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15. August 2009

Arbeit auch in der Krise finden

Gastbeitrag: Jetzt den Job wechseln

  1. Ich bin dann mal weg – auch in der Krise gibt es Möglichkeiten, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Dazu gehört aber auch eine Portion Initiative. Foto: dpa

Ob Krise oder nicht, Arbeitsplatzunsicherheit wird immer mehr zum Normalzustand, die Angst vor Kündigung ein ständiger Begleiter. Damit aus der erlebten Bedrohung kein Gefühl des Ausgebranntseins wird, können Arbeitnehmer aktiv einiges tun. Wer die Fähigkeit beherrscht, immer wieder einen neuen Job finden zu können, macht sich unabhängig vom einzelnen Arbeitgeber. Und Jobwechseln kann man lernen. Ein Arbeitgeberwechsel, ob gewollt, weil unzufrieden, oder gemusst, weil gekündigt, wird damit leichter.

Zunächst ist es sehr hilfreich sich vor Augen zu führen, dass, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten nicht bedeutet: "Ich verliere nie meinen Job und wenn doch, dann habe ich persönlich versagt." Vielmehr gilt: "Ich bin im Stande, einen neuen Job zu finden." Dazu können Arbeitnehmer ihre Angst als Motor nutzen. Denn Angst ist eine gute Einrichtung, wenn es darum geht, wachsam zu sein und alle Reserven zu mobilisieren. Es gilt: Augen und Ohren auf, um Vorboten eines Sparkurses im Betrieb frühzeitig wahrzunehmen. Gerade in Krisenzeiten herrscht diesbezüglich in vielen Unternehmen weder Klarheit noch Glaubwürdigkeit. Oft kursieren sogar geheime Kündigungslisten.

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Da ist es gut zu wissen, dass es auch in Krisenzeiten Arbeit gibt. Es ist vielleicht schwieriger, sie zu finden. Der Jobwechsler braucht dazu vielleicht noch bessere Strategien, mehr Mut, eine höhere Motivation und das Wissen, wo sich die Arbeit versteckt. Aber es gibt sie. Zum Beispiel in Unternehmen, deren Leistungen und Produkte auch in einer Krise gebraucht werden: Lebensmittelunternehmen, Energieversorger, Handwerksbetriebe und generell Firmen, die mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs umgehen.

Eine einfache Regel lautet: Wer einen neuen Arbeitgeber sucht, muss sich bewerben. Da jedoch viele Unternehmen aktuell eine eher zurückhaltende Personalpolitik betreiben und weniger Stellenanzeigen schalten, reicht die klassische Strategie der reaktiven Bewerbung auf Stellenanzeigen nicht mehr aus. Stellensucher kommen nicht umhin, aktiv an potenzielle Arbeitgeber heranzutreten. Wer es sich leicht machen will, Arbeit in der Krise zu finden, muss vom Nachfrager nach Arbeit zum Anbieter der eigenen Arbeitskraft werden. Dazu braucht es ein Umdenken und Mut.

Was braucht ein Unternehmen? Was davon habe ich anzubieten? Und wie teile ich das so mit, dass es der potenzielle Arbeitgeber auch versteht? Wer sich diese drei Fragen beantworten kann, wird auch in Krisenzeiten Arbeit finden. Natürlich braucht es dazu realistische Zielvorstellungen. Wer stets mehr will, als er bereit oder fähig ist einzusetzen, der macht sich die Jobsu-che unnötig schwer. Es gilt: Wer über längere Zeit keine Arbeit findet, der kann entweder seinen Einsatz erhöhen, zum Beispiel seinen Jobsuchradius erweitern, oder aber sein Jobziel korrigieren, beispielsweise seine Tätigkeits- oder Gehaltsvorstellungen anpassen. Das hört sich für viele Menschen im ersten Moment unangenehm an. Auf den zweiten Blick ist es jedoch befreiend, denn es zeigt, dass jeder einzelne aktiv etwas tun kann, um einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Raus aus der Hoffnungslosigkeit, rein ins Handeln. Wem das alleinenicht gelingt, kann sich von einem Berater unterstützen lassen. So können Dinge in Bewegung gebracht und neue Perspektiven und Chancen erarbeitet werden.

Autor: Hans-Georg Willmann