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13. April 2015

Dokumentartage Basel mit Theater, Performance, Tanz und Filmen

Die Öffentlichkeit als Konstrukt der Wahrnehmbarkeit

Basler Dokumentartage vom 15. bis 19. April mit Theater, Film, Performance und Künstlergesprächen.

  1. Foto: Krzysiek Krzysztofiak/ZVG Kaserne

Öffentlichkeit und Wirklichkeit sind Konstrukte, gleichsam Ausformungen der DNA einer Gesellschaft. Sie sind so etwas wie eine zweite Haut, andererseits unterliegen sie Regeln und Gesetzen und die gilt es sichtbar zu machen, um die Handlungsfähigkeit zu erhalten. Ein Mittel diese Sichtbarkeit, diese Transparenz, zu schaffen, sind die dokumentarischen Künste. Die Basler Dokumentartagen präsentieren von Mittwoch, 15. bis Sonntag, 19. April unter dem Titel "It’s the real thing" eine Auswahl international renommierter Künstler, aber auch Vertreter des Nachwuchsbereichs.

Im Programm mit Performances, Ausstellungen und Filmen, in experimentellen Exkursionen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen richten die Akteure die Blicke auf die Öffentlichkeit und Wirklichkeit, und zwar nicht als etwas unwiderlegbar Faktisches, sondern als einen Raum der Optionen. Wer auftritt und erzählt, macht seine Geschichte teilbar. Spielorte sind die Kaserne Basel, das Roxy in Birsfelden, das Museum für Wohnkultur (Haus zum Kirschgarten) und das Theater Basel.

Ein Warm-up gibt es am Mittwoch, 15. April, 19 Uhr, mit der Autorin Laura de Weck unter dem Titel "Dok Dich – Dokumentation des Selbst" in der Kaserne Basel (Rossstall). In ihren Texten reduziert de Weck Gesellschaftspolitik auf ihre einfachste Einheit: den zwischenmenschlichen Dialog. Um 20.30 Uhr ist in der Kaserne (Reithalle) das erste Stück des Festivals zu sehen, Marta Górnickas "Magnificat" (Bild). Ein Chor von 25 Frauen sucht auf der Bühne die Kraft der eigenen Stimme. Die Frauen sprechen und flüstern biografische Fragmente, zischeln Zitate aus Zeitungen und brüllen Texte von Jelinek und Euripides. Weitere Stücke gibt es im Theater Roxy in Birsfelden. Der unter dem Pseudonym "The Vacuum Cleaner" (Staubsauger) bekannte James Leadbitter führt dort sein Stück "Mental" auf; Karten dafür gibt’s noch für die Vorstellung am Samstag, 18. April um 20 Uhr. Am Sonntag, 19. April, 17 Uhr ist denn ein Künstlergespräch mit Leadbitter geplant.

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Eine sehr persönliche Arbeit zeigt Rabih Mroué mit "Riding on a Cloud" am Donnerstag, 16. April, 20.30 Uhr, und Freitag, 17. April, 20.30 Uhr, in der Kaserne. Der libanesische Künstler erzählt seine Geschichte und zeigt seine Videos, schildert eine zufällige Biografie und erörtert das Auseinanderfallen von Abbildung und Abgebildetem. Als regionale Erstaufführung gibt’ am Sonntag, 19. April, 18.30 Uhr "Ein Bericht für eine Akademie" mit dem aus Efringen-Kirchen stammenden und durch den tragischen Unfall in der ZDF-Show "Wetten dass ..." bekannten Samuel Koch ebenfalls im Roxy. Das Projekt ist ein "Work in progress" mit Robert Lang, das beide an der Schauspielakademie Hannover begonnen haben und am Theater Darmstadt weiterentwickeln.

Einblicke in sein Schaffen gewährt der Filmregisseur Joshua Oppenheimer am Freitag, 17. April, 22.15 Uhr, in der Kaserne Basel mit dem Film "These Places we’ve learned to call Home". Um 22.45 Uhr ist der Film "The Globalization Tapes" zu sehen. Nach dem dritten Oppenheimer-Film am Samstag, 18. April, 13 Uhr, "The Act of Killing" ist um 16 Uhr Gelegenheit zum Gespräch mit dem jungen Regisseur.

Autor: bz