Sanierung der Kesslergrube

Muttenz gegen BASF-Konzept

Michael Baas

Von Michael Baas

Di, 23. Dezember 2014

Baselland

m Basler Umland regt sich weiter Widerstand gegen die von der BASF geplante und vom Landratsamt in Abstimmung mit Landesbehörden genehmigte Einkapselung von Altlasten in der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen.

MUTTENZ/GRENZACH-WYHLEN (alb). IWährend die Basler Kantone die Entscheidung nach Angaben des Landratsamtes bisher respektieren, ist die Kritik auf kommunaler Ebene massiver: Nach Riehen geht auch Muttenz mit einer Einsprache gegen die Einkapselung des BASF-Teils vor.

Die rund 52 000 Quadratmeter große, 1969 stillgelegte frühere Mülldeponie, die auch die Basler Chemieindustrie nutzte, muss saniert werden, weil im Abstrom Stoffe festgestellt wurden, die das Grundwasser gefährden. Die Muttenzer Sorgen gelten vor allem der Hard, einem Gebiet, in dem per Grundwasseranreicherung aus dem Rhein Trinkwasser für Basel und sein Schweizer Umland gewonnen wird. Kritisch erscheint das vor allem, weil die Sohle der Kesslergrube teils im vom Rhein direkt beeinflussten Grundwasser liegt, wie ein von Baselland bestelltes Gutachten bereits 2008 festhielt. Muttenz verweist angesichts dessen, wie andere Kritiker, auf den Teil der Grube, den Roche saniert und der mit einer Aushebung vollständig dekontaminiert werden soll. Das BASF-Konzept dagegen sei nur "für mindestens zwei Generationen" sicher und brauche zudem eine Sicherung mit Pumpen. Das Landratsamt hatte das Konzept Anfang des Monats gleichwohl genehmigt, da es "fachlich geeignet" und "rechtlich zulässig" sei, wie es hieß.

Im BASF-Teil, der dem Konzern mit dem Kauf der Ciba Spezialitätenchemie zufiel, geht’s um rund 28 000 Quadratmeter, auf denen unter anderem eine Kläranlage steht. Dort soll eine bis zu 30 Meter tiefe Dichtwand und eine Oberflächenabdichtung gebaut werden. Zudem soll das Grundwasser abgepumpt und gereinigt werden. Die Kosten schätzt das Landratsamt auf rund 26 Millionen Euro, die die BASF bezahlt; zudem hinterlegt der Konzern eine Garantie, die es erlauben würde, die Konstruktion bei Bedarf neu zu bauen. Der Totalaushub des rund 12 000 Quadratmeter großen Roche-Teils wird mit Kosten von 240 Millionen Euro beziffert; der gut doppelt so große BASF-Teil dürfte in diesem Verfahren also mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten.