. Um diese zu minimieren, müsste er laut dem Astra- Sprecher relativ flach unter dem Rhein geführt werden, was technisch heikler sei. Kostet der oberirdische Ausbau etwa eine Milliarde Franken, so koste einen Tunnellösung wohl etwa das doppelte. Für den oberirdischen Ausbau stehe das Geld beim Bund bereit, nicht so für einen Tunnel – dafür fehlt eine Milliarde. Technische und finanzielle Entscheidungsgrundlagen sollen bis Ende Jahr vorliegen; dann beginne die politische Diskussion. Kaum einfach dürfte dabei das Aushandeln der Kostenbeteiligung des Stadtkantons werden.

Im Übrigen verlangt der Gegenvorschlag zur Städte-Initiative, der im November 2010 von den Wählern an der Urne angenommen worden war, für den Fall eines Autobahn-Ausbaus entsprechende reduzierende Kompensation im Lokalstraßennetz. Dies zielt insbesondere auf die Osttangente.

Autor: sda