Beschenkt nach Hause

Gert Brichta

Von Gert Brichta

Mi, 11. Juli 2018

Eisenbach (Hochschw.)

Dorfschreiberin Ulrike Blatter hat es in Eisenbach gefallen.

EISENBACH. Die Eisenbacher Dorfschreiber hat die Frauenquote übererfüllt: Ulrike Blatter aus Gottmadingen war die 13. Schriftstellerin, die in den Genuss eines dreimonatigen Aufenthaltsstipendiums kam. Nur vier der 13 Dorfschreiber waren Männer. Blatter ist am Sonntagabend im Kreativ Treff in Bubenbach verabschiedet worden.

Den Auftakt zu der Feier bereiteten Hannes Stehle und Thomas Schwörer als neues Duo "Hannes und Schwö", deren Lieder viel Anklang fanden. In Reimform verabschiedete Jürgen Holtz als Vorsitzender des Förderkreises Kreatives Eisenbach die Dorfschreiberin und überreichte Blatter ein Blumenpräsent.

Sie kenne mittlerweile viele Gesichter, mit diesen Worten begann Ulrike Blatter ihren Rückblick. Der Aufenthalt in Eisenbach sei ein Geschenk gewesen, die Ruhe und die Natur, die sie hier genossen habe, hätten sich förderlich auf das Schreiben ausgewirkt, meinte sie. Zwei Bücher konnte sie in Eisenbach fertigstellen. Sie las aus einem davon, "Der Hütejunge" spielt im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg und stützte sich auf Berichte und Erfahrungen ihrer eigenen Familie. Sie erforscht die psychischen Belastungen der Menschen in dieser Zeit und zeigt, die traumatischen Folgen verarbeitet wurden. Ulrike Blatter hat ihre eigenen Erfahrungen, hat sie doch 20 Jahre lang ehrenamtlich auf dem Nachkriegsbalkan gearbeitet und Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien beim Studium an der Uni Konstanz betreut. Ihr Erfahrungsschatz, dies ließ sich unschwer erkennen, ist breit gefächert, ihre Bücher kann man als Geschichtsbewältigung, Mahnung und Hilfestellung gleichermaßen verstehen.

Bürgermeister Alexander Kuckes würdigte Ulrike Blatters Bemühungen in Eisenbach. Sie hat eine Schreibwerkstatt angeboten und eine Lesung gemacht.