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17. Juni 2012 22:49 Uhr
Gruppe B
Bender schießt Deutschland ins Viertelfinale – 2:1 gegen Dänemark
Drei Spiele, neun Punkte: Die deutsche Nationalmannschaft hat das Spiel gegen Dänemark 2:1 gewonnen. In einem knappen Spiel schoss Lars Bender den Siegtreffer und Deutschland ins Viertelfinale.
Nun trat Vieles so ein, wie erwartet. Die Dänen überließen den Deutschen die Spielkontrolle, begnügten sich gewollt damit, zuverlässig zu verteidigen. Lediglich Nicklas Bendtner ließen sie ab und zu in der gegnerischen Spielhälfte zurück, ansonsten betätigten sich mit Ausnahme des Torwarts alle Spieler in Rot-Weiß als eifrige Raumverdichter. Dass die deutsche Elf dennoch zu Chancen kam, ist anerkennenswert. Thomas Müller hätte in der 6. Minute auch die Führung erzielen müssen, freistehend und aus kurzer Distanz beließ er es aber bei einem Warnschuss in die Arme von Stephan Andersen. In der 19. Minute war Müller dann aber doch nennenswert am 1:0 beteiligt. Seine Hereingabe von rechts, die Gomez irgendwie weiterleitete, schoss Lukas Podolski ein. In seinem 100. Länderspiel war er aufmerksam zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
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Dass selbst bei den detailliertesten Vorbereitungen auf eine Partie etwas schief gehen kann, zeigte sich fünf Minuten später. Es dürfte nicht unbedingt geplant gewesen sein, dass sich bei einem dänischen Eckball Bastian Schweinsteiger und Lars Bender gegen den besten Kopfballspieler der Dänen im Verteidigen übten. Der 1,95 Meter große Nicklas Bendtner nutzte jedenfalls seinen Spezialisten-Vorteil gegenüber den beiden aus, köpfte zur Mitte, wo sich sein Kollege Michael Krohn-Dehli als Abstauber betätigte und zum 1:1-Ausgleich traf – ebenfalls per Kopf. Krohn-Dehli war wohl Mario Gomez entwischt, der diesmal wieder einen seiner mühevolleren Arbeitstage erwischt hatte. Auf der Gegenseite vergab der Angreifer, der schon drei Turniertreffer erzielt hat, zwei vielversprechende Chancen (33./43.).
Wie ernst die Dänen als Gegner zu nehmen waren, bewiesen sie gleich nach der Pause ein weiteres Mal: Simon Poulsen setzte sich auf der linken Seite ab, seine Flanke verarbeitete Bendtner sauber zu einer Vorlage für Jakob Poulsen, dessen Schuss den Außenpfosten streifte (51.).
Nun kam die Phase, in der Joachim Löw immer häufiger einen Blick auf seine Ergänzungsspieler warf. Schweinsteiger, Özil, Gomez – sie alle boten sich als Auswechsel-Kandidaten an. Zumal der deutsche Coach dieser Tage regelmäßig die Qualität seiner Alternativkräfte herausgehoben hatte. Zunächst aber musste Lukas Podolski weichen, der seinem Treffer zu wenige gute Aktionen hatte folgen lassen. Für ihn kam der Leverkusener André Schürrle. Und der sorgte durchaus für belebende Effekte im deutschen Spiel.
Kaum auf dem Platz, prüfte Schürrle Keeper Andersen bereits mit einem gefährlichen Flachschuss (67.). Die dänische Mannschaft schränkte ihre offensiven Bemühungen nun deutlich ein. Bis auf einen Distanzschuss von Zimling wagte sie nichts. Wobei dessen Versuch Manuel Neuer im deutschen Gehäuse doch ein wenig in Schwierigkeiten brachte – zumindest deutete seine unkonventionelle Parade darauf hin. Das Duell mit den zähen Dänen blieb für Neuer und Co. ein schwieriges Unterfangen. Die deutschen Aktionen hatten nichts Selbstverständliches, jeder Raumgewinn, gar jeder Pass musste hart erarbeitet werden.
Es war ein Spieler, von dem man das sicher nicht erwartet hatte, der letztlich für das erlösende 2:1 sorgte. Özils Pass hätte eigentlich dem inzwischen für Gomez eingewechselten Miroslav Klose gelten sollen. Doch dieser verpasste. Zur Freude von Lars Bender. Der konditionsstarke Leverkusener hatte auch in der Schlussphase der Begegnung noch Kraft und Willen, um von ganz hinten rechts nach ganz vorn durchzulaufen. Dort schob Bender den Ball sicher in die Maschen (80.). Es war so etwas wie die logische Schlussfolgerung in einem Spiel, in dem die deutschen Defensivakteure auffälliger agiert hatten als ihre offensiven Kollegen.
Dänemark: Andersen, Jacobsen, Kjaer, Agger, S. Poulsen, Kvist, Eriksen, J. Poulsen (82. Mikkelsen), Zimling (79. Ch. Poulsen), Krohn-Dehli, Bendtner.
Deutschland: Neuer, L. Bender, Hummels, Badstuber, Lahm, Khedira, Schweinsteiger, T. Müller (84. T. Kroos), Özil, Podolski (64. Schürrle), Gomez (74. Klose).
Schiedsrichter: Carballo (Spanien).
Tore: 0:1 Podolski (19.), 1:1 Krohn-Dehli (24.), 1:2 L. Bender (80.).
Zuschauer: 33 000 (ausverkauft).
Autor: René Kübler



