Logistik-Anlagen sind von nationalem Interesse

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 08. Dezember 2017

Basel

Kanton Basel-Stadt, Schweizerische Rheinhäfen und Bundesbahnen bekräftigen gemeinsame Haltung für den Ausbau in Basel Nord.

BASEL (BZ). Der Kanton Basel-Stadt, die Schweizerischen Rheinhäfen und die SBB haben ihre gemeinsame Haltung zur Modernisierung der Umschlagsanlagen in Basel Nord mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung untermauert. Die Logistikanlagen seien im nationalen Interesse der Schweiz, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Donnerstag: Für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene entstehe das trimodale Containerterminal Gateway Basel Nord. Dieses Projekt sei Teil der "Gesamtperspektive Basel", deren Entwicklung ebenfalls auf der Agenda des Treffens stand.

Am Spitzentreffen nahmen Sabine Pegoraro (Baselland), Hans-Peter Wessels (Basel-Stadt), Hans-Peter Hadorn (Rheinhäfen), Andreas Meyer (SBB), Philippe Gauderon (SBB Infrastruktur), Jürg Stöckli (SBB Immobilien), Daniel Bürgy (SBB Cargo) sowie SBB-Regionalkoordinator Michel Berchtold teil. Im Vordergrund stand die Unterzeichnung des Letters of Intent über die Infrastrukturentwicklung auf dem Areal des ehemaligen badischen Rangierbahnhofs. Damit untermauern die Akteure ihre Absicht, das Logistik-Tor zur Schweiz gemeinsam auszubauen.

Basel Nord sei die Güterverkehrsdrehscheibe der Schweiz. Der containerbasierte Export- und Importverkehr weist aufgrund der Entwicklung der Nordseehäfen hohe Wachstumsraten auf, mit den geplanten Ausbauten werden die künftig benötigten Kapazitäten bereitgestellt: Auf dem Areal des ehemaligen Rangierbahnhofs soll bis 2023 ein Containerterminal entstehen, das die Rheinschifffahrt mit Schiene und Straße verknüpft. Das Projekt beinhaltet in einer ersten Etappe den Bau einer Umschlaganlage für Straße und Schiene und in der zweiten den Bau eines dritten Hafenbeckens. Dank der Konzentration der Verkehre werde in der Schweizer Feinverteilung ein Schienenanteil von mindestens 50 Prozent erreicht. Das Gateway Basel Nord leiste damit einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene. Der Terminal wird in Abstimmung mit dem Ausbau der Rheintalstrecke gebaut, der ebenfalls der Kapazitätserhöhung für die Zufahrt zur Alpentransversale dient. Mit dem Gateway verbunden sei die Weiterentwicklung des Hafenbahnhofs, die der Stadt ermöglicht, sich nach innen zu entwickeln.

Die SBB Infrastruktur setzt im Bahnausbauschritt 2025 Projekte von rund 900 Millionen Franken um, wie die Entflechtung in Muttenz, die Leistungssteigerung der östlichen Einfahrt des Bahnhofs Basel SBB sowie das Wendegleis in Liestal, das einen Viertel-Stunden-Takt nach Basel ermöglicht. In weitere Ausbauschritte gehören mehr Kapazität mit zusätzlichen Bahnsteigzugängen im Bahnhof SBB sowie ein Konzept, das neben dem Regionalverkehr ("Herzstück") den Fernverkehr sowie Trams und Busse einbezieht.

SBB Immobilien investieren in den kommenden Jahren rund 600 Millionen Franken in den beiden Basler Kantonen, unter anderem für das Meret-Oppenheim-Hochhaus und die Sanierung des Westflügels des Bahnhofs Basel SBB. Fürs Areal des Güterbahnhofs Wolf ist eine städtebauliche Studie in Arbeit. Der Große Rat berät den Bebauungsplan für Volta Nord (Lysbüchel).